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Aus ganz deutschland zum feiern in den Norden : Silvester-Flüchtlinge zieht es nach Nordstrand

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Familie Rosenkranz aus Düren verbringt Silvester auf der Halbinsel Nordstrand: Die Wohnmobilisten feiern dort mit 100 Gleichgesinnten. Alle verbindet der Wunsch nach einem Jahreswechsel ohne Knalleffekte.

Silvester auf Nordstrand: Essen im Kuhstall, Tanz in der Scheune und keine Böllerei. Ein Feuerwerk wird es zwar zum Jahreswechsel geben, allerdings in weiter Ferne und das ist auch gut so. Jedenfalls finden dies rund 100 Wohnmobilisten, die im „WoMo-Land“ bei Michael Knecht und Axel Bertram ihre Stellplätze bezogen haben. Einige der Reiselustigen sind Wiederholungstäter, andere zum ersten Mal auf Nordstrand, um gemeinsam Silvester zu feiern.

Dass sie sich nicht alle kennen, spielt keine Rolle. Themen, die jeden der Gäste interessieren und bei denen man schnell ins Gespräch kommt, gibt es zu Genüge. Schließlich eint alle die Lust am Reisen – auf unabhängige Art und Weise per Wohnmobil. So hat jeder viele Geschichten von unterwegs zu erzählen, langweilig wird es nie.

Sylvana und Arnd Rosenkranz aus Düren in Nordrhein-Westfalen sind zum dritten Mal auf Nordstrand, um mit ihrem Sohn Marc ein stilles Silvester zu feiern, wobei sich das Wort „still“ ausschließlich auf die Nicht-Knallerei bezieht. „80 Prozent der Gäste sind mit Haustieren unterwegs und die freuen sich, einen ruhigen Ort gefunden zu haben“, erzählt Sylvana Rosenkranz.

Die Eheleute Rosenkranz haben mit ihrem Junior schon viele Ecken im In- und Ausland bereist und viel erlebt. Etwa 120 Tage im Jahr sind sie unterwegs. „Wir sind in einer halben Stunde fahrbereit. Bis auf den Inhalt des Kühlschranks ist unser Wohnmobil mit allem bestückt, was wir brauchen, und deshalb können wir sehr spontan sein“, erklärt Sylvana Rosenkranz. Dass die Familie dann auf 20 Quadratmetern leben muss, stört keinen. Im Sommer spielt sich das Leben ohnehin größtenteils im Freien ab, ansonsten ist es auch kein Problem, denn „gestritten wird eher zu Hause“, schmunzelt das Paar.

Eindrücke von ihren Touren hat Arnd Rosenkranz auf einer Internetseite zusammengefasst und diese zusätzlich mit Informationen rund um Wohnmobile gespickt (www.camperboard.de). Seine Ehefrau nimmt sich die Zeit, um andere Camper auf besondere Stellplätze aufmerksam zu machen (www.stellplatzring.de).

„Nett und ruhig feiern“, wollen auch Angelika und Uwe Jakubassa aus Lübeck. Der Jahreswechsel 2013/2014 auf Nordstrand ist für das Paar eine Premiere. Seit drei Jahren tingeln sie mit ihrem Wohnmobil umher; beide sind Rentner und genießen die Zweisamkeit. „Wenn wir unterwegs sind, erleben wir jeden Tag eine neue Überraschung. Es ist schön, nicht zu wissen, was einen erwartet.“ Die vergangenen 15 Jahre feierten sie in Travemünde am Strand Silvester, nun sollte es mal etwas anderes sein. Außerdem verbindet Uwe Jakubassa den Kurztrip mit einer Reise in seine Vergangenheit. „Mein verstorbener Vater, Johannes Friedrich Gottlieb Jakubassa, wurde am 21. Mai 1894 in Witzwort geboren, gestorben ist er 1957. Der Witzworter Pastor war sofort bereit, mir zu helfen. Er holte die Kirchenbücher heraus und fand ihn sogar. Ich hätte gerne mehr Informationen über meinen Vater. Vielleicht kann mir jemand helfen?“

Ruhe, Besinnlichkeit und vor allem „keine volltrunkenen Leute“ – darauf freut sich Udo Kretzer aus Bremen besonders. „Wir sind schon ein paar Tage hier, und ich muss sagen, dass es sehr schön ist.“

Auch die Gastgeber, Michael Knecht und Axel Bertram, freuen sich auf bekannte und unbekannte Gesichter. Alles ist vorbereitet für das gemeinsame Essen im umgebauten Kuhstall und die anschließende Silvesterfeier mit Musik vom Plattenteller in der gemütlichen Scheune. Ein paar Tage nach Neujahr gönnen auch sie sich Urlaub. Mit dem Wohnmobil versteht sich. Und wohin soll es gehen? „Mal schauen. Entweder in den Schnee oder in die Sonne.“

Da ist sie wieder, die Freiheit, die das Reisen mit einem solchen Gefährt mit sich bringt. Losfahren – und sofort den Alltag hinter sich lassen. „Alles ist möglich“, fasst es Sylvana Rosenkranz zusammen. Sie hat sich gerade mit einigen Frauen für Frühjahr 2014 auf Nordstrand verabredet. „Dann gründen wir einen Strickkreis.“

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