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Finanzielle Einigung : Senvion: Sozialplan für Mitarbeiter steht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Windkraftanlagen-Hersteller schließt sein Husumer Werk zum 31. August – ein potenzieller Käufer soll parat stehen.

Für die vom Verlust ihres Arbeitsplatzes betroffenen Mitarbeiter des Windkraftanlagen-Herstellers Senvion steht der Sozialplan mit seinen finanziellen Regelungen. Es werde außerdem eine Transfergesellschaft gegründet, teilte die Geschäftsführung von Senvion gestern in Hamburg mit. Das Unternehmen habe sich mit den Arbeitnehmervertretern auf die wesentlichen Eckpunkte geeinigt. Die Details sollen bis zum kommenden Wochenende ausgearbeitet werden. Der Sozialplan hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ein Volumen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Betrags.

Die Senvion-Standorte Husum, wo 100 Beschäftigte ihren Job verlieren, und Trampe werden dem Unternehmen zufolge zum 31. August dieses Jahres geschlossen. Für beide Werke gebe es potenzielle Käufer, berichtete Senvion-Sprecher Immo von Fallois. Der Standort in Eberswalde wird zum Jahresende und die Fertigung von Rotorblättern bei Powerblades Bremerhaven zum 31. Januar 2018 geschlossen. Für das dortige Gondelwerk sei eine Standortsicherung bis Ende 2019 vereinbart worden. Die Transfergesellschaft soll ihre Arbeit am 1. September aufnehmen und deren Mitarbeiter maximal ein Jahr lang unterstützen. Alle Auszubildenden können ihre Ausbildung bei Senvion zu Ende führen.

Insgesamt will Senvion in Deutschland 730 Stellen streichen. Kommen die Verkäufe der Werke zustande, könnten sich Senvion-Mitarbeiter an den Standorten neu bewerben, hieß es gestern auch. Des Weiteren seien Versetzungen angeboten worden, erläuterte der Sprecher. Hierbei gebe es ebenfalls finanzielle Unterstützung.

Das Unternehmen muss sich nach eigenem Bekunden „kostengünstiger, effizienter und schlanker aufstellen, um auf dem globalen Markt Erfolg zu haben“. Senvion hat weltweit mehr als 4500 Mitarbeiter.

„Das vorliegende Gesamtpaket ist eine akzeptable Lösung, um die sozialen Nachteile für die Beschäftigten abzufedern“, erklärte Dr. Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg und Unternehmensbeauftragter für Senvion: „Der Protest der Beschäftigten hat den nötigen Druck in den Verhandlungen dafür aufgebaut.“ Bernhard Band, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates Senvion, bedauerte: „Leider konnten wir mit den von den Betriebsräten entwickelten Alternativ-Konzepten keine der Schließungen verhindern. Dennoch gelang es im Zuge der Verhandlungen, einige Entlassungen zu vermeiden. Es bleibt der Verlust von vielen, teils langjährigen Kolleginnen, Kollegen und Freunden, die an den traditionsreichen Standorten Husum und Trampe maßgeblich am Erfolg von Repower  /  Senvion beteiligt waren.“

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erstellt am 02.Aug.2017 | 07:00 Uhr

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