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Ortswehr überfordert : Seeth braucht Hilfe vom Land

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Freiwillige Feuerwehr Seeth übernimmt auch den Brandschutz in der Erstaufnahme-Einrichtung. Das Land wünscht ein größeres Einsatzfahrzeug, doch dafür hat die kleine Gemeinde kein Geld.

Auch in der Landeshauptstadt wurde die Großübung in der Flüchtlings-Erstaufnahme-Einrichtung aufmerksam verfolgt (wir berichteten). Neben Lob gab es auch eine kritische Bestandsaufnahme – und Vorschläge aus dem Innenministerium. Denn mit der Anzahl der bis Jahresende auf dem ehemaligen Kasernengelände insgesamt 2000 untergebrachten Flüchtlingen wächst Seeth von 600 auf dann 2600 Einwohner an.

Die Seether Feuerwehr verfügt über zwei Fahrzeuge und hatte seit Ende September bereits sieben Einsätze auf dem Kasernengelände. Aus Kiel kam der Vorschlag, ein sehr großes Einsatzfahrzeug mit 2000 Liter-Wassertank zu stationieren. Bürgermeister Peter Dirks dankte in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung allen Übungsteilnehmern, die bei „Sauwetter“ mitgemacht hatten. 14 Einsatzfahrzeuge der umliegenden Feuerwehren und acht Rettungswagen nahmen teil. Dann geriet der Gemeinde-Chef in Rage: „Die Feuerwehr hat festgestellt, dass etliche Unterkünfte ohne Rauchmelder und Feuerlöscher sind. Ich sollte das überprüfen. Aver, mien Lüüd, dat mutt ick mi nich ankieken. Wenn mien Füerwehr secht, dat is so – dann is dat so.“ Dirks mahnte dringend eine Nachrüstung an.


Kiel soll zahlen


Unmittelbar vor der Sitzung hatte Dirks ein Treffen mit dem Innenminister. „Der Minister hat gesagt, mehr als 2000 Flüchtlinge kommen nicht.“ Im weiteren Verlauf berichteten Wehrführer Dennis Andresen und sein Stellvertreter und gleichzeitiger Amtswehrführer Tim Petersen über die aktuelle Feuerwehrlage. „Die technischen Einsätze müssen wir dabei nach Vorschrift in Rechnung stellen.“ Karl-Heinz Iwers fragte, ob ein größeres Fahrzeug benötigt wird. Dazu Dirks: „Wir haben unseren Feuerwehrbedarfsplan bis 2018 ausgeschöpft.“ Der Wehrführer stellte fest: „Wir haben 600 Einwohner – wenn nun 2000 Flüchtlinge hinzukommen, dann kommen wir in ein Verhältnis, wo die Punkte nicht mehr ausreichen – das heißt, wir haben hinsichtlich des Feuerwehrbedarfsplans Minuspunkte. Rein rechnerisch – und das wird in Kiel so gesehen – müssten wir ein großes Fahrzeug bekommen. Wir können aber keine drei Fahrzeuge bedienen. Es wurde aus Kiel sogar vorgeschlagen, das kleinere unserer beiden Einsatzfahrzeuge zu verkaufen und ein größeres anzuschaffen. Wenn das gefordert wird, dann muss das Innenministerium dies auch bezahlen.“ „Die Gemeinde kann nicht auf den Kosten für teure Einsatzfahrzeuge sitzen gelassen werden.“

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