B5 vollgesperrt : Schweine-Laster bei Husum umgekippt: Fahrer schwer verletzt

Etwa 171 Tiere waren an Bord des Transporters.
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Etwa 171 Tiere waren an Bord des Transporters.

Am Dienstagmorgen verunglückte ein Tiertransporter auf der B5. Der Fahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht.

shz.de von
10. Januar 2018, 09:35 Uhr

Südermarsch | Es war kein Bild für zartbesaitete Gemüter, das sich am Dienstagvormittag rund 100 zu Hilfe gerufenen Einsatzkräften auf der Bundesstraße 5 südlich von Husum bot. Dort war am Morgen ein 40-Tonnen-Viehtransporter mit 171 Schweinen verunglückt. Während der Fahrer schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde und die B5 im Bereich der Gemeinde Südermarsch bis zum Abend voll gesperrt blieb, begleitete die Helfer über Stunden das jämmerliche Quieken der stressanfälligen Tiere, von denen 37 am Ende tot geborgen oder getötet werden mussten.

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall am Montagabend bei Immenstedt hatte es gleich am Morgen darauf gegen 9.30 Uhr den nächsten Großalarm für die Einsatzkräfte gegeben: Der Transporter mit dreistöckigem Anhänger war auf der B5 zwischen den Anschlussstellen Mildstedt und Husum-Süd aus ungeklärter Ursache auf die Bankette geraten und umgekippt. Die Leitstelle Nord in Harrislee alarmierte die Wehren aus Husum, Mildstedt und Koldenbüttel, zwei Rettungswagen des Kreises sowie das an der Klinik stationierte Notarzt-Einsatzfahrzeug. Auch vier Streifenwagen der Polizei waren im Einsatz.

Dieser gestaltete sich schwierig: Die Einsatzkräfte konnten zunächst weder den Anhänger noch das Zugfahrzeug öffnen. Um 11.15 Uhr traf Mathias Knoth vom Kreisveterinäramt ein, um 11.50 Uhr ein Ersatz-Transportlaster mit Hänger. Die Einsatzkräfte mussten derweil bei eisigen Temperaturen und heißem Kaffee ausharren, bis Joachim Misdorf von der Koldenbütteler Feuerwehr um 12 Uhr das Kommando geben konnte: Die Feuerwehren öffneten mittels technischem Gerät die große Klappe des Anhängers, nachdem zuvor mit Leitern ein Areal eingezäunt worden war. Um alle Tiere befreien zu können, mussten schwere Hydraulikstempel der Koldenbütteler Wehr eingesetzt werden. Der Veterinär kennzeichnete jene Schweine mit Überlebenschance. Diese je 120 Kilogramm schweren Tiere wurden umgeladen und zur Beobachtung in ein Auffanggehege gebracht. Schwer verletzte Schweine wurden mittels Elektroschockzange getötet.

Mehrere schwere Kräne mussten hernach anrücken, um zunächst den Anhänger vom Führungswagen zu trennen. Die Bergearbeiten dauerten bis in den Abend an.

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