Nordfriesland : Schweinswal gerettet

Der Schweinswal wurde in einem nassen Tuch abtransportiert.
Der Schweinswal wurde in einem nassen Tuch abtransportiert.

Tierische Begegnungen im Watt: Hirsche im Meer vor dem Beltringharder Koog, die aus eigener Kraft ans Festland zurückgekommen sind, und ein gestrandeter Schweinswal vor Föhr, der gerettet worden ist.

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06. April 2018, 07:00 Uhr

Ein seltenes Bild vor dem Beltringharder Koog: zwei junge Hirsche im Watt. Sie könnten nahe Nordstrand aufgescheucht worden sein und waren dann im Wasser an den Lahnungen entlang gen Norden gezogen. Erst im Bereich des Sönke-Nissen-Koog-Siels näherten sich die Tiere wieder dem Festland. Seit einigen Jahren gibt es in dem 33 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet Rotwild.

Er dagegen konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr helfen: Ein gestrandeter Schweinswal war vor Dunsum von einem Tierarzt aus Detmold entdeckt worden, der mit seiner Familie bei einer Wattwanderung eigentlich nur Krebse beobachten wollte. Dem Urlauber, der schon häufiger auf Föhr verweilt hatte, war das Robben-Zentrum in Wyk bekannt. Über das Smartphone fand sich die richtige Nummer – die zuständige Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert und ihr Team wurden alarmiert, denn es bestand Hoffnung: Der kleine Wal atmete noch.

„Wir sind mit vier Leuten in Windeseile losgefahren“, erzählt Janine Bahr-van Gemmert im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Watt waren sie dann zu sechst, um das etwa 50 Kilogramm schwere Tier in einem nassen Tuch gut einen Kilometer durch den Schlick bis zum festen Land zu transportieren. „In unserem Fahrzeug haben wir ihn auf einen Berg aus Tüchern gebettet, die ganze Zeit nass gehalten und darauf geachtet, dass sein Luftloch frei bleibt. Gegen den Schock habe ich ihm Medikamente gegeben.“

Im Robben-Zentrum wurde der Wal untersucht und kam zum Probeschwimmen in ein Becken. „Er tauchte und machte insgesamt einen guten Eindruck. Deshalb konnten wir ihn im Hafen in die Freiheit entlassen.“

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