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Ratlose Gemeinde : Seeth: Ärger mit dem Ministerium

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Erstaufnahme-Einrichtung in Seeth wirft den Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde über den Haufen. Plötzlich muss die Wehr nicht mehr nur knapp 600 Menschen schützen, im Extremfall können es 2600 sein.

Die Anpassung des Feuerwehrbedarfsplans stand auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung Seeth. Zunächst Enttäuschung bei Wehrführer Dennis Andresen und seinem Stellvertreter Tim Petersen, denn das Amt lehnt eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung ab. Hinsichtlich der Flüchtlinge – die als Einwohner mitgerechnet werden müssen – werde die Zahl vom August 2015 zu Grunde gelegt – „und da waren lediglich 30 Leute in der Erstaufnahmestation untergebracht.“ Andresen führte aus: „2012 haben wir dem Gemeinderat den Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt, daraufhin wurde ein neues Einsatzfahrzeug angeschafft. Nun müssen wir aber Brandschutz für 2000 Einwohner übernehmen – statt der eigentlich nur 570 Einwohner. Vor Einrichtung der Flüchtlingsaufnahme befanden wir uns in der Risikoklasse 3, jetzt sind wir in der Klasse 4 mit 57 Minuspunkten herabgestuft. Unser neues Einsatzfahrzeug nicht mehr aus. Wir haben einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt.“ Das Innenministerium teilte mit, dass dies Angelegenheit der Gemeinde sei. Entweder müsste ein drittes Einsatzfahrzeug angeschafft oder der Empfehlung des Kreises gefolgt werden. Dort heißt es: Schafft das neue Einsatzfahrzeug ab und kauft ein größeres. Wegen fehlender Führerscheine könne dies aber nicht von den Aktiven der Wehr genutzt werden.

Bürgermeister Peter Dirks versicherte: „Wir nehmen die Informationen mit nach Kiel.“ Dort findet am Montag (29.) ein Gespräch zu diesem Thema statt. Derzeit sind 500 Flüchtlinge in der ehemaligen Kaserne untergebracht. Die Seether Wehr bekommt wöchentlich einen Belegungsplan. Der Kreis hat Räume für Jugendliche ohne Begleitung angemietet – und Block X ist für alleinstehende Frauen reserviert. Eingerichtet wird eine Isolierstation, für den Unterricht sind zwei Lehrer eingestellt. „Die Grundfläche des Kasernengeländes gehört zur Gemeinde Seeth – die Gebäude gehören der Bundesrepublik, die sie wiederum an das Land Schleswig-Holstein unterverpachtet hat. Pro Nacht und Block sind zwei Sicherheitskräfte für die Brandwache eingeteilt“, teilte Dirks mit.

Der Knall kam acht Minuten vor Ende der Gemeinderats-Sitzung. Peter Dirks (AWS) ließ darüber abstimmen, ob sich die Gemeinde mit ihrem Dorfgemeinschaftshaus und den Seniorenwohnungen an das geplante genossenschaftliche Nahwärmenetz anschließen lassen soll. Zuvor hatte Udo Obst (SPD) den Saal verlassen, weil er stellvertretender Vorsitzender der Genossenschaft ist. Holger Pramschüfer, Tanja Arp-Götze und Ernst-Wilhelm Schulz (alle AWS) votierten für einen Anschluss – der Gemeinde-Chef, Frank Lemke, Bernd Kindt (alle AWS) sowie Karl-Heinz Iwers (SPD) votierten dagegen, also abgelehnt. Protest vom Genossenschafts-Vorsitzenden Deert Honnens: „Hier nehmen 50 Menschen Geld in die Hand und dann beteiligt sich die Gemeinde mit ihren Gebäuden nicht. Die Feinplanung ist abgeschlossen. Das Netz umfasst 50 Anschlüsse. Die Gesamtinvestition beträgt 1,52 Millionen Euro.“ Zuvor hatte der Bürgermeister unterstrichen: „Die Genossenschaft muss uns als Gemeinde mit ins Boot nehmen – es werden öffentliche Straßen und Fußwege tangiert.“

Ärger gibt es mit dem Schrottcontainer. „Ein ganzer Pott Nudelsuppe ist da reingeworfen worden. Vielleicht weil sie angebrannt war. Da sind auch Reifen drin. So holen die den Kram nicht ab.“ Installiert werden soll nun eine Kamera. Der Kirchengemeinde Süderstapel werden für 2016 drei Euro je Einwohner für den Friedhof zugezahlt. Bei 570 Einwohnern macht das 1710 Euro.


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