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Kreative Oldensworterin : Sie erschafft gern heile Welten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Künstlerin Ulla Knütel aus Oldenswort widmet sich auch dem Schreiben. Krimis sind allerdings nicht ihr Ding. Sie gestaltet lieber Geschichten mit glücklichen Ende.

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erstellt am 03.Apr.2016 | 11:00 Uhr

„Ich tue mich so schwer, Menschen etwas Böses anzuschreiben“, sagt Ulla Knütel. „Mir ist die heile Welt in meinen Geschichten lieber. Deswegen schreibe ich auch keine Krimis.“ Mord und Totschlag sind ihre Sache nicht. Die Autorin, die sich bislang als Künstlerin einen Namen gemacht hat, widmet sich in ihren Geschichten ganz normalen Menschen, die auf ihrem Lebenspfad manchen Um- und Irrweg in Kauf nehmen müssen. Wer unaufgeregte Geschichten mit viel Herz mag, der ist bei Ulla Knütel genau richtig. Nach dem Band „Oktobernacht“ mit acht Erzählungen ist nun ihr zweites Buch „Black Point“ in kleiner Auflage im Selbstverlag erschienen.

So ganz ohne Tote und spannende Verwicklungen kommt sie allerdings nicht aus. Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Luisa und Valerius. Sie sind Engländer. Die Geschichte beginnt jedoch in Wismar. Valerius arbeitet in der Stadt als Lehrer. Er und seine Schwester sind dorthin gezogen, nachdem ihr Ehemann in der Hochzeitsnacht ums Leben kam. Valerius geriet in Verdacht. In Wismar verliebt er sich in die Frau des Schulleiters. Bis zum Happyend müssen die Geschwister etliche Schwierigkeiten meistern. Eine unheimliche Rolle spielt dabei der Leuchtturm „Black Point“.

Zu dieser Geschichte wurde Ulla Knütel von einem Bild ihres Mannes, des Künstlers Raimund Behrend, inspiriert. Es zeigt den von Sagen umwobenen Phare de Tévennec, der mitten im Meer vor der Westküste der Bretagne liegt. Angeblich sollen die Leuchtturmwärter dort von den Hilferufen der Geister in Seenot geratener Matrosen in Angst und Schrecken versetzt worden sein. Damit er besser in die Handlung passt, verlegte Ulla Knütel ihn kurzerhand an die Südküste Englands.

Für sie ist die Schriftstellerei eine weitere Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Bislang lag ihr Schwerpunkt auf der Malerei. Seit mehr als 20 Jahren lebt sie mit ihrem Mann in Oldenswort. Beide sind Mitglied im Verein Kunstklima, dem viele Kunstschaffende auf Eiderstedt angehören.

Geschrieben hat sie schon in ihrer Jugend. Aber sie korrigiert sich gleich: „Ich schreibe gar nicht, es schreibt. Wenn ich anfange, weiß ich nicht, wie sich die Geschichte entwickelt. Das plane ich nicht. Es ist wie beim Lesen, da weiß man auch nicht, wie das Kapitel endet.“ Beim Malen habe sie dagegen das Bild vor Augen, bevor sie loslegt. In ihrem Atelier entstehen nicht nur ihre Bilder, sondern auch ihre Bücher. Doch nur, wenn sie Lust zum Schreiben hat. „Ich genieße diese Freiheit sehr.“

Völlig frei ist sie auch in der Wahl von Schauplatz, Figuren und Handlung. „Das hat überhaupt nichts mit eigenen Erlebnissen oder meinem Privatleben zu tun.“ Die Städte und Dörfer, in denen ihre Geschichten spielen, findet sie im Internet, da schaut sie sich Luftbilder an. „Dann suche ich mir ein nettes Städtchen aus.“ Dabei frönt Ulla Knütel gern ihrer Schwäche für die britischen Inseln. Derzeit arbeitet sie an einer Geschichte, die in Schottland spielt. Und auch da weiß sie noch nicht, wie sie endet.

Die Bücher von Ulla Knütel sind im Treffpunkt Oldenswort, Dorfstraße, und im Alten Rathaus in Garding erhältlich.

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