Sprachunterricht mit Spassfaktor : Sommercamp für kreative Friesenkinder

Auch sie sind Weltmeister:  Mädchen und Jungen des Sommercamps bei ihrem Finale in der Grundschule in Enge-Sande.
Auch sie sind Weltmeister: Mädchen und Jungen des Sommercamps bei ihrem Finale in der Grundschule in Enge-Sande.

Für eine gelungene Ferienanfangszeit hat der Nordfriesische Verein mit einem abwechslungsreichen Programm und Ausflügen gesorgt. Und ganz nebenbei wurde Friesisch gelernt.

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28. Juli 2014, 18:00 Uhr

Für 41 Kinder aus Nordfriesland im Alter zwischen neun und zwölf Jahren begannen die Ferien mit einem einwöchigen, abwechslungsreichen Sommercamp, zu dem der Nordfriesische Verein in diesem Jahr zum achten Mal eingeladen hatte. Längst hat sich herumgesprochen, dass „bei uns immer was los ist“, betonte ein erfreuter Geschäftsführer und Initiator der Freizeiten, Wolf-Rüdiger Konitzki, bei der Abschlussveranstaltung mit Eltern im Enger Sportlerheim. Jahr für Jahr hätten sich mehr Kinder angemeldet. „Wir müssen, wenn die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist, eine Warteliste führen, denn mit 40 Kindern stoßen wir schon an unsere Grenzen.“

Die Jungen und Mädchen wurden von Erzieherinnen, Erziehern und Lehramtsanwärterinnen betreut. Frauke Thiesen und ihr Sohn Momme, Jessica Zemke, Astrid Carstensen, Jens Karstens, Saskia Greisen, Miriam Doka, Silke Schütt und ihre Tochter Jona hatten ein buntes Programm zusammengestellt, das gut ankam. Der Geschäftsführer begleitete die muntere Schar mit Rauhaardackel Max, der schnell Hahn im Korb wurde, vor allem bei den Mädchen.

Das Enger Sportlerheim war Ausgangspunkt aller Aktivitäten. „Unser Bestreben ist es, friesische Sprache und Kultur nachfolgenden Generationen zu vermitteln, damit sie erhalten bleiben“, betonte Konitzki. Es würde nur noch in wenigen Familien Friesisch miteinander gesprochen, sodass die Bemühungen des Nordfriesischen Vereins beim Bund durch finanzielle Bezuschussungen über den Friesenrat anerkannt und honoriert werden. Für die Freizeiten werde daher pro Kind nur ein sehr geringer Kostenbeitrag erhoben.

An den Sommercamp-Vormittagen gab es ein vielfältiges Programm mit Spiele- und Bastelspaß, Singen, Schwimmen im angrenzenden Freibad, Vorbereitungen für die Abschlussveranstaltung und Kochen. An den Nachmittagen zog die Gruppe zu einer Schatzsuche in den Langenberger Forst, in den Westküstenpark St. Peter-Ording, wo Gudrun Fuchs als Vorsitzende des Nordfriesischen Vereins die Friesenkinder besuchte, und in den Hochseilgarten in Eckernförde-Altenhof.

Am letzten Tag fieberten dann die Eltern in der Turnhalle der Enge-Sander Grundschule dem Finale entgegen. Begrüßt wurde alle auf Friesisch von Bosse Jensen (10) aus Enge-Sande. In den Zuschauerreihen saß auch die pensionierte Lehrerin Greta Johannsen aus Niebüll – sie hatte den Kindern Theaterrequisiten und diverse friesische Texte zur Verfügung gestellt. Dies war hilfreich für Jessica Zemke, die ein Stück mit den Mädchen und Jungen einstudiert hatte. Die Kinder traten in Tierkostümen vor das Publikum und gaben ihr erlerntes Friesisch zum Besten. Astrid Carstensen und Jens Karstens ließen den Nachwuchs mit Fähnchen und Wimpeln, Shirts, Hüten, Elchgeweihen und Kränzen in schwarz-rot-goldenen Farben musikalisch als Weltmeister auflaufen. Anschließend ging es mit „De Fürwehr“ mit Regisseur Momme Thiesen auf Plattdeutsch weiter. „We hem uk en nie Fürwehrauto in Enge kregen, de musste ordentlich breet sien, weil alle Fürwehrlüd vörne sitten wullen“, erfuhren die vergnügten Zuschauer.

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