Inselmuseum Nordstrand : Seltene Chronik im Fokus

Nur mit Handschuhen fasste der Ehrenamtler Hans-Harro Hansen (l.) die alte Chronik an.
Nur mit Handschuhen fasste der Ehrenamtler Hans-Harro Hansen (l.) die alte Chronik an.

Im Nordstrander Inselmuseum wurden einen Nachmittag lang historische Stücke präsentiert. Hingucker waren die ansonsten im Schließfach gehütete Heimreich-Chronik sowie das „Nordstrander Landrecht“.

shz.de von
21. Mai 2015, 14:00 Uhr

Beeindruckt waren nicht nur Irmgard und Hans-Peter Tiedemann aus Lütjenholm vom Nordstrander Inselmuseum. Das ehrenamtliche Team mit Museumsleiter Wolf-Dieter Dey zeigte Einheimischen und Gästen einen Nachmittag lang die historischen Ausstellungsstücke.

In lockerer Atmosphäre konnten die Besucher durch die Geschichte des Eilandes und der Region „reisen“. Die meisten nahmen sich jedenfalls viel Zeit dafür. Die Lütjenholmer interessierte am meisten die umfangreiche Sammlung der im Rungholt-Gebiet gefundenen Tonkrüge mit ihren Malereien. Sie selbst hatten im Sommer 1998 einen in der Nähe der Hallig Nordstrandischmoor im Watt gefunden und der Einrichtung zur Verfügung gestellt.

„Unsere Ausstellung wird kontinuierlich erweitert“, sagte Dey. Hingucker waren die Keramiken aus Alt-Gaikebüll, die Darstellung der Nordstrander Häfen nach 1634 sowie die informative Überflutungskarte der sieben Nordstrander Köge.

Kompetente Antworten fand jeder sowohl anhand der Informationstafeln, als auch durch das Museums-Team. „Wir haben einiges gelernt über die Geschichte des untergegangenen Rungholt“, so Annemarie und Helmut Hansen aus Hamburg. Kein Wunder, dass sie sich besonders mit dem Rungholt-Modell, das die Ehrenamtler vor einigen Jahren gebaut hatten, auseinandersetzten.

Aber auch das anhand von Info-Tafeln aufgearbeitete Thema um die Entstehung der Familiennamen interessierten sie. Fasziniert waren die Gäste aus der Hansestadt, mit wie viel Einsatz und Herzblut sich die Freiwilligen einbringen, neue Funde mit Informationen versehen und ins rechte Licht rücken.

Hingucker waren denn auch die ansonsten im Schließfach gehütete Heimreich-Chronik sowie das „Nordstrander Landrecht“. Nur mit Handschuhen durften die Bücher angefasst werden. Aus Privatbesitz konnte vor Jahren eine der seltenen Originalausgaben der ältesten erhaltenen Chronik Nordfrieslands erworben werden. Verfasst hatte sie der Magister und Pastor Anton Heimreich im Jahre 1666 auf der Hallig Nordstrandischmoor.

Auch eine von ihm von der lateinischen in die deutsche Sprache übersetzte Ausgabe des „Nordstrander Landrecht“ überließ der ehemalige Besitzer dem Heimatverein als Betreiber des Inselmuseums. Die Besonderheit dabei: Es gibt nur noch zwei weitere Originalausgaben. Bis zum Jahre 1900 galt es als Gesetz für das Eiland.

Weitere Informationen zum Museum unter: www.nordstrander-

heimatverein.de/9.html

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