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Optimal für Flüchtlinge : Seeth als Muster-Beispiel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

SPD-Landeschef Ralf Stegner kann sich vorstellen, den Bestand der Erstaufnahme-Einrichtung über 2017 hinaus zu verlängern. Dort gebe es optimale Voraussetzungen für die Unterbringung, sagte er bei einem Besuch.

Geht es nach den mittlerweile rund 200 Menschen, die in der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes in Seeth einen Arbeitsplatz gefunden haben, dann könnte diese Aufnahmestation für Flüchtlinge auch über das Jahr 2017 hinaus bestehen bleiben. Doch gegenwärtig, erläutert DRK-Einrichtungsleiter Lars Christophersen, werden die Arbeitsverträge nur bis Ende 2017 ausgestellt. Solange soll die Stapelholmer Kaserne nämlich nach den Plänen des Landes als Erstaufnahme-Einrichtung dienen. Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass Seeth auch länger diese Funktion übernehmen könnte. Christophersen dazu gestern während eines Besuchs des SPD-Fraktionschefs im Kieler Landtag und Bundes-Parteivize, Ralf Stegner: „Eine Verlängerung wäre wünschenswert, denn hier sind die Verhältnisse optimal.“

Das sah auch Stegner so, der gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Ilgen im Rahmen einer Rundreise durch den Kreis Nordfriesland auch die Stapelholm-Kaserne besuchte. Gehört habe er schon häufiger von Seeth, daher wollte er sich auch einmal ein Bild davon machen. Und, so sagt Stegner, die Berichte seien nicht übertreiben. „Das hier ist schon eine Vorzeigeeinrichtung“, denn es gebe viel Platz für die Asylsuchenden. Und was für ein Glück für diese Menschen, dass die Bundeswehr erst vor kurzem abgezogen sei. Und da Seeth so gut funktioniere und es sehr weitläufig sei, könne er sich schon vorstellen, dass dort auch auf längere Sicht Flüchtlinge aufgenommen werden, dies sei sogar wünschenswert, betonte Stegner. Beeindruckt zeigte sich der Landesparteichef vom Kindergarten auf dem Gelände. „Klasse“, sagte er. Auch der neue multireligiöse Gebetsraum in einem der Kasernengebäude fand seinen Beifall. „Der Davidstern neben dem Kreuz, das ist toll“, sagte er und ließ sich über den Raum informieren.

Die wichtigste Aufgabe sei es gegenwärtig, Raum für Flüchtlinge zu schaffen, erst dann könnten mittelfristig die anderen Belange angegangen werden, wie etwa die Unterstützung der Gemeinden. Jetzt sollen die Kommunen vor Weihnachten aber erst einmal keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Noch sei sicherlich nicht alles optimal gelöst, stellte Stegner auf die Frage nach dem Brandschutz in der Kaserne fest. Der wird nämlich durch die Freiwillige Feuerwehr der 600-Seelen-Gemeinde-übernommen. Doch bemühe sich die Landesregierung um Lösungen. „Und es ist nicht wahr, dass die Flüchtlinge für rote Zahlen im Landeshaushalt sorgen. Wir werden trotz der Mehrbelastung an den Sparvorgaben festhalten“, unterstrich der Parteichef.

Auch die Kommunen profitieren, denn schließlich würden sie erhöhte Schlüsselzuweisungen erhalten. Und den demografischen Wandel dürfe man ebenfalls nicht vernachlässigen. Mehr als 50 Prozent der kommenden Flüchtlinge seien schließlich unter 30 Jahre alt. In Seeth sind 50 Prozent der Bewohner sogar unter 18 Jahre. Das müsse man auch als Chance begreifen.

Informiert wurden Stegner und Ilgen von Einrichtungsleiter Stefan Scholle und Lars Christophersen. Parteigenosse und Amtsvorsteher Ralf Heßmann war nicht mit von der Partie. Das erklärte Ilgen mit der Kurzfristigkeit des Termins und dem am Abend stattfindenden Treffen der SPD-Ortsvereine in Bredstedt.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 17:22 Uhr

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