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Bürgermeister 30 Jahre im Amt : Seit drei Jahrzehnten im Einsatz für seine Gemeinde

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Witzworts Bürgermeister Willi Berendt ist am 7. Mai 30 Jahre im Amt. Der Amtsvorsteher Ralf Heßmann und weitere Mitarbeiter der Verwaltung Nordsee-Treene kommen vorbei und gratulieren.

Viel Aufhebens hätte Willi Berendt um sein 30. Amtsjubiläum nicht machen wollen. Doch am Sonnabend, 7. Mai, steht Witzworts Bürgermeister eine Überraschung ins Haus. Amtsvorsteher Ralf Heßmann und der Leitende Verwaltungsbeamte Claus Röhe samt Team von der Amtsverwaltung Nordsee-Treene sowie die Gemeindevertreter wollen Berendt danken.

Mit seiner Ehefrau Elke wird Berendt zu Hause abgeholt. Der 79-jährige Gemeinde-Chef ist aber entspannt. Die Witzworter schätzen seinen trockenen Humor und das Verhandlungsgeschick des passionierten Pfeifenrauchers. Für viele Erfolge sei er dankbar, die im Team erreicht wurden. Dass er alles schaffen konnte, habe er seiner Frau und den drei Kindern – eine Tochter und zwei Söhne – zu verdanken. „Meine Familie hat immer hinter meiner ehrenamtlichen Arbeit gestanden“, sagt er. „Und in zwei Jahren ist Diamantene Hochzeit“, freut er sich. Doch es gab auch Schicksalsschläge: Traurig habe ihn vor allem der frühe Tod seines ältesten Sohnes im Alter von 50 Jahren gemacht.

Zwei Jahre ist Berendt noch Bürgermeister. Dann ist es aber genug, sagt er heute. Seit 1986 ist er bereits im Amt. Berendt hatte laut Aussagen von Weggefährten während seines Wirkens auch Hohn und Spott, Neid oder falsche Behauptungen ertragen müssen. Doch dann zeichnete ihn sein Rückgrat aus, sich für die Belange der Bürger und für die Demokratie einzusetzen, bewerteten sie seinen Stil. Berendt ist froh, dass es im Gemeinderat trotz kontroverser Meinungen immer demokratisch, sachlich und konstruktiv zugeht, sagt er.

56 Gemeindevertreter begleiteten ihn in den Jahren. Seine längste Sitzung habe er weit nach Mitternacht abbrechen müssen, weil sich niemand mehr konzentrieren konnte. Es sei um einen Beschluss für die Weiterentwicklung der Meierei gegangen. „Ein gutes, vernünftiges Miteinander ist das A und O. Das gilt auch bei der Zusammenarbeit mit Verwaltung sowie beim Kreis und Land“, gewährt der Gemeinde-Chef Einblick in seinen Arbeitsstil.

Persönliche Vorteile oder Animositäten halten davon ab, sich politisch zu engagieren, sagt er. Berendt ist auch Schulverbandsvorsteher, Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbandes Eiderstedt und des Gemeindetags Schleswig-Holstein sowie Stellvertreter im Fremdenverkehrsverein Husumer Bucht. Ferner war der Witzworter von 2003 bis 2008 Vorsteher des ehemaligen Amtes Friedrichstadt.

Froh sei er, dass Witzwort zu einer innovativen Kommune geworden sei, in der junge Familien ihren Platz finden. Sieben Neubaugebiete, eine Grundschule mit derzeit mehr als 90 Kindern, und angegliedertem Kindergarten für Mädchen und Jungen aus Witzwort, Uelvesbüll, Norderfriedrichskoog und Simonsberg, eine Sporthalle, ein Markttreff und eine funktionierende Feuerwehr sind Eckpunkte der Gemeindepolitik. „Seit 1986 konnten 140 Häuser im Dorf gebaut werden“, rechnet Berendt vor. Bei etlichen Bauvorhaben nutzte ihm seine berufliche Erfahrung als Tiefbauer – wie bei der Aufwertung des Festplatzes im Dorfkern, der Freizeit- und Versorgungsgebäude sowie dem Kindergartenanbau. Der Gemeinde ersparte er dadurch erhebliche Kosten. Neun Jahre arbeitete Berendt bei der Gemeinde als Schulbusfahrer und Hausmeister. In der Zeit renovierte er vieles im Schulgebäude in Eigenleistung. Zuletzt war Berendt von 1987 bis 2001 als Generalvertreter einer Versicherung tätig.

Das neuste Projekt der Gemeinde befasst sich mit dem Erwerb des ehemaligen Gasthofes Thönsen. Dort sind inzwischen im Obergeschoss drei Wohnungen für Geflüchtete gebaut worden. Der Ausbau des Erdgeschosses dauert derzeit noch an. Ideen seien noch „in der Mache“.

Wichtig sei dem Bürgermeister immer auch die Grundversorgung und Infrastruktur gewesen. 1970 waren noch vier Kaufleute und zwei Bäcker in der Gemeinde, 2003 konnte dann der Markttreff installiert werden.









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