Hoher Besuch zum Jubiläum : Schwarzwälder bewiesen Mut

Die vielfältigen Aufgaben der Fachklinik wurden in der Festrede beschrieben.
Die vielfältigen Aufgaben der Fachklinik wurden in der Festrede beschrieben.

Vor 25 Jahren baute ein Schwarzwälder die Eltern-Kind-Fachklinik Norderheide in Bordelum auf. Zum Jubiläum kam auch die Staatssekretärin aus dem Kieler Gesundheitsministerium, um zu gratulieren.

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26. Januar 2015, 10:00 Uhr

Zu einem feierlichen Festakt im Rahmen des 25-jährigen Bestehens hatte die Eltern-Kind-Fachklinik Norderheide eingeladen. Die Grüße von Ministerpräsident Torsten Albig richtete Anette Langner aus, die als Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes als Gast gekommen war. Sie gratulierte den „Schwarzwäldern“ zu ihrem Mut, in Nordfriesland ansässig geworden zu sein. Damit richtete sie ihre Worte an Geschäftsführer Klemens Wehr. Dessen Vater gründete 1958 die Arbeitsgemeinschaft „Familienhilfe“ in Freiburg und nahm Ende der 1980er Jahre Kontakt mit der Gemeinde Bordelum auf.

Bordelums Bürgermeister Reinhold Petersen, damals Finanzausschuss-Mitglied der Gemeinde, konnte sich noch gut daran erinnern, dass „ein Kurheim irgendwo aus Süddeutschland“ Interesse an dem ehemaligen und leerstehenden Dorfhotel Norderheide bekundete. Für den Haushalt ein Segen mit Blick auf die zu erwartenden Gewerbesteuerzahlungen, wie der Bürgermeister aus seiner damaligen Sicht mit einem Schmunzeln erzählte. Die Zahlungen seien letztendlich zwar nicht so wie gedacht ausgefallen, allerdings würden die mehr als 100  000 Übernachtungen jährlich sowie die mehr als 200 Mitarbeiter in der Fachklinik für sich sprechen. „Wir pflegen ein sehr gutes und faires Miteinander, treffen uns zweimal im Jahr zu Gesprächen. Der Bürgermeister dankte der Fachklinik im Namen der Gemeinde für die Unterstützung. Immer wieder bringe sich die Einrichtung ins Dorfleben mit ein, jüngst mit der Erneuerung des Zaunes am Schwimmbad.

Auf die Integration in die Gemeinde, „die Seinesgleichen sucht“, ging auch Landrat Dieter Harrsen ein. „Sie passen zu Nordfriesland“, sagte er und bescheinigte Klemens Wehr: „Nordfriese ist, wer sich dazu bekundet.“ Als Präsent übergab er die Fahne des Kreises, die künftig am Haus Norderheide im Wind wehen wird. Dass die Bordelumer Einrichtung die zweitgrößte ihrer Art im ganzen Land sei, sagte die Staatssekretärin. Es würden nicht nur Rehabilitationsmaßnahmen angeboten, sondern auch Prävention und damit werde nicht erst gehandelt, wenn das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen sei. „Sie leisten eine wichtige Arbeit im Gesundheitsland Schleswig-Holstein und sind ein wichtiger Bestandteil des Landes.“ Die Aufgabenfelder seien vielfältig und damit „treffen sie den Nerv der Zeit. Die Zahlen belegen das.“ Das Haus Norderheide lege Wert darauf, dass sich die Menschen wohlfühlen und die Qualität der Angebote stimme. Vor Ort werde ein Schulbesuch für die Kinder angeboten, um Müttern und Vätern die Entscheidung einer Antragstellung für einen gemeinsamen Aufenthalt zu erleichtern. Außerdem ermögliche die Einrichtung Eltern mit körperlich oder seelisch beeinträchtigten Kindern die Aufnahme bis zur Pflegestufe II. „Sie können stolz auf das Erreichte und ihre Leistungen sein“, so Anette Langner.

Für einen Rückblick und einen Überblick der zahlreichen Angebote sorgte die Fachklinik-Verwaltungsleiterin, Birgit Jensen. Auch Matthias Kundy vom Nationalparkamt, zu dessen offizieller Partner das Haus Norderheide gehört, gratulierte und berichtete von der guten Zusammenarbeit. Seit 2014 ist die Einrichtung im Übrigen auch Partner der Freiwilligen Feuerwehr Bordelum. Der Leiter der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen, Armin Tank, überbrachte der Fachklinik Glückwünsche und „die Wertschätzung seitens der Krankenkassen.“ „Haus Norderheide wird bundesweit in Anspruch genommen. Sie stellen sich dem Wettbewerb und erfüllen durch stetige Anpassung und Umbauten die benötigten Anforderungen.“ Sein Wunsch ist, dass der Anspruch erhalten bleibe.

Das Klemens Wehr Land und Leute in Nordfriesland lieben gelernt hat, wurde in seiner Rede deutlich. Die Gemeinde Bordelum habe die Fachklinik immer gut begleitet und letztendlich habe sie es ermöglicht, dass die Einrichtung als Dorf im Dorf realisiert werden konnte. Sein damaliger Wunsch, „kein Fremdkörper“ zu bleiben, sei in Erfüllung gegangen. Er ging auf die Entwicklung und Investitionen ein und zollte seinen Mitarbeitern „den allermeisten Respekt für ihre Leistung.“ Der Festakt war ein Programmpunkt von vielen mit Blick auf das 25-jährige Bestehen.

Im Haus Norderheide werden fünf Krankheitsgruppen in ihren spezifischen Formen stationär behandelt: Belastungsstörungen, Erkrankungen der Haut, der Atemwege, des Stoffwechsels sowie rheumatische Erkrankungen. Trägergesellschaft ist der Deutsche Arbeitskreis für Familienhilfe mit Sitz in Baden-Württemberg.


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