St. Peter-Ording : Sicherheit am Strand

Nils Koch (2. v. r.) am Ordinger Strand im Gespräch mit Bauhof-Leiter Jürgen Reimers, Dr. Christiane Kaden, Matthias Ludwig und Johannes Mahnsen (v. l.).
Nils Koch (2. v. r.) am Ordinger Strand im Gespräch mit Bauhof-Leiter Jürgen Reimers, Dr. Christiane Kaden, Matthias Ludwig und Johannes Mahnsen (v. l.).

Vor Beginn der Badesaison werden die fünf Badestellen von St. Peter-Ording bei der Strandabnahme genau unter die Lupe genommen.

von
27. Mai 2018, 11:00 Uhr

Es ist ein warmer Tag, viele Gäste tummeln sich am Strand von St. Peter-Ording, genießen Sonnenschein und ein erstes kühles Bad. Aber für die Gruppe rund um Nils Koch, technischer Leiter der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording (TZ), ist es ein ernster Arbeitstag, wenn auch im angenehmen Strand-Ambiente. Denn heute sollen die fünf Badestellen zwischen Böhl im Süden und FKK im Norden bei der Strandabnahme auf Sicherheit geprüft werden. Dazu sind neben Vertretern der TZ und des Amtes Eiderstedt auch Betriebsärztin Dr. Christiane Kaden und Sicherheitsingenieur Matthias Ludwig vom BAD (Betriebsärztlicher arbeitsmedizinischer Dienst) Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik aus Heide angereist. Ludwig ist zuständig für die Arbeitssicherheit. Ferner wird Michael Jacobs vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Tönning kontrollieren, ob die Bojen in den einzelnen Strandabschnitten ordnungsgemäß ausgelegt sind.

Erster Anlaufpunkt ist die kleinste Badestelle am Südstrand. Während Jacobs unter anderem die Bojen zählt, die den Bereich des Priels für die Vögel von dem für die Schwimmer und Wassersportler trennt, untersucht Ludwig Halterung und Stahlseil des Rettungsboots. Sie zeigt Verschleiß und sollte erneuert werden, mahnt er an. Derweil checkt seine Kollegin die Ausstattung für medizinische Notfälle im Pfahlbau: „Alles in Ordnung“, erklärt Dr. Christiane Kaden. „Es gibt eigentlich nie etwas zu beanstanden. Das sind hier Profis.“ Jede Badestelle hält neben einem Behandlungsraum auch eine Trage, einen Defibrillator, ein Beatmungsgerät, eine Absaugung und Medikamente bereit. „Sie sind genauso ausgerüstet wie ein professioneller Rettungsdienst“, lobt Kaden. Denn zu kleineren und größeren Notfällen kommt es im Sommer täglich am Strand – das reicht von der Schnittverletzung, wenn jemand auf eine Muschel getreten ist, über Kreislaufprobleme bis hin zu Herzinfarkt oder Zuckerschock.

Die hunderttausende Tagesgäste und Urlauber, die sich jedes Jahr am Strand tummeln, werden im Sommerhalbjahr nicht sich selbst überlassen. An den fünf Strandabschnitten wachen jeweils ein Badestellen-Leiter mit ein bis zwei Rettungsschwimmern über die Badegäste. In der Sommerferienzeit kommen noch 20 ehrenamtliche DLRG-Mitglieder hinzu, in der Vor- und Nachsaison sind es zehn, wie der oberste Chef der Badestellen, Johannes Mahnsen erklärt. Er kennt den Strand wie seine Hosentasche, arbeitet er doch schon seit 41 Jahren für die TZ und ihren Vorgängerbetrieb.

Auch Christoph Thimm und Elisabeth Niehus von der Amtsverwaltung sind zufrieden mit der Begutachtung. Anhand einer Checkliste kontrollieren sie, ob alles vorhanden ist, was da sein muss, und ob es am richtigen Platz ist, wie die Ferngläser für die Rettungsschwimmer, Krankentrage, Hinweisschilder und Fahnenmast, an dem beispielsweise bei Sturm oder Nebel die Warnzeichen für die Badegäste aufgezogen werden. Im Auto geht es weiter nach Böhl, zum FKK-Strand, zur Badestelle Bad und schließlich zum beliebten Ordinger Strand. Alles in Ordnung signalisieren die Prüfer und freuen sich über das schöne Wetter, das sie an diesem Tag begleitet.

Nils Koch ist zufrieden, trägt er doch die Verantwortung nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für die Infrastruktur am Strand mit Pfahlbauten, Versorgungsleitungen, Sanitäranlagen, Podesten und Stegen. Im nächsten Jahr wird die Runde schon das neue Mehrzweckgebäude begutachten können, das derzeit am Ordinger Strand entsteht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen