Fahnenbandverleihung auf dem Husumer Marktplatz : Soldaten in der „Wohlfühl-Garnison“

Roter Farbtupfer im Luftwaffen-Blau: Albig (3. v. l.) und Noeske (2. v. l.) schreiten die Formation von Spielmannszug und Soldaten ab.
Foto:
Roter Farbtupfer im Luftwaffen-Blau: Albig (3. v. l.) und Noeske (2. v. l.) schreiten die Formation von Spielmannszug und Soldaten ab.

Ministerpräsident Torsten Albig ehrte die Flugabwehrraketengruppe 26 mit der höchsten Auszeichnung, die die Landesregierung zu vergeben hat– und der Spielmannszug Hattstedt sorgte für die passende Musik.

von
23. Juli 2015, 08:30 Uhr

Es war ein ungewohntes, aber äußerst passendes Bild, stellte es doch zugleich ein Symbol für die Verbundenheit von Bundeswehr und zivilem Leben in Husum und Umgebung dar: Statt eines militärischen Musikkorps marschierte der Hattstedter Spielmannszug vor der Truppenfahne auf den abgesperrten Marktplatz. Unter den neugierigen Blicken von zahlreichen Schaulustigen waren hier die Abordnungen der Flugabwehrraketengruppe 26 zur Ehrung durch den Ministerpräsidenten angetreten. Torsten Albig verlieh dem in der Storm-Stadt stationierten und von Oberstleutnant Andreas Noeske geführten Luftwaffen-Verband das Fahnenband des Landes Schleswig-Holstein – die höchste Ehrung für einen militärischen Truppenteil, den die Landesregierung vergeben kann.

Noeske wies nach einem kurzen Abriss der Historie seiner Gruppe darauf hin, dass sich die Flugabwehrraketentruppe der Luftwaffe seit mehr als 920 Tagen im Auslandseinsatz befinde, um mit ihren Patriot-Lenkwaffen die türkische Stadt Kahramanmaras im Grenzgebiet zum Bürgerkriegsland Syrien vor Angriffen zu schützen. So hätten allein die Soldatinnen und Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 26 bisher knapp 40.000 Einsatztage in der Türkei absolviert. „Das bedeutet für viele wiederkehrende Belastungen mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Familienleben und das soziale Umfeld.“ Die jedoch würden merklich durch den Rückhalt im Heimatstandort Husum gemildert. „Die Bundeswehr wird im Allgemeinen als Pendler-Armee gesehen“, führte er weiter aus. Doch bei der Flugabwehrraketengruppe 26 sei das anders, lebten doch mehr als 80 Prozent der Soldatinnen und Soldaten fest zwischen den Meeren. Zudem hätten sich auch viele Ehemalige in der Region dauerhaft niedergelassen. „Denn wir fühlen uns hier wohl, hier sind wir daheim“, unterstrich Noeske.

Auch der Ministerpräsident lobte die Verbundenheit Husums mit der Truppe und vermerkte die wohlwollenden Blicke der Zuschauer auf das „vertraute Bild, das die Soldaten als Mitbürger in Uniform mitten in der Gesellschaft“ hier abgeben würden. Albig erinnerte zudem daran, dass diese bereit seien, in letzter Konsequenz für diese Gesellschaft und die gemeinsame Freiheit auch ihr Leben einzusetzen. „Die Verleihung des Fahnenbandes soll die Wertschätzung des Landes Schleswig-Holstein für Sie und ihre Tätigkeit symbolhaft zum Ausdruck bringen.“

Eine „Wohlfühlgarnison“ für die Soldaten sei dieser Standort, konstatierte Bürgervorsteher Peter Empen denn auch anschließend beim Empfang für geladene Gäste im Rathaus. „Die Bundeswehr ist hier in der Region ein Teil des sozialen Gefüges, das das städtische und dörfliche Leben positiv mitgestaltet.“ Das er damit für den allergrößten Teil der Husumer sprach, hatte sich schon auf dem Marktplatz gezeigt: Es gab nicht den geringsten Versuch, die Veranstaltung zu stören. Stattdessen war Beifall aufgebrandet, nachdem Albig das Band an die Truppenfahne der Gruppe geheftet hatte – und zwar aus den Zuschauerreihen.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen