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Neue Energien in Tating : Solarparkprojekt der Gemeinde vorgestellt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kommune verspricht sich hohe Gewerbesteuereinnahmen. Kritische Fragen befassten sich allerdings mit dem Rückbau der Anlage.

Die Planungen zur Errichtung eines Solarparks in Tating nehmen immer mehr Form an. Nun wurde die Öffentlichkeit gemäß des Baugesetzbuches über die Ziele und Zwecke der Planung unterrichtet. „Heute wird das Projekt nur vorgestellt, aber noch nichts beschlossen“, betonte Bürgermeister Hans-Jacob Peters in seiner Begrüßungsrede.

Anschließend fasste der Investor René Nissen von der Firma Wattmanufactur das Projekt zusammen. Man plane, zehn Hektar von der Familie Meinert zu pachten. Die Anlagen sollen an der Bahnlinie zwischen Tating und Garding in Höhe Heisternest entstehen. Die Module werden an der Unterkante eine Höhe von 80 Zentimetern haben, an der Oberkante von 2,5 Metern, so Nissen. Sie werden pro Jahr für zehn Millionen Kilowattstunden sorgen – ohne Emissionen – und damit Energie für 2.000 Haushalte liefern, warb er für das Vorhaben.

Das betroffene Gebiet liege in einer Mulde. „Es liegt etwa zwei bis drei Meter tiefer als die umliegenden Flächen. Salopp gesagt, können die Anlagen relativ gut versteckt werden“, sagte Nissen.

Die Tische mit den einzelnen Modulen werden nach Süden ausgerichtet. „Die Autofahrer auf der Bundesstraße schauen also auf den Rücken der Anlagen“, versicherte Manfred Demuth, Geschäftsführer des Planungsbüros Pro Regione aus Flensburg. „Wenn man mit der Bahn fährt, könnte man die bläulichen Flächen sehen – die Module reflektieren aber nicht stark.“ Zudem sei ihre Neigung eher flach. Dennoch könne man auf Wunsch der Gemeinde eine Eingrünung vornehmen. Die Anlage werde durch einen Zaun geschützt. Die Ackerflächen sollen für das Projekt in Grünland umgewandelt werden. Dort könnten dann Schafe weiden.

Auf einem Plan zeigte Demuth, dass der Großteil Eiderstedts aus Vogelbrut- und Rastgebieten besteht. Eine Ausnahme sei das betroffene Land der Familie Meinert, so der aktuelle Stand. Dies werde zurzeit erneut geprüft.

Hundert Prozent der Gewerbesteuereinnahmen sollen in der Gemeinde Tating bleiben. Nissen spricht von einem fünfstelligen Bereich, will sich aber nicht festlegen: „Die Gewerbesteuer ist schwer abzusehen. Ich vermute 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr.“

Davon werden noch die Amts- und Kreisumlagen abgezogen. Hans Jacob Peters sieht dennoch klare finanzielle Vorteile für seine Gemeinde. „Wir müssen die Bürger immer wieder mit Kosten belasten. Welcher Betrag durch die geplante Anlage genau für uns herausspringt, können wir nicht sagen. Aber wir werden alle davon profitieren.“

Die anwesenden Gemeindemitglieder äußerten weitere Bedenken wie beispielsweise den Rückbau der Anlagen in 20 Jahren. Dieser werde im Vertrag geklärt und finanziere sich eigentlich von selbst, so Nissen. Die Hersteller der Module dürfen diese in der Regel nur verkaufen, wenn sie die Rücknahme garantieren. Dies gehöre zum Recycling-Programm. Die Anlagen werden zudem regelmäßig gewartet. Die Pachtverträge laufen 20 bis 30 Jahre. Was dann ist, könne keiner vorhersehen.

In Schleswig-Holstein scheine die Sonne etwa 1000 Stunden im Jahr. „Die Performance der Anlagen hier ist sehr gut. Wir haben immer genügend Wind, der für die Abkühlung der Module sorgt“, so Nissen. Zudem reinige der Regen die Anlagen.

Die erzeugte Energie könne durch bestehende Netze der SH-Netz AG abgetragen werden. „Nach dem heutigen Stand muss ein Kabel von Tating zum Umspannwerk nach St. Peter-Ording gelegt werden“, so Nissen.

Es werde bestimmt noch drei bis vier Monate dauern, so Demuth: „Wir wissen nicht, ob alles klappt.“ Man stehe noch ganz am Anfang. „Heute holen wir uns Anregungen und Wünsche aus der Bevölkerung, die vom Amt protokolliert werden.“ Das Projekt wird als nächstes den Behörden vorgelegt. Diese haben einen Monat Zeit zu antworten.

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erstellt am 22.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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