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Husumer Nachrichten

14. Dezember 2017 | 02:10 Uhr

Neuer Glanz : So lebten einst die Bauern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Ostenfelder Bauernhaus – es ist das älteste Freilichtmuseum Deutschlands und steht in Husum – wird komplett saniert. Die Kosten betragen 240.000 Euro.

Das Dach ist dicht – nun können die Innenarbeiten fortgesetzt werden. Bis vor wenigen Tagen waren die Facharbeiter noch dabei gewesen, das Reetdach am Ostenfelder Bauernhaus in Husum komplett zu erneuern. Das Heldtsche Haus, wie es auch nach den vormaligen Eigentümern – der Familie Heldt – genannt wird, ist 1899 auf dem Gelände in der Nordhusumer Straße errichtet worden. Es gehört der Asmussen-Woldsen-Stiftung. Anna Catharina Asmussen (1793 bis 1868) und ihr Vetter August-Friedrich Woldsen (1792 bis 1868) – beide unverheiratet – hatten durch Urkunde vom 1. Mai 1859 die Stiftung „Asmussen-Woldsen Vermächtnis für die Stadt Husum“ ins Leben gerufen.

Ernst Dinse vom Museumsverbund Nordfriesland bietet sei 25 Jahren Führungen durch das niederdeutsche Fachhallenhaus an. Er begleitet die umfangreiche Sanierung vom ersten Tag an. „Die rund 240.000 Euro teure Maßnahme ist dringend nötig“, betont Sönke Lorenzen von der Husumer Stadtverwaltung. „Das alte Reet war schadhaft und somit nicht mehr dicht.“

Dies war mit fast 100.000 Euro auch der teuerste Brocken des Vorhabens. Gefördert wird das Projekt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV mit 190.000 Euro. Landesmittel der Denkmalpflege in Höhe von 20.000 Euro kommen noch hinzu. Während die Stadt Husum 10.000 Euro beisteuert, übernimmt der Kreis Nordfriesland die Ingenieurleistungen und die Ausschreibungen. Die restliche Summe stammt aus dem Asmussen-Woldsen-Vermächtnis.

Bei einer Baubesichtigung zeigte sich Peter Empen sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten. Er ist als Husumer Bürgervorsteher Vorsitzender der Stiftung. Zurzeit sind Handwerker im Pesel, der früheren „guten Stube“, beschäftigt. Dort ist bereits der Lehmboden entfernt und durch handgearbeiteten Rotstein ersetzt worden. „Wir wollen den ursprünglichen Zustand wiederherstellen“, sagt Sönke Lorenzen. Auch die Trägerbalken in dem mehr als 30 Quadratmeter großen Raum werden von den Fachleuten unter die Lupe genommen. „Einzelne davon müssen angeblattet werden.“ Das heißt, sie müssen schräg angeschnitten und mit neuem Balken verbunden werden.

Das Ostenfelder Bauernhaus ist das älteste Freilichtmuseum Deutschlands: Begründet wurde es im Jahr 1899. Es war der Husumer Lehrer Magnus Voss (1885 bis 1905), der das vor 1600 errichtete Gebäude für seine Heimatstadt Husum rettete. Damals wollten Dänen das in Ostenfeld befindliche Anwesen erwerben und in ein Freilichtmuseum im Nachbarland versetzen. 1986 wurde das Gebäude ein Raub der Flammen. Bis auf das Fachwerk brannte das Bauernhaus ab. Zwei Jahre später war das Museum wiederaufgebaut. Seit 1997 wird das Haus vom Museumsverbund Nordfriesland geleitet. Es bietet Besuchern einen Einblick in die bäuerliche Lebenswelt.

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