Jahreswechsel : Silvester in Husum: Dauerregen dämpft Knalleffekte

Immer wieder schön anzuschauen: das Feuerwerk rund um den Hafen.
Immer wieder schön anzuschauen: das Feuerwerk rund um den Hafen.

Der Jahreswechsel in Husum verlief diesmal besonders ruhig. Polizei und Feuerwehr schrieben das auch dem Wetter zu.

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01. Januar 2018, 20:30 Uhr

„Ich denke, das Wetter hat uns in die Karten gespielt“, fasste Siegfried Carstens, Dienststellenleiter der Polizeistation Husum, die Ereignisse der Silvesternacht zusammen. Tatsächlich mussten die Ordnungshüter nur 22 Mal ausrücken, um Streitigkeiten zu schlichten oder Anzeigen wegen ruhestörenden Lärmes nachzugehen. Immer noch mehr als genug, aber deutlich weniger als in den Vorjahren, die ihrerseits schon „recht ruhig verlaufen sind“.

Eine Einschätzung, die auch Frank Dostal teilte. Er koordinierte die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr und war eigentlich erst richtig gefordert, als die Nacht der Nächte schon vorbei war und in Schobüll eine Dachgeschoss-Wohnung ausbrannte (siehe Bericht auf Seite 7).

Tatsächlich dürfte der kurz vor Mitternacht einsetzende Dauerregen seinen Teil dazu beigetragen haben, dass es, zumindest auf der Straße, vergleichsweise ruhig zuging. Und auch am nächsten Morgen sah es – von den offenbar unvermeidlichen Epizenten der alljährlichen Neujahrs-Knallerei abgesehen – aus, als habe es die Silvesternacht gar nicht gegeben oder der Räumdienst schon früh ganze Arbeit geleistet. Alles Grau in Grau – das kennen die Husumer, aber dieser Regen . . .

Die Polizei war diesmal vor allem mit Anzeigen wegen ruhestörenden Lärms beschäftigt. Dabei ging es weniger um Böller und Raketen als um allzu ausgelassene und nicht enden wollende Partys. Nur ein einziges Mal waren die Freunde und Helfer gefordert, eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen zwei Männern zu beenden. „Das haben wir auch schon anders gehabt“, sagte Carstens.

Die Feuerwehr kam da schon eher in den zweifelhaften Genuss überbordender Lebensfreude zum Jahreswechsel. Bereits um 19.15 Uhr musste sie ausrücken, um einen Container in der Schönlanker Straße zu löschen. Und nach Mitternacht brannten drei Altkleider-Container auf dem Gelände eines Baumarktes. „Das hat uns fast eineinhalb Stunden beschäftigt“, sagt Dostal, denn die Container waren bis obenhin voll. „Wir mussten schweres Gerät einsetzen, um sie aufzubrechen und weitere Schwelbrände zu verhindern. „Erhöhte Routine“ also, aber das hört sich am Ende immer harmloser an als es ist. Und auch das geht nur, „weil das ganze Team funktioniert“, sagt Dostal, der persönlich den Eindruck hat, als gehe die Zahl derer, die gern mit Böllern um sich werfen, kontinuierlich zurück. Stattdessen seien spektakuläre Lichteffekte gefragt.

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