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Vorwurf Bandenbetrug : SEK-Einsatz in Mildstedt: Zwei Männer wegen Betrugsverdacht festgenommen

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Gegen die Männer wurde seit Monaten ermittelt. Der Schaden beläuft sich auf rund eine halbe Million Euro.

Mildstedt | Gewerbsmäßiger Bandenbetrug in mehr als 100 Fällen und das Vorenthalten von Arbeitsentgelt – das ist der Vorwurf, mit dem sich zwei Männer konfrontiert sehen, die am Mittwoch von einem Spezialeinsatzkommando in Mildstedt (Kreis Nordfriesland) festgenommen worden sind. Parallel zum dortigen Einsatz wurden Häuser in Rantrum, Elmshorn, bei Bremen und in Berlin durchsucht.

Gegen die beiden Mildstedter und einen mutmaßlichen Mittäter, der in der Nähe von Bremen wohnt, wird nach Auskunft des Kieler Oberstaatsanwalts Michael Bimler schon seit einigen Monaten ermittelt. Sie sollen mehrere Firmen gegründet haben, in denen sie Bulgaren teils nur zum Schein, teils für Hilfsarbeiten beschäftigt haben. Auf dem Papier haben diese Hilfsarbeiter hohe Gehälter von 4000 bis 5000 Euro erhalten – diese Summen seien den Menschen aber nicht ausgezahlt worden, erläutert Bimler die Betrugsmasche weiter. Nach Ablauf der Mindestfrist, die nötig ist, um Arbeitslosengeld zu erhalten, hätten die mutmaßlichen Täter die Mitarbeiter arbeitslos gemeldet und über die Daten der Mitarbeiter oder durch die Mitarbeiter selbst das Arbeitslosengeld selbst eingestrichen.

Der Schaden beläuft sich nach derzeitigem Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft auf rund eine halbe Million Euro. Die Ermittlungen waren nach einem Hinweis der Arbeitsagentur aufgenommen worden.

Da der Verdacht bestand, dass die mutmaßlichen Täter im Besitz von Schusswaffen sind, sei bei den Hausdurchsuchungen am Mittwoch nicht nur der Zoll, sondern auch das SEK vor Ort gewesen, sagte Bimler. In Mildstedt haben die Beamten eine Pistole gefunden, insgesamt seien mehrere Schusswaffen und ein Teleskopschlagstock sichergestellt worden. Außerdem haben die Beamten mehrere „hochwertige Pkw“ sichergestellt. Die beiden Mildsteder sitzen nun in Untersuchungshaft, gegen den mutmaßlichen Mittäter hätten keine Haftgründe vorgelegen, so der Staatsanwalt abschließend.

In Mildstedt hatte der Einsatz für Aufsehen gesorgt. Ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte, schildert die Erlebnisse aus seiner Sicht: „Heute morgen gegen 5.05 Uhr hörte ich ein lautes Gekreische in einem Haus am Ende der Straße. In der Annahme, dass jemand in Not ist, zog ich mich rasch an und begab mich zu Fuß in diese Richtung. Aber es gab kein Durchkommen! Der Übergang war vom Zoll in Zivil mit Privat-Pkw gesperrt. Zu meiner Überraschung stieg ein freundlicher Herr aus dem Wagen und bat mich, meinen Spaziergang wegen polizeilicher Maßnahmen nicht fortzusetzen“, schildert der Mann, „aber das war nur der Anfang meiner Beobachtungen. Nach rund 25 Minuten zogen fünf Mann in Kampfuniform teilweise bewaffnet mit einem Mannschaftswagen ab. Einen weiteren Mannschaftswagen aus Hamburg hatte ich zuvor ausgemacht.“

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erstellt am 12.Jul.2017 | 15:39 Uhr

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