Zwei Koldenbüttler in Wacken : Seelen-Tröster für harte Rocker

Haben ein offenes Ohr für die Festival-Besucher in Wacken: Lena und Lars Wulff aus Koldenbüttel.
Haben ein offenes Ohr für die Festival-Besucher in Wacken: Lena und Lars Wulff aus Koldenbüttel.

Lars Wulff und seine Tochter Lena aus Koldenbüttel begleiten Besucher des Wacken-Festivals in Krisen-Situationen.

shz.de von
02. August 2018, 18:00 Uhr

Sie sind ein eingeschworenes Vater-Tochter-Team: Lars und Lena Wulff. In diesem Jahr fahren die beiden Koldenbüttler nach Wacken – einem der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt. Konzerte sind für sie eher Nebensache. Vielmehr wollen sie Menschen, die in persönlichen Krisen stecken, helfen.

In der 2000-Einwohner-Gemeinde Wacken im Kreis Steinburg findet von morgen bis Sonnabend (4.) das Wacken-Open-Air (W:O:A) statt. Mehr als 90.000 Besucher werden beim diesjährigen Wacken erwartet. Die Wulffs gehören zum Festival-Seelsorgerteam der Nordkirche, das sich seit 2011 um die Belange der Festival-Besucher kümmert. Diese Arbeit hat sich im Laufe der Jahre bewährt und ist immer mehr professionalisiert worden. Mittlerweile sind 18 Fachleute aus der Seelsorgearbeit überwiegend ehrenamtlich von 13 Uhr bis in die frühen Morgenstunden an dem Seelsorge-Zelt auf dem Wacken-Gelände zu finden und geben Rat und Trost für die, die es benötigen.

„Natürlich bleiben die großen und kleinen Anliegen geheim. Was dort besprochen wird, geht niemanden etwas an“, erzählt Lars Wulff, der als Seelsorge-Diakon seinen fünften Festivaleinsatz zählt. „Aber soviel darf gesagt sein: Es geht im Großen und Ganzen um die Dinge, die die Menschen auch zu Hause bewegen und die dann nach Wacken mitgeschleppt werden. Oftmals brechen diese Dinge im Festivalleben auf und dann gibt es für viele Gesprächsbedarf, den wir versuchen, bestmöglich abzudecken.“ Allerdings, so betont Lars Wulff, kümmern sich die Festivalseelsorger um die großen und kleinen Anliegen der Besucher. Man dürfe sie nicht mit Notfallseelsorgern verwechseln. Dafür müsse man speziell ausgebildet werden.

Die Festivalseelsorge ist in jedem Jahr sehr gefragt. Zahlreiche Menschen nutzen die Gelegenheit, einfach in Ruhe reden zu können. „Und das“, so der Diakon, „tut ihnen gut.“ Diese Rückmeldung habe er schon oft bekommen.

Für Lena Wulff ist es der erste Einsatz in Wacken. Sie hat gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin absolviert und wird ab Herbst Sonderpädagogik studieren. „Ich freue mich darauf, ein ganz besonderes Arbeitsfeld kennen zu lernen“, sagt sie. Eingespielt sind Vater und Tochter allemal. Schon als Teenager unterstütze Lena Wulff ihren Vater bei Kindergottesdiensten und Ferien-Aktivitäten. Beide haben mehrfach Erfahrungen beim Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel gesammelt. Das Festivalleben ist ihnen vertraut.

„Wir sind ein gutes Team“, sagt Lars Wulff und lacht. „Familiäres Kompetenzgerangel wird es sicherlich nicht geben – aber nebenbei viel Zeit, um auch das Festival zu genießen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen