Fachklinik Norderheide : Seit 25 Jahren werden Familien betreut

Verwaltungschefin Birgit Jensen freut sich darüber, dass das Haus Norderheide auch Partner des Nationalparks Wattenmeer ist.
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Verwaltungschefin Birgit Jensen freut sich darüber, dass das Haus Norderheide auch Partner des Nationalparks Wattenmeer ist.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Fachklinik Norderheide in Bordelum von einem kleinen Kurheim zu einer Institution. Bis zum vergangenen Jahr wurden zigtausende Patienten dort behandelt.

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08. Januar 2015, 15:00 Uhr

Mütter übernachten mit ihren Kindern in einem Dorf mit den Häusern Halligland, Uphusum und Büttjebüll. „Derzeit kommen sogar häufig die Väter allein mit der Tochter oder dem Sohn“, informiert die Verwaltungsleiterin, Birgit Jensen, und fügt hinzu, dass auch ganze Familien in dem kleinen „Dorf im Dorf “ mitten in Bordelum aufgenommen werden können. Bis zum vergangenen Jahr waren zigtausende Patienten in der Fachklinik Norderheide. Am Freitag, 23. Januar, feiert das Unternehmen sein 25-jähriges Bestehen von 10 bis 14 Uhr .

Seit 15 Jahren arbeitet Birgit Jensen in der Fachklinik. Zunächst im Wachdienst, dann als Rezeptionistin, um danach in die Verwaltung zu wechseln. Als Chefin zeichnet die gelernte Kauffrau seit fünf Jahren verantwortlich. Die 50-Jährige hat ihren derzeitigen Beruf in den verschiedenen Abteilungen von der Pike auf gelernt, wird von den unterschiedlichen Berufsgruppen akzeptiert und versteht auch deren Probleme.

Fachärzte, Diplompsychologen, Diplom-Sozialpädagogen, Diplom-Ökotrophologen, Krankenschwestern, Physio- therapeuten, Lehrer und Erzieherinnen versorgen die auf 129 Appartments verteilten Patienten während ihres dreiwöchigen Kuraufenthaltes. Die Mädchen und Jungen der Familien gehen vormittags in den Kindergarten „Spielhaus“ oder in die Klinik-Schule „Haus Junge Lüüd“. Etwa 1700 Schulkinder werden pro Jahr temporär unterrichtet.

Seit 1990 gibt es die Fachklinik, die sich bereits während der ersten sechs Jahre zunächst unter ihrem Gründer Gerhard Wehr und später dann unter dem derzeitigen Geschäftsführer, Clemens Wehr, sukzessive vergrößert hat. Die Rekonvaleszenten sind entweder aufgrund einer Vorsorge dort oder aber in einer Rehabilitation.

Im Laufe der Jahre wurde der Komplex immer mehr erweitert. Bis zu 170 Mitarbeiter gehören als fester Bestandteil zum Personal – saisonal kommen bis zu 100 Aushilfskräfte hinzu, betont Birgit Jensen. Über das Jahr sind durchschnittlich 40 bis 45 Familien in der Fachklinik untergebracht. „Unter Familie verstehen wir ein Elternteil plus Kind“, erklärt die Verwaltungsleiterin. Allerdings sei es auch nicht ungewöhnlich, dass eine tatsächliche Familie für drei Wochen in dem Dorf in Bordelum residiert. Entweder weil ein Elternteil zu sehr in unterschiedlichen Therapien beansprucht wird, so dass der Partner sich dann um den Nachwuchs kümmern kann. „Oder der Vater kommt als Selbstzahler für eine Woche dazu“, beschreibt Birgit Jensen ein weiteres Szenario.

Fünf verschiedene Krankheitsgruppen in ihren jeweiligen spezifischen Formen werden stationär behandelt: Belastungsstörungen, Erkrankungen der Haut, der Atemwege, des Stoffwechsels sowie rheumatische Erkrankungen. Laut Birgit Jensen gehören besonders Erkrankungen der oberen Luftwege, der Haut und Erschöpfungssyndrome zu den häufigeren Fällen. Die medizinisch-therapeutische Ausstattung im Therapiezentrum bietet moderne Behandlungsräume, eine großzügige Bäderabteilung mit Hallenbad, Sauna und Physiotherapie-Räumen. Außerdem sind mehrere Spiel- und Gymnastikräume vorhanden. Derzeit werden Räume renoviert.

Die Entwicklung der Fachklinik konnte sich der damalige Vorsitzende der Trägergesellschaft Deutscher Arbeitskreis für Familienhilfe, Gerhard Wehr, gewiss nicht ausmalen, als das ehemalige Hotel Norderheide erworben wurde, um danach mit 30 Mitarbeitern 37 Familien aufzunehmen und zu betreuen. „Längst ist nicht mehr vom Familienkurheim die Rede“, sagt Birgit Jensen und merkt als Verwaltungschefin stolz an, dass die Klinik über das gesamte Jahr voll belegt sei.

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