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Gefahr durch Böller und Raketen : Silvesterspaß: Eine Frage der Vernunft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kreisverwaltung mahnt verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerkskörpern an – und die Polizei warnt vor Gefahren illegaler Pyrotechnik.

Der Countdown läuft: Laut und bunt geht es zu, wenn (offiziell) ab Mitternacht das neue Jahr begrüßt wird. Böller und Raketen gehören – bei den einen mehr, bei anderen weniger – zum unverzichtbaren Standardrepertoire. Da macht Nordfriesland keine Ausnahme. Allerdings sind hier doch einige Einschränkungen und Regeln zu beachten – damit aus dem Silvesterspaß nicht plötzlich bitterer Ernst wird.

So weist der Kreis am heutigen letzten Tag des Jahres noch einmal eindringlich darauf hin, dass Knaller nur heute und am morgigen 1. Januar gezündet werden dürfen – außer in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altenheimen. Auch der Einsatz von Sky- oder Himmelslaternen ist grundsätzlich verboten.

Über diese Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz hinaus verfügen alle Amts- und Stadtverwaltungen auf dem nordfriesischen Festland ein Abbrenn-Verbot für Feuerwerk im Bereich von 200 Metern um Reetdachhäuser herum. Einige Gemeinden haben nach Auskunft ihrer Ordnungsbehörden verschärfte Abbrenn-Verbote erlassen, heißt es dazu aus dem Husumer Kreishaus weiter. Auf Amrum ist Feuerwerk vollständig untersagt, auf Föhr nur an Stränden und auf Deichen erlaubt. In St. Peter-Ording und auf Sylt darf kein Feuerwerk gezündet werden. Ausnahmen gelten lediglich für professionelle Feuerwerker, die eine entsprechende Prüfung bestanden haben und einen Erlaubnisschein vorlegen können. Auf Pellworm ist das Knallen im Umkreis von 300 Metern um reetgedeckte Gebäude herum verboten. Auf den Halligen gilt eine Entfernung von 300 Metern vom Warftfuß.

Landrat Dieter Harrsen fordert alle Eltern dazu auf, darauf zu achten, dass auch ihre Kinder sich an die Verbote halten: „Böller wie Raketen, Knallfrösche und Kanonenschläge dürfen nicht an unter 18-Jährige abgegeben werden. Das gilt auch innerhalb der Familien, in denen immer wieder Eltern oder ältere Geschwister den Jüngeren Feuerwerkskörper überlassen.“ Wer Feuerwerkskörper abschießt oder Himmelslaternen aufsteigen lässt, ist für daraus entstehende Schäden verantwortlich. Bei Verstößen gegen Abbrenn-Verbote drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro.

Alle Jahresenden wieder warnt auch die Polizei ausdrücklich vor im Ausland erworbenen, illegalen Feuerwerkskörpern: „Der Umgang mit dieser Pyrotechnik ist äußerst gefährlich und mit extremen Risiken verbunden.“ Die Bundespolizei registriert laut Pressemitteilung ab Dezember stets eine zunehmende Einfuhr von nicht zugelassenen Feuerwerks- und Knallkörpern, besonders aus Polen und Tschechien. Mangelhafte Verarbeitung und die Verwendung von Industriesprengstoff können – selbst bei korrekter Anwendung – zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen. Aufgrund der bestehenden Gefahren hat der Gesetzgeber den Import von nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern unter Strafe gestellt. Wer solche Feuerwerkskörper dennoch nach Deutschland einführt, verstößt gegen die Vorschriften des Sprengstoff- und/oder des Zollrechts. Diese können mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.

Es gilt: Jeder Umgang mit und jede Einfuhr von nicht zugelassener Pyrotechnik ist in Deutschland verboten. Ausschließlich Artikel mit BAM-Zulassungszeichen und CE-Zeichen sind erlaubt. Zu beachten ist daher, dass nur zugelassene Qualitätsprodukte bei autorisierten Händlern erworben werden. Entscheidend ist, dass Feuerwerkskörper mit einer Identifikationsnummer – der BAM-ID-Nummer – und dem CE-Zeichen gekennzeichnet sind. Feuerwerkskörper, die bis zum 30. September 2009 eine BAM-Zulassung erhalten haben, sind bis zum 3. Juli 2017 weiterhin gültig und müssen das Zulassungszeichen der BAM aufweisen: BAM PI oder PII – und eine vierstellige Nummer. Hinweise zu Feuerwerkskörpern, die nicht den Sicherheitsnormen entsprechen, werden von jeder Polizeidienststelle sowie der Bundespolizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800/6888000 entgegengenommen.

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erstellt am 30.Dez.2015 | 19:34 Uhr

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