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Husumer Nachrichten

20. Oktober 2017 | 09:32 Uhr

Friedrichstadt : Solo für Bettina Tietjen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Moderatorin, die sonst auf dem roten Sofa mit ihren Gästen plaudert, ist nach Friedrichstadt gereist, um bei einer Probe des Gospelchors dabei zu sein.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Aufgeregt? Ein bisschen. Schließlich wird das Fernsehen erwartet. Keine alltägliche Situation für den Gospelchor Friedrichstadt. Die Spannung scheint greifbar vor dem Probenabend mit Bettina Tietjen. Die populäre NDR-Moderatorin, die sonst auf dem roten Sofa bei „DAS!“ sitzt und mit ihren Gästen plaudert, hat das Sitzmöbel im Studio gelassen und sich mit einem Kamera-Team auf die Reise in die Grachtenstadt begeben. An diesem Abend wird sie singen. Gemeinsam mit den Gospelsängerinnen und –sängern aus dem Holländerstädtchen.

Die Idee zu der ungewöhnlichen Aktion hatte Sebastian Müller: Der 33-Jährige, der beim Gospelchor Tenor singt, beteiligte sich an der Aktion „Wir bei Euch – Wünsch Dir Deinen NDR“ und lud Bettina Tietjen zur Chorprobe ein. „Ich hatte gehört, dass sie gern singt“, sagt Sebastian Müller, der Basti genannt wird. Es gab viele Zuschriften, aber Bettina Tietjens Wahl fiel auf Friedrichstadt. „Die Fotos von dem Chor haben mich angesprochen und alles, was ich über die gute Gemeinschaft gehört hatte“, erzählt die Moderatorin.

Also, ab ins Holländerstädtchen. Nach einer kurzen Stadtführung mit Heinrich Carstensen geht’s in die „Kajüte“: Hier will Bettina mit Basti erste Gesangsübungen absolvieren. Zuvor aber gibt’s einen typisch holländischen Genever. „Das ölt die Stimme“, verspricht der Gospelsänger. Und hustet. „Huh, das brennt aber in der Kehle“, lacht die Moderatorin und fragt: „Trinkt ihr immer Genever vor der Probe?“ Nein, nie. Aber heute ist ja alles anders. „Ina Müller hat ihre Shanties und du hast jetzt deine Gospels“, scherzt Basti und lotst Bettina Tietjen zum Gemeindehaus. Dort wartet schon der Gospelchor – gespannt und ein bisschen aufgeregt.

Und da ist sie: Groß, schlank, gut gelaunt, mit diesem ansteckenden Lachen. „Ich bin völlig unvorbereitet“, meint sie strahlend: „Ihr müsst mir sagen, was ich tun soll. Ich habe noch nie in einem Chor gesungen.“ Kein Problem: Igor Vlassov hat genug Erfahrung als Chorleiter, um auch mit Ungeübten in kurzer Zeit einen neuen Song einzustudieren. Die Moderatorin hat sich für „Put Your Hand in the Hand“ entschieden, einen Gospelsong, den auch Elvis Presley, Joan Baez oder Johnny Cash schon gesungen haben. Große Fußstapfen. Aber Bettina Tietjen meistert ihren Solo-Part mühelos. Zusammen mit Basti. Ihre volle, warme Altstimme ergänzt wunderbar dessen Tenor. Der Chor singt den Refrain, untermauert die Soli. Ein paar Durchläufe. Moderate Korrekturen. Dann klingt’s gut.

Während der Kameramann die Probe von allen Seiten einfängt, Nahaufnahmen und Totalen festhält und notfalls für eine gute Perspektive auch auf Tische klettert, angelt sein Kollege nach dem perfekten Ton. „Sehr gut“, lobt Igor seine Sängerinnen und Sänger. Und: „Das hat Spaß gemacht“, freut sich Bettina Tietjen. Dann bekommt sie noch eine Kostprobe des Chores, lauscht gebannt dem Gospel „Miracles“ im mitreißenden Tango-Rhythmus und dem A-cappella-Song „Inspired“. „Großartig!“, freut sich die Moderatorin: „Darf ich jetzt immer mit euch singen?“ Na, klar! Schade nur, dass der Weg von Hamburg nach Friedrichstadt so weit ist und Bettina Tietjens Zeit so knapp.

„Sonst würde ich wirklich gern in einem Chor singen“, gesteht sie beim geselligen Beisammensein mit einem Glas Sekt nach der Probe. Ihr Wunschlied „Put Your Hand in the Hand“ verbinde sie mit Ski-Urlaub, verrät sie. Sie summe dann immer den Song mit: „Es ist ein tolles Beschützerlied.“ Generell liebe sie Gospelmusik. „Und Igor hat eine gute Art, sie zu vermitteln“, stellt Bettina Tietjen fest: „Er ist sehr professionell.“ Der Chorleiter gibt das Kompliment zurück: „Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht, ist entspannt und locker und hat eine sehr schöne Stimme.“

Dass sich die Moderatorin in der Grachtenstadt gleich wie Zuhause fühlte, hat etwas mit ihrer Kindheit zu tun: „Ich liebe Holland“, erzählt die gebürtige Wuppertalerin: „Früher sind wir immer ans Ijsselmeer gefahren.“ Friedrichstadt sei ihr daher „sehr vertraut.“ Mit dem Versprechen „Ich komme wieder“ verabschiedet sich Bettina Tietjen von dem Gospelchor Friedrichstadt, bei dem sie an diesem Abend auf ganzer Linie gepunktet hat: „Sie ist ungeheuer sympathisch, natürlich und sehr humorvoll“, sind sich die Sängerinnen und Sänger einig.

 


Bettina Tietjens Besuch beim Gospelchor in Friedrichstadt wird am Donnerstag, 27. April, ab 18.45 Uhr in der Sendung „Das!“ im NDR-Fernsehen ausgestrahlt.

 

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