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Husumer Nachrichten

17. November 2017 | 18:53 Uhr

Olderup : „Singen ist pure Meditation“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Gospelchor Olderup wünscht sich noch mehr tiefe Stimmen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das Weihnachtskonzert.

„Gospelgesang ist für mich pure Meditation“, sagt Inke Jacobsen – und prompt wünschen sich viele ihrer Mitstreiter, ihnen selbst wäre diese schöne Antwort auf die Frage eingefallen, aus welchem Grund sie im Gospelchor Olderup mitsingen. „Treffender hätte es wohl niemand formulieren können“, darin sind sich die 44 Sängerinnen und Sänger einig.

Dabei haben auch sie ihre guten Gründe: Gudrun Reimer aus Hattstedt schöpft zum Beispiel „Kraft, Trost und Freude“ aus dem Gesang, während Conny Andresen aus Arlewatt auf die tolle Gemeinschaft schwört, der sie seit 18 Jahren mit ungebremster Begeisterung angehört. Der Hattstedter Andreas Gautsch ist froh, dass er diese Leidenschaft mit seiner Frau Jutta teilen kann: „Im Chor finden wir die Zeit füreinander, die uns im Alltag oft fehlt, außerdem bringen mich die Damen hier immer zum Lachen“, sagt er. Die Rolle als „Hahn im Korb“ teilt er sich mit Sebo Schmidt aus Silberstedt, der dem Gospelsound Anfang der 60er Jahre verfallen ist und der vor allem deshalb jede Woche gerne zur Probe ins Olderuper Gemeindehaus kommt, „weil alle hier so nett sind“.

Er selbst ist übrigens der Grund dafür, dass Kirsten Schirmacher vor zehn Jahren dazu gestoßen ist. Oder vielmehr seine wohltönende Bassstimme: „Als ich zum ersten Mal bei einer Probe dabei war, wurde ‚Holy is the lamb‘ angestimmt, und Sebo sang das Solo. Mir standen die Nackenhaare zu Berge, so schön und bewegend war das. Da wusste ich: Hier bin ich richtig“, sagt die Mildstedterin. Wie sie kann sich niemand aus der Gemeinschaft vorstellen, jemals auf das Singen zu verzichten. „Es verbindet uns über Generationen hinweg“, sagt Erika Jürgensen aus Olderup, die gemeinsam mit ihren beiden Töchtern dabei ist.

Überhaupt sind erstaunlich viele junge Frauen mit von der Partie. Ebenso besonders ist sicher, dass der im Februar 1999 gegründete Chor immer noch mehr als ein Dutzend Gründungsmitglieder zählt. Und die erinnern sich gerne an die Anfänge, die bis ins Jahr 1998 zurückreichen: „Anke Steensbeck initiierte damals in Bredstedt einen Gospel-Projektchor, der sich nach dem Abschiedskonzert in der Olderuper Kirche nicht einfach auflösen, sondern unbedingt weitermachen wollte“, erzählt Gudrun Reimer. Inke Raabe, die damals Pastorin in der Gemeinde war, nahm die Gospelsänger mit offenen Armen in „ihrer“ Kirche auf und sorgte dafür, dass sich der Chor hier von Anfang an sehr wohl fühlen konnte. „Die Kirchengemeinde unterstützt uns bis heute ausgesprochen großzügig“, betont Elfriede Görtzen aus Arlewatt, ebenfalls seit der ersten Stunde dabei.

Wie alle „alten Hasen“ denkt sie gerne an die Kirchentage in Hamburg, Hannover und Düsseldorf zurück, die Nacht der Kirchen auf St. Pauli, die Grüne Woche in Berlin, an diverse Gospel-Workshops und kuriose Erlebnisse auf den Reisen zu den Konzerten, die anfangs häufig auf den Inseln stattfanden. Auf Föhr war das Wetter einmal so schlecht, dass die Sänger einen Wasserturm für einen Kirchturm hielten und diesen Irrtum erst bemerkten, als sie nass bis auf die Haut davor standen. So manches Lied wurde schon im Zug angestimmt, sehr zur Begeisterung der Mitreisenden. „Für ein Hochzeitskonzert sind wir sogar bis nach Helgoland gereist, und bei den Ringelganstagen auf Hooge und Langeneß übernahmen wir mal die Patenschaft für eine Ringelgans“, erzählt Marga Erichsen.

Auf Anke Steensbeck, die immer viel Wert darauf gelegt hatte, dass der Gesang mit viel Schwung präsentiert wurde und diese Begeisterung auf die Zuhörer überschwappen konnte, folgte 2013 mit Igor Vlassov ein Chorleiter, der seitdem für noch mehr Professionalität sorgt. Wie gut diese Kombination heute klingt, kann man am 5. November, 19 Uhr, bei einem Konzert in der Kirche zu Treia hören und natürlich beim traditionellen Weihnachtskonzert am 3. Dezember, 19 Uhr, bei freiem Eintritt in der Olderuper Kirche. Das Repertoire umfasst traditionelle Gospels und Spirituals, enthält aber auch aktuelle Songs in mehreren Sprachen.

„Wir freuen uns über jeden, der mitsingen möchte und ganz besonders über Männer oder Frauen mit einer tiefen Stimme, denn wir brauchen noch Verstärkung im Tenor und im Bass“, sagt Igor Vlassov. Geprobt wird mittwochs ab 19.45 Uhr im Gemeindehaus Olderup. „Notenkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, und es muss auch niemand alleine vorsingen“, betont Marga Erichsen, die unter Telefon 04843/489 gerne weitere Auskünfte gibt.

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