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Millionen Euro vom land : Seeth profitiert von den Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die kleine Gemeinde Seeth erhält mehrere Millionen Euro Schlüsselzuweisungen vom Land. Der Grund, die in der Stapelholmer Kaserne untergebrachten Flüchtlinge wurden als Einwohner gezählt. Für sie zahlt das Land.

Morgens um 10 ist die Welt noch in Ordnung, sagt ein Sprichwort. Für die Gemeinde Seeth trifft das zu, denn was die Mitglieder des kommunalen Finanzausschusses zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt in ihrer jüngsten Sitzung erfahren, wird sich als Segen für alle Seether auswirken. Der 579-Einwohner-Gemeinde steht nämlich ein wahrer Geldsegen ins Haus – jedenfalls für die nächsten drei Jahre. Dann nämlich werden jeweils mehr als eine Million Euro an sogenannten Schlüsselzuweisungen in der Gemeindekasse landen.

Nicht alles davon darf die Gemeinde behalten – da müssen größere Beträge als Umlage an den Kreis Nordfriesland und die Amtsverwaltung weitergereicht werden. Doch am Ende bleibt immer noch ein dickes Plus – und ein Gemeinderat, der nach der kommenden Kommunalwahl von derzeit neun auf 13 Mitglieder anwächst. Insgesamt also weitreichende Veränderungen für Seeth.

Anlässlich der jüngsten Finanzausschuss-Sitzung freute sich Vorsitzender Frank Lemke über ein vollzählig angetretenes Gremium sowie Bürgermeister Peter Dirks. Martin Frahm, stellvertretender Finanzteamleiter vom Amt Nordsee-Treene, hatte sämtliche Unterlagen für die Haushaltsjahre 2016 und 2017 mitgebracht. Gut zweieinhalb Stunden dauerte die Zusammenkunft, in der alles eingehend besprochen wurde. Zunächst das zu Ende gehende Haushaltsjahr 2016. Den Verbesserungen in Höhe von 24.100 Euro stehen Verschlechterungen von 24.600 Euro entgegen. Zum Kauf der SH-Netz-Anteile wurde ein Nachtragshaushalt erlassen. Am Ende bleibt ein Kassenbestand mit einem Plus von 180.500 Euro. Zum Vergleich: Ende 2015 schloss das Haushaltsjahr mit einem Plus von 221.  000 Euro ab. Für 2017 und die Folgejahre dürfte sich der neuerlich kräftig sprudelnde Geldsegen ebenfalls positiv auswirken. Anvisiert ist für 2017 ein Überschuss in Höhe von 154.000 Euro. Der Gemeinderat möchte die Gelegenheit ergreifen und 250.000 Euro für die Erschließung des neuen Baugebietes verwenden. Zehn Bauplätze sind vorgesehen. Zum Stichtag 31. März 2016 hatte Seeth (ohne Flüchtlinge) 579 Einwohner, Inklusive der Flüchtlinge waren es 1417. Die Schlüsselzuweisungen beziehen die Flüchtlinge ein. Dadurch erhält die Gemeinde 1, 054 Millionen Euro für das Jahr 2017. Doch dieser Betrag verbleibt nicht in Gänze in der Gemeindekasse: 227.395 Euro gehen als Amts- und 488.112 als Umlage an den Kreis Nordfriesland. Die für Seeth danach verbleibenden Mehreinnahmen betragen dann nur noch 345.225 Euro. Dieser Betrag wird wiederum aufgeteilt. 42 Prozent erhält Süderstapel, das macht 146.721 Euro. Seeth bekommt mit 57,5 Prozent 198.504 Euro. Martin Frahm betonte: „Seeth wird auch 2018 und 2019 von den hohen Flüchtlingszahlen profitieren.“ Dirks sagte dazu: „Aktuell befinden sich vier Flüchtlinge in der ehemaligen Kaserne und 84 Mitarbeiter. Bis heute habe ich noch nicht einen Penny für unseren Einsatz gesehen – ich habe alles zum Nulltarif gemacht.“

Einige größere Ausgaben im Jahr 2017: Schulverbandsumlage Grundschule Friedrichstadt 24.500 Euro, sechs Kinder dänische Schule 7200 Euro, 13 Schüler Gymnasien 16  700 Euro, 23 Schüler Gemeinschaftsschulen 45.600 Euro, sechs Kinder in den Friedrichstädter ADS-Kindergärten 19.000 Euro, andere Kindergärten 25.000 Euro. 120.000 Euro kostet der Regionalplan, dabei geht es um die Nachnutzung der Kasernenanlage. 90.000 Euro davon (75 Prozent) werden als Zuschuss gewährt, mit 30.000 Euro geht die Gemeinde in Vorlage.

Einnahmen: 14.500 Euro Konzessionsabgabe der SH Netz AG, Grundsteuer A 18.600 Euro, Grundsteuer B 50.400 Euro, Gewerbesteuer 20.000 Euro, Hundesteuer 5300 Euro, Zweitwohnungssteuer 7500 Euro, Schlüsselzuweisungen 1,054 Millionen Euro.

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