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Friesischer Musikwettbewerb : So sicher wie Ebbe und Flut

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der erste Preis des friesischen Musikweedstrid in Bredstedt ging an Norma Schulz. Die Musiklehrerin gewann mit ihrem Lied „Eeb an flud“. Beim zweiten Musikwettbewerb dieser Art waren Künstler mit insgesamt 26 Liedern angetreten.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Aufgeregte Künstler, Gänsehaut beim Publikum und stehende Ovationen: die Gala des Musikweedstrid, des friesischen Musikwettbewerbs, hatte alles, was zu einem guten Konzert gehört. Der Frasche Rädj/Friesenrat hatte als Abschluss des Liederwettbewerbs zur Gala ins Alte Heizwerk nach Bredstedt eingeladen. Bereits Stunden vorher summte es im ganzen Bau, weil große Chöre, wie die Feer Ladies von Föhr oder Klångspal aus Risum-Lindholm ihre Beiträge einübten. Die Gala startete vor übervollen Rängen mit einem Rap-Song, den Bredstedter Schüler selbst geschrieben haben.

„Ein toller Auftakt und ein Zeichen für das, was wir erreichen wollen“, sagte Ilse Johanna Christiansen, Vorsitzende des Frasche Rädj. „Nämlich moderne und neue Lieder auf Friesisch. Sie sind wie eine Brücke zwischen den Sprachen und den Generationen. Ich freue mich vor allem, dass sich so viele junge Teilnehmer vom Wettbewerb zu einem friesischen Lied inspirieren ließen.“ Merten Frank (9) gehörte zu den Jüngsten mit seinem selbstgeschriebenen Lied „Weest Dü dit ken ik liir“ (Weißt Du, das mag ich gern). Der Friedrichstädter, der zu Hause friesisch spricht, führte als charmanter Co-Moderator mit Carsten Kock durch die Gala.

Bereits zum zweiten Mal hatte der Friesenrat den Wettbewerb ausgerufen. Friesische Sänger, Chöre und Komponisten hatten ihre Beiträge eingereicht – insgesamt 26 Lieder. Dabei spielte es keine Rolle, ob eine bekannte Melodie zum Einsatz kam: die Hauptsache war der friesische Text. Die Jury aus Musikern und Textern bewertete die Beiträge in zwei Kategorien.

Der erste Platz für das beste Lied mit einer fremden Melodie ging an Klångspal und ihren Beitrag „Freese for e wråål“ (Frieden für die Welt). Die Musiklehrerin Norma Schulz gewann mit ihrem Lied „Eeb an flud“ nicht nur den ersten Platz der Jury, sondern eroberte auch das Gala-Publikum im Sturm. Nur von ihrer Gitarre begleitet, sang sie mit klarer Stimme, dass sie immer wieder nach Föhr zurückkehren werde, so sicher wie das Wasser sich nach der Ebbe immer wieder einstellt.

Den Mut und Einfallsreichtum der jüngsten Sängerinnen und Sänger würdigte die Jury mit zwei Sonderpreisen: an die „Risem schüklinge“, ein Chor aus Kindergarten- und Grundschulkindern aus Risum-Lindholm, und an Merten Frank.

Und wie geht es weiter, gibt es eine dritte Runde? „Wir müssen auch sehen, was wir ehrenamtlich leisten können. Das ist nämlich eine ungeheure Anstrengung“, sagte Ilse Johanna Christiansen. Der Wettbewerb wäre ohne hiesige Sponsoren, Projektgelder des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und den enormen ehrenamtlichen Einsatz vieler Helfer nicht möglich gewesen.

Die CD mit 14 neuen friesischen Liedern ist für fünf Euro beim Frasche Rädj, Friisk Hüs, Süderstraße 6 in Bredstedt erhältlich, Telefon 04671/6024150/51, E-Mail: info@friesenrat.de.

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