Gartenfreuden : Seit 35 Jahren jeden Tag im Grünen

Herbert Gummels hatte ursprünglich nur nach einem Ausgleich zum Bürojob gesucht.
Herbert Gummels hatte ursprünglich nur nach einem Ausgleich zum Bürojob gesucht.

Der Husumer Herbert Gummels hat ein naturverbundenes Hobby: In seinem 500-Quadratmeter-Schrebergarten zieht er Früchte und Gemüse. Zudem ist er seit zehn Jahren Obmann des Kleingartenvereins. Hier sind neue Mitglieder stets willkommen.

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04. Juli 2014, 13:00 Uhr

Wenn Herbert Gummels in Rödemis auf sein Fahrrad steigt, wissen die Nachbarn, dass er sich wieder zu seiner Parzelle im Schrebergarten Schnellsches Legat aufmacht. Seit 1978 kümmert sich der 69-Jährige fast täglich um gut 500 Quadratmeter besten Bodens. Seine Liebe zur Natur war ein Grund, sich für dieses Hobby zu entscheiden. „Außerdem brauchte ich einen Ausgleich zum Büro-Job“, sagt der ehemalige Ausbilder im Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk. „Und es ging zudem darum, die Familie mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen – auch wenn man das damals noch nicht so bewusst gesehen hat wie heute“, ergänzt er.

Das ganze Jahr gibt es was zu tun, im Winter wird repariert und vorbereitet, in den anderen drei Jahreszeiten gesät und geerntet, was die Natur so hergibt: Rharbarber, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Äpfel und Pflaumen oder Kartoffeln, Kürbis, Wurzeln, Radieschen, rote Beete, Sellerie, Porree, Zucchini, Gurken, Kräuter und Tomaten. Vieles hat er selbst vorgezogen. Sein Treibhaus weist schon etliche zarte Pflänzchen auf, die später einmal jede Menge Früchte tragen werden. „Es ist einfach schön, zu sehen, wie etwas wächst“, so der leidenschaftliche Gärtner, der seit gut zehn Jahren Obmann des Kleingartenvereins Husum ist.

Der Verein hat derzeit 255 Mitglieder und 270 Gärten, verteilt auf das Ruhetal in der Bellmannstraße, die Nordmark und das Jebenslegat zwischen Goethe- und Hinrich-Fehrs-Straße sowie das Schnellsche Legat in Rödemis an der Friedrichstraße. Gerade hier sind von 47 Gärten aktuell elf frei, die auf einen neuen Pächter warten. Aber auch Ruhetal habe zunehmend Probleme, für freie Parzellen Nachfolgegärtner zu begeistern, sagt Gummels.

An den Preisen kann es eigentlich nicht liegen, denn sie sind nicht so hoch, wie man vermuten könnte. Ein Garten kostet je nach Größe zwischen 75 und 95 Euro an Pacht – im Jahr. Dazu kommen die Mitgliedschaft im Verein von 50 Euro pro Jahr und eine einmalige Aufnahmegebühr von 40 Euro. Der Wasserverbrauch wird mit einer Wasseruhr berechnet, aber auch der hält sich in Grenzen, so die Erfahrung. Natürlich gibt es auch gemeinschaftliche Aufgaben, so der Obmann, aber mit acht Stunden im Jahr seien diese ebenfalls überschaubar.

Die Gärten sind so unterschiedlich wie ihre Pächter. Vom reinen Freizeitgarten, in dem die Familie chillt und grillt und die Kinder herumtoben bis hin zum Selbstversorger-Garten oder der grünen Wellness-Oase ist alles dabei. Dazu komme die Gemeinschaft untereinander, so Gummels: Man schnackt, tauscht sich aus und hat einfach Spaß.

„So ein Garten ist auch oder vielleicht gerade für Familien mit kleinerem Einkommen eine gute Investition, denn frisches Gemüse selbst zu ernten hilft auch, die Haushaltskasse zu schonen“, sagt er. „Und frischeres Gemüse als aus dem eigenen Garten gibt es nicht.“ Ein bisschen Freude an Natur oder Gartenarbeit sollte man als Voraussetzung mitbringen, Erfahrung müsse aber nicht sein. Da helfen die geübten Kleingärtner gerne und geben ihr Wissen weiter.

Wer nun Lust auf einen Kleingarten bekommen hat, kann sich unter Telefon 04841/4824 oder direkt im Vereinsheim Ruhetal (nur am Sonnabendvormittag) oder beim Obmann unter Telefon 04841/4245 melden und erhält dort nähere Informationen.






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