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Neuheit zur Saisoneröffnung : So sah der Deich vor 650 Jahren aus

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zur Saisoneröffnung präsentiert das Haus Spökenkieker eine maßstabsgetreue Nachbildung des historischen Küstenschutzes.

Es ist soweit: Das Info-Haus Spökenkieker am Katinger Watt öffnet traditionell nach der Winterpause am kommenden Montag (1. Mai) seine Pforten. Die fachkundigen Ehrenamtler begrüßen ihre Gäste ab 11 Uhr mit einem Getränk und einem Imbiss im Schäfer Weg 9. Aber auch sonst freuen sie sich über jeden Besucher, der auf Entdeckungsreise in die Geschichte, Natur und Landschaft Eiderstedts gehen möchte. Geöffnet ist täglich – außer sonntags – von 11 bis 16 Uhr.

Der Vorsitzende des Vereins Grüne Insel Eiderstedt, Volquard Hamkens, möchte mit seinem Team für die interaktive Ausstellung begeistern. Seit 2007 sorgen die Vereinsmitglieder dafür und können jährlich durchschnittlich 2000 Besucher begrüßen. Derzeit wechseln sich 16 Freiwillige ab, um individuell Rede und Antwort zu stehen.

Sorgten im vergangenen Jahr die fertig gestellten Dokumentationen zu den Themen „Der Otter kehrt zurück“ oder „invasive Tierarten“, also gebietsfremde Tiere und die damit verbundenen Gefahren für die heimischen Arten, für Furore, so wird es diesmal der im Außengelände maßstabsgerecht aus Eichenholz gebaute Stackdeich sein. Auf einer Schautafel kann die Geschichte des Eiderstedter Deichbaues detailliert nachvollzogen werden, aber auch der Meeresspiegelanstieg.

Unter Anleitung des Zimmerermeisters Uve Renfranz haben Jürgen Adolf Jebe und der Vereins-Chef selbst Hand angelegt. Der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt sorgte für finanzielle Umsetzung. Stackdeiche wurden vor rund 650 Jahren dort gebaut, wo kein Vorland war. Seeseitig waren sie mit einer senkrechten Bohlenwand befestigt. Doch der Bau war kostspielig und die Haltbarkeit gering, so dass die Ära nur kurz anhielt.

„Hier wird gezeigt, wie abwechslungsreich die Landschaft Eiderstedt mit Fauna und Flora ist, und dass es hier nicht nur Natur gibt, sondern auch Menschen, die hier leben und arbeiten“, erläutert Hamkens. So erfährt man etwas über die Entstehung, die Wasser- und Landwirtschaft früher und heute, Naturschutz, oder die Jagd. Auch Kinder können spielerisch lernen und begreifen. Weitere Höhepunkte der Schau sind die aktuelle Darstellung „Der Landwirt als Energiewirt“ – auf Knopfdruck werden via Bildschirm und Lautsprecher Informationen über die erneuerbaren Energien vermittelt – oder die Karte, die Eiderstedt fast zu 100 Prozent genau aus der Luft zeigt und deutlich macht, dass die größte Fläche unter dem Meeresspiegel liegt.

Wer dann noch seinen Wissensdurst weiter stillen möchte, hat die Möglichkeit, direkt aus dem Haus in Richtung Waldlehrpfad zu marschieren. Dort bekommt er eine Übersicht über das Katinger Watt mit seinem 400 Hektar großen Waldgebiet, das auf dem Wattboden entstanden ist. Spektive und Ferngläser können kostenlos ausgeliehen werden.

Viele, so Hamkens, tragen sich nach dem Rundgang in das Gästebuch ein und verewigen sich mit lobenden Gedanken. „Das motiviert“, so Hamkens. Das Wort Spökenkieker kommt übrigens aus dem Plattdeutschen. Als solche werden Menschen bezeichnet, denen die Fähigkeit nachgesagt wird, in die Zukunft blicken zu können.

Der Vorsitzende wünscht sich mehr aktive Mitstreiter, vielleicht auch jüngere. Es könne immer jemand aus dem Team ausfallen und es gäbe mit mehr Manpower die Möglichkeit, die eine oder andere Sonderausstellung anzubieten. Weitere Info unter www.spoekenkieker-sh.de oder Telefon 04861/617088.

 


Unterstützt wird die Ausstellung von: Bauernverband Husum-Eiderstedt, Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt, Heimatbund Landschaft Eiderstedt, Kreisanglerverband, Kreisjägerschaft, Naturschutzverein Eiderstedt, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Stadt Tönning, Tourismuszentrale Eiderstedt und die Bingo-Umweltlotterie.

 

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erstellt am 26.Apr.2017 | 13:00 Uhr

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