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Erste Siedlung von Garding : Sensationeller Fund in Baugrube

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Garding wurden Reste einer frühgeschichtlichen Siedlung entdeckt. Das Archäologische Landesamt hat die Untersuchungen auf der Baustelle für ein Pflegeheim an der B202 übernommen.

Wenn etwas brodelt, dann ist es immer zuallererst die Gerüchteküche, so auch in Garding im Zusammenhang mit dem geplanten Pflegeheim neben dem Harde-Huus. Der Auslöser: Die Anfang Januar begonnenen Bauarbeiten wurden von einem Tag auf den anderen eingestellt und ruhen seitdem. Warum das so ist, darüber informierte Sven Jacobsen vom Amt Eiderstedt, zuständig für den Fachbereich II Bauen und Entwicklung, in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses von Garding. Auf keinen Fall hat der Baustopp mit der Unterbringung von Flüchtlingen im benachbarten Harde-Huus zu tun. Dort leben einige Senioren mit Asylbewerbern unter einem Dach (wir berichteten). Der Grund für den Stopp hat vielmehr mit anderen Bauaktivitäten zu tun – vor vielen hundert Jahren haben sich dort bereits Menschen niedergelassen.

Nach dem Start der Baggerarbeiten im Januar entdeckten Arbeiter im Erdreich einen großen Balken, der Ähnlichkeit mit einer Eisenbahnschwelle hatte. Das Archäologische Landesamt in Schleswig wurde umgehend informiert. Dessen Fachleute stellten fest, dass das Relikt zum Fundament eines der ersten auf Eiderstedt gebauten Häuser gehören muss, also bis zu 1800 Jahre alt sein könnte. Sie sicherten als erstes die Baugrube. Die Untersuchungen dauern noch an. Nach der endgültigen Auswertung – sie wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen – wollen die Wissenschaftler die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen. Fest stehe schon jetzt, so Jacobsen, dass es hier um einen wesentlichen Teil der Bau- und Kulturgeschichte Eiderstedts gehe. Das Baugrundstück liege, das hätten die Experten zudem schon verlauten lassen, genau auf dem Übergang zwischen Geest und Marsch.

Der Investor Klaus van Döllen will daher dem künftigen Seniorenzentrum den Namen „Haus am Geestrücken“ geben. Er habe die Untersuchungen auch zusätzlich finanziell unterstützt. „Die Arbeiten sollen am 8. März wieder aufgenommen werden“, so Jacobsen weiter. Das bauausführende Unternehmen will versuchen, den Zeitverzug aufzuholen: Denn es ist nach wie vor geplant, dass der Einzug der ersten Bewohner Anfang des kommenden Jahres erfolgen soll. 60 Plätze in zehn Wohngemeinschaften sollen in dem Heim vorgehalten werden, so van Döllen auf Anfrage und betonte: „Ich unterstütze die Freilegung der Relikte gern, denn ich halte das für wichtig.“

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