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Husumer Nachrichten

15. Dezember 2017 | 17:47 Uhr

Tetenbüll : Sommerausstellung im Haus Peters

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

„Häuser, Hütten, Scheunen, Ställe“ – noch bis zum 24. September werden Werke von Uwe Thomas Guschl gezeigt.

Häuser. Hütten. Scheunen. Ställe. Behausungen – sie faszinieren den Künstler Uwe Thomas Guschl. Auf das Wesentliche reduziert, oft nur schemenhaft skizziert, stellt er sie mit kraftvollem, ungestümem Pinselstrich, meist Ton in Ton, in spröde Landschaften, deren Ödnis greifbar scheint. Es sind einfache Behausungen für Mensch und Tier, die Schutz versprechen: Symbolstarke Spuren des Lebens und Überlebens in einer unwirtlichen Natur, die stets spürbar bleibt, auch wenn sie nur angedeutet wird. Dem Flensburger Künstler, der 1945 in schleswig-holsteinischen Sterup Dingholz geboren wurde und an der Fachhochschule Hamburg Gestaltung studierte, ist bis zum 24. September die Sommerausstellung im Haus Peters gewidmet.

„Stark stilisiert, aus Farben und Farbeffekten gebaut“ setze Guschl seine Hütten und Behausungen meist einsam in die Landschaft, „wie zeichenhafte Kontrapunkte“, sagte Laudator Rüdiger Otto von Brocken von den Husumer Nachrichten bei der Ausstellungseröffnung. Bei seinen ganz und gar unprätentiösen Motiven gehe es dem Künstler um „jenes winzige Stück Heimat, das wir der Natur abringen, ohne uns an ihr zu versündigen“. Guschls Bilder sprechen, sie regen an, wecken Assoziationen beim Betrachter. „Deren unterbewusste Halbwertzeit ist oft größer als die so manches langwierigen Erkenntnisprozesses“, meinte Rüdiger Otto von Brocken und stellte Guschls besondere Gabe heraus, „Landschaften so zu verinnerlichen, dass man sie anschließend anderen überlassen kann, die sie dann wieder zu ihrer Landschaft machen“. Das sei ein ungeheuerlicher und zugleich wunderbarer Vorgang.

Es ist die Anmutung von Stimmungen, die gefangen nimmt: Licht, Schatten, verhaltene Farbakzente, Hell-Dunkel-Kontraste und Strukturen verleihen Guschls Bildern ihre unverwechselbare Atmosphäre. Da ist die schemenhafte Andeutung von „Häusern auf den Lofoten“, die sich unter machtvollem Himmelsgrau in die Weite der Schneelandschaft ducken. Da scheinen sich die dicht an dicht stehenden Häuser im „Dorf“ gegenseitig Schutz zu geben, trotzen von Sturm, Schnee und Regen gezeichnete Höfe und Schuppen den Unbilden des Wetters, vermitteln Hütten an der Straße tröstliche Geborgenheit, folgt eine Reihe von Häusern der dynamischen Linie eines Fjordes.

Guschls Behausungen sind beseelt. Seine Bilder leben, auch wenn kein Leben sichtbar ist. Sie sind ausdrucksstark, intensiv und emotional. „Ich erzähle keine Geschichten“, hat der Künstler einmal gesagt, „aber es finden Geschichten in meinen Bildern statt.“ Jeder kann sie für sich selbst entdecken. Das ist spannend. Das schafft Nähe. Und das führt zu einem sehr persönlichen Dialog mit dem Künstler.

Die Ausstellung „Häuser, Hütten, Scheunen, Ställe“ von Uwe Thomas Guschl ist bis zum 24. September im Haus Peters zu sehen. Öffnungszeiten: Di.-So.: 11-18 Uhr

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