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„Maler sehen Schiffe“ : Seefahrt auf Leinwand und Papier

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Neue Sonderausstellung im Schifffahrtsmuseum Nordfriesland in Husum: „Maler sehen Schiffe“ zeigt eine bunte Vielfalt von alten und neuen Bildern, von bekannten Künstlern und von unbekannten.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 20:26 Uhr

Wenn man in Hessen wohnt, ist das Meer ein beliebtes Urlaubsziel. Das gilt auch für Helga und Hans-Jürgen Baier aus Dietzenbach bei Frankfurt, die ihre Ferien regelmäßig auf Norderney verbringen oder Schiffs-Touren unternehmen. Wenn man so begeistert ist von allem, was mit der See zusammenhängt, und der Weg mal nach Husum führt, ist das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland natürlich die erste Adresse. Zumal es hier eine neue Sonderausstellung gibt.

Die heißt „Maler sehen Schiffe“ und soll bis zum März die Gäste locken. „Das ganze Haus ist voll mit Bildern und viele sind auch noch im Archiv, da lag es nahe, damit eine Extra-Schau nach Themenbereichen geordnet zu gestalten“, erläutert Museumsleiterin Karin Cohrs den Gedanken dahinter. Zudem seien da ja noch die Werke aus dem Bestand des Nissenhauses gewesen, die dort nie gezeigt wurden und vom Schifffahrtsmuseum einst als Konvolut gekauft wurden. Alte Schiffe, neue Schiffe, Gemälde und Stiche, Reproduktionen und Originale warten nun im Obergeschoss auf die Besucher – ergänzt wie stets durch hochwertige Modelle und erklärende Schautafeln.

Zum Beispiel Bilder von Kapitän Lorenz Petersen (1803-1870), der sich auch der Brigg „Hever“ annahm, die für den Husumer Ingwer Woldsen gebaut wurde und zwei Jahre später an den Hamburger Reeder August Friedrich Woldsen verkauft wurde. Oder von dem in Fachkreisen sehr bekannten Maler Prof. Alfred Serenius Jensen (1859-1935) mit Motiven von Segelschiffen auf der Elbe und im Hamburger Hafen.

Zwar gibt es auch Gemälde von der Schifffahrt im Rhein-Gebiet und Motive aus fernen Ländern, aber der Schwerpunkt liegt auf dem regionalen oder gar lokalen Bereich. Von V. E. Steinort (1907-1992) stammen Zeichnungen der Husumer Werft zu der Zeit, als dort noch große Frachter entstanden, und Ahrend Boockhoff steuerte Aquarelle des Tonnenlegers „Hildegard“ bei, der auf der alten Helling vor dem Rathaus liegt und zu den Außen-Exponaten des Museums gehört. „Das ist ein Lehrer und Hobbymaler“, sagt Karin Cohrs, „und wir haben uns sehr gefreut, dass wir mit seinen beiden Werken auch Bilder unserer ,Hildegard‘ zeigen können.“

Während die Zuordnung der Arbeiten bei heutigen Künstlern aus der Region wie zum Beispiel Friedrich Laubengeiger, ehemals Lehrer an der Hermann-Tast-Schule, oder bekannten Malern wie Caspar David Friedrich noch leicht fällt, ist so manches alte Werk aus den vergangenen Jahrhunderten schwer zuzuordnen. „Hier wissen wir nur, dass der Urheber Magnussen hieß und aus Bredstedt kommen soll“, sagt Karin Cohrs und deutet auf ein Ölgemälde, das einen Fischkutter auf der Nordsee zeigt. „Oft ist es schwer, bei solchen Bildern mehr herauszufinden.“ Manchmal gebe es aber auch angenehme Überraschungen, wenn man recherchiere: „Ein Gemälde hatten wir schon für die letzte Sonderausstellung bekommen und es als Leihgabe betrachtet. Doch als wir nachfragten, hieß es, das war als Schenkung gedacht gewesen“, sagt Karin Cohrs lachend.

So gibt es täglich von 10 bis 17 Uhr wieder viel zu sehen im Haus am Zingel 15. Das bestätigen die beiden Besucher aus Hessen: „Wir waren auch in Hamburg im Maritimen Museum, insofern haben wir schon Vergleichsmöglichkeiten“, sagt Hans-Jürgen Baier. „Das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland ist natürlich viel kleiner, aber unheimlich liebevoll gestaltet.“ Und hat so einige Attraktionen, die es sonst nirgendwo zu sehen gibt. Etwa das in Zuckerlösung konservierte Uelvesbüller Frachtsegler-Wrack aus der Zeit um 1600 im Untergeschoss: „Dieses ,Zuckerschiff‘ hat uns besonders gefallen.“

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