Donnerstags in St. Peter-Ording : Seit Jahrzehnten ein Besuchermagnet

Die Stände der Kunst- und Hobbyhandwerker sind in der Olsdorfer Straße zu finden.
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Die Stände der Kunst- und Hobbyhandwerker sind in der Olsdorfer Straße zu finden.

Das Straßenfest Donnerstag-im-Dorf ist aus dem sommerlichen St. Peter-Ording nicht wegzudenken. Bei gutem Wetter strömen dann tausende Urlauber und Einheimische ins beschauliche Dorf.

shz.de von
22. Juli 2015, 13:00 Uhr

„27 Jahre und kein bisschen leiser“ – „27 Jahre beliebt wie eh und jeh“ – so könnte die Werbung lauten. Gemeint ist das im Sommer wöchentlich donnerstags stattfindende Dorffest mit Kult-Charakter in St. Peter-Ording. Dahinter steht die Interessengemeinschaft Dorf (IG Dorf). Während am ersten Abend wegen des Wetters Abstriche gemacht werden mussten, es kamen wenig Gäste, war der zweite Donnerstag-im-Dorf mehr als gut besucht. Viele Besucher aus der Region sowie Urlauber stürmten im wahrsten Wortsinn die Meile in der Dorfstraße und Olsdorfer Straße. Die wärmende Abendsonne tat das ihre an diesem lauen Sommerabend dazu. Gut gelaunte Menschen tummelten sich auf der kunterbunten Meile, in der für jeden, für Kinder wie Erwachsene, etwas dabei ist. Die meisten ließen sich einfach treiben, klönten, schlemmten oder flanierten einfach mal so durch die Straßen, um Hobby-Kunsthandwerkern über die Schulter zu schauen oder sich Informationen über Aktivitäten der lokalen Vereine und Verbände zu beschaffen.

Hans-Werner Fritsch aus Hamburg zogen die Darbietungen des Shanty-Chors „Die Strandräuber“ magisch an. Die Herren mit einer Dame am Bass hatten mit ihrem maritimen Auftritt ein Heimspiel. „Ich höre so gern Seemannslieder“, gestand der Gast aus der Hansestadt und sang gleich mit. Er sei fast jedes Jahr mindestens zwei- bis drei Mal beim Donnerstag-im-Dorf zu Gast, weil er das familiäre Ambiente schätze. Wenige Meter weiter interpretierte „Curtis“ alias Thomas Gäthje mit Inbrunst Elvis-Titel. Seinem Publikum fiel es nicht schwer, sich im Rhythmus zu bewegen. Das bekannte Eiderstedter Duo „Vio & Lou“ sorgte mit Geige und Gesang für Lounge-Musik und mehr und verbreitete ebenso wie der Liedermacher Rainer Martens vor dem Museum der Landschaft Eiderstedt beste Stimmung. Die Kinder kamen nicht zu kurz. Das Karussell drehte seine Runden und auf dem Hof des Bernstein-Museums von Boy Jöns konnten die Lütten nach Herzenslust im Sand buddeln oder Bernstein schleifen, was auch so mancher Erwachsene tat. „Die Organisatoren haben an alles gedacht“, erklärte Katja Matthiesen aus Heide. Sie zog es mit ihrem neunjährigen Sohn Malte in den Spielzeugladen. Sie holten sich ein Autogramm von Klaus-Jürgen Wrede, seines Zeichens Spieleentwickler.

„Back to the roots“ ist dem Vorsitzenden der IG Dorf, Harry Bresemann, und seiner ehrenamtlichen Crew wichtig. „Das soll heißen, dass wir auf Regionalität bei Musikern, Standbeschickern und Kunsthandwerkern setzen. Der Kommerz soll in den Hintergrund treten. Das Dorffest ist auch Kommunikationsort für alle“, so der Vereins-Chef. Das Motto laute zehn Mal im Jahr „aus dem Dorf, für das Dorf“. In der Dorfstraße präsentieren sich vor allem die Geschäfte mit ihren vielfältigen Facetten, die Inhaber machen Aktionen, sorgen für das leibliche Wohl, und die Gästen können es sich in den Restaurants gemütlich machen. In der Olsdorfer Straße zählt mehr das Ursprüngliche, wie beispielsweise das Kunsthandwerk. Das biete sich angesichts der Nähe des Museums Landschaft Eiderstedt an. Auch Selbstgebasteltes steht hoch im Kurs. Die Ehrenamtler seien immer gern mit eigenem Rahmenprogramm dabei. Besonders beliebt sei die Ausstellung der AG Ortschronik.

Wieviel Menschen nun am zweiten Abend da gewesen seien, könne er nur schätzen. „5000 waren es sicher“, so Bresemann. Am Donnerstag, 23. Juli, geht es um 17 Uhr weiter mit „Lui & Fiete“, Küstenspaß von der Waterkant und mehr, der Oldtimer-Treckertour und Unterhaltungsmusik am Restaurant „Kamin“.

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