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Ortstermin in Husum : Senioren auf Erkundungs-Tour

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zu Fuß und per Rad unterwegs in der Storm-Stadt: In mehreren Gruppen haben sich Senioren auf den Weg gemacht, um die Verkehrssituation zu erkunden, Mängel aufzudecken und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Auch in diesem Jahr gingen und fuhren die Veranstalter und Teilnehmer der Initiative „Sicher fahre ich Rad“ wieder durch die Husumer Innenstadt, um Mängel im Verkehrswesen ausfindig zu machen. Und selbst wenn mit rund 25 nur ein Drittel der Mitstreiter des Vorjahres auf Ortstermin waren, konnte der Seniorenbeirat die von ihm ins Leben gerufene Aktion durchaus wieder als Erfolg verbuchen.

Vor dem Start begrüßte der Vorsitzende des Beirats, Gernot von der Weppen, seine Gäste im Foyer des Rathauses. Auch Ordnungsamtsleiter Günter Zumach ergriff bei dieser Gelegenheit das Wort und erklärte scherzend, dass er sich über sein letztes Jahr als Mitveranstalter dieser Initiative freue – und im nächsten Jahr sei er dann als Pensionär unter den Teilnehmern zu finden.

Nachdem fünf Gruppen gebildet waren – zwei für Fußgänger, zwei für Radfahrer und eine für Rollstuhl- und Rollatoren-Benutzer – wollte man sich auf den Weg machen. Die Rollstuhl/Rollatoren-Gruppe entschied sich dann aber spontan dafür, doch lieber im Rathaus zu bleiben und die ihnen bekannten Mängel aus dem Gedächtnis zu notieren – es hatte nämlich mittlerweile angefangen zu regnen. Die anderen vier Gruppen trotzten dem Wetter und nahmen sich unterschiedliche Gebiete Husums vor.

Karl-Friedrich Bumb, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, leitete eine der Fußgängergruppen. Diese hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Szenario „Ankunft in Husum“ nachzustellen. Und so hatte man sich entschieden, zuerst den Bahnhof aufzusuchen. Hier konnte die Gruppe keinerlei Mängel feststellen: Die umfangreiche Beschilderung für Fußgänger und Radfahrer und die Wege über die Straße – gesichert durch Ampel und Zebrastreifen – stellten die Kritiker zufrieden. Da Besucher auch mit dem Bus nach Husum reisen, war das nächste Ziel der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB). Auf dem Weg dorthin erklärte Bumb der Gruppe, dass der Radweg in der Herzog-Adolf-Straße auf der Seite der Berufsschule nur Richtung ZOB befahren werden dürfe. Das war einigen Teilnehmern neu, hatten sie doch schon häufig anderes – unkorrektes – Verhalten beobachten können.

Am ZOB angekommen, berichtete Zumach Positives: „Die Unfallrate im stark befahrenen Bereich des Kreisverkehrs ist – selbst zu Zeiten des Feierabendverkehrs – sehr unfällig.“ Insgesamt konnte die Gruppe auch hier keinerlei Mängel feststellen. An der Ecke Herzog-Adolf-/Ludwig-Nissen-Straße hatten die Teilnehmer dann erstmals etwas zu beanstanden. Sie waren sich einig, dass hier die Beschilderung für Fußgänger fehlt, die diesen den Weg ins Zentrum oder zum Hafen zeigt. Der Missstand wurde umgehend notiert. Auf dem Weg Richtung Rote Pforte bemerkte die Gruppe zudem lockere Gehwegplatten in der Ludwig-Nissen-Straße. Auch dieser Mangel wurde schriftlich festgehalten. Über die Großstraße und anschließend durch die Twiete zog die Gruppe weiter Richtung Binnenhafen. Und hier wurden sie mit einem Problem konfrontiert, das von der Weppen schon im Vorfeld der Veranstaltung erwähnt hatte: Die Gestaltung der Bürgersteige sei insbesondere im Bereich des Hafens teilweise unzumutbar für Menschen, die auf einen Rollator oder den Rollstuhl angewiesen sind.

Allerdings lässt sich hier auch eine positive Entwicklung vermelden, wie Teilnehmerin Inge Andresen wusste: „Vieles von dem, was wir in den letzten Jahren bemängelt haben, wurde bereits umgestaltet“, sagte die Schobüllerin. Speziell im Hafengebiet seien es zum Beispiel rollstuhlfreundliche Absenkungen der Bürgersteige an Stellen, an denen häufig die Straße überquert wird.

Abschließend trafen sich die Gruppen noch einmal im Rathaus, wo von der Weppen alle Zettel mit den schriftlich festgehaltenen Mängeln einsammelte. Hauptkritikpunkt der beiden Fahrradgruppen, die von Polizeihauptkommissar Sven Hansen und Kommissar Hans Krahnen begleitet worden waren, war das Fahrverbot für Radfahrer im Schlosspark. Dieses sollte nach Meinung der Teilnehmer aufgehoben werden. Die Rollstuhl- und Rollatorengruppe hingegen forderte unter anderem eine Absenkung des Bürgersteiges im Bereich der Altenbegegnungsstätte.

Auf welche Mängel letztendlich baulich reagiert wird, liegt allerdings nicht in der Hand des Seniorenbeirats. „In den nächsten zwei bis drei Wochen werden die Verbesserungsvorschläge dem Bau- und dem Ordnungsamt vorgelegt“, sagt von der Weppen. Und dann wird man weitersehen.

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erstellt am 07.Okt.2014 | 14:00 Uhr

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