Angekündigte Werks-Schließung : Senvion macht Husum keine Hoffnungen

Senvion-Anlagen am Husumer Außenhafen.
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Senvion-Anlagen am Husumer Außenhafen.

Die Senvion-Produktion ist nicht in Husum zu halten, bekräftigt der Windenergieanlagen-Hersteller. Offen bleibt, was aus dem Service wird.

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23. März 2017, 11:00 Uhr

„Der Produktions-Standort Husum ist nicht zu halten.“ Das bleibt nach Aussagen von Senvion-Sprecher Dr. Immo von Fallois der aktuelle Sachstand. Der Windenergieanlagen-Hersteller hat angekündigt, das Husumer Werk im Mai schließen und rund 100 Mitarbeiter entlassen zu wollen.

Gegenüber Wirtschaftsminister Reinhard Meyer haben Unternehmens-Verantwortliche jedoch ihre Bereitschaft signalisiert, noch einmal darüber nachzudenken, wo Senvion künftig seinen zentralen Anlagen-Service in Schleswig-Holstein ansiedeln wird. Zuletzt stand dafür Schleswig in Rede – „aber da gibt es noch Diskussionen“, so Fallois. Ob auch Husum in Frage kommen könnte, ließ er offen.

Das Senvion-Innovationszentrum wird laut Fallois dagegen „defintiv“ am Standort Osterrönfeld belassen und soll sogar noch gestärkt werden. Dazu werde der Entwicklungs-Etat auf rund 80 Millionen Euro verdoppelt, erklärte er unserer Zeitung. Das Unternehmen bleibe Schleswig-Holstein erhalten.

Dafür, dass in Nordfriesland weiter um den Erhalt der Produktionsstätte in der Kreisstadt gerungen wird, äußerte der Senvion-Sprecher Verständnis: „Wir sehen die Tradition Husums als Wiege der deutschen Windenergie-Nutzung – deshalb ist der Schritt auch sehr hart.“ Aber eben nicht zu ändern, wie Minister Meyer vermittelt worden sei.

Für Zwei-Megawatt-Anlagen gebe es in Deutschland keinen Markt und überdies zu viele politische Restriktionen. International laufe das Senvion-Geschäft dagegen gut. Für die vom Aus des Husumer Werks betroffenen Mitarbeiter strebe das Unternehmen entweder interne oder aber sozialverträgliche Lösungen an – „so sozial wie möglich“, versicherte der Senvion-Vertreter.

Derweil gibt es dem Vernehmen nach bereits erste – chinesische und deutsche – Interessenten, die Interesse an Produktionsflächen und Personal angemeldet haben sollen. Bestätigt sind diese Informationen allerdings nicht.

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