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Fest in der Mehrzweckhalle : Schwabstedts weiße Engel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der DRK-Ortsverein Kirchspiel Schwabstedt feierte sein 100-jähriges Bestehen in der Mehrzweckhalle. Mehr als 300 Gäste waren gekommen, um den weißen Engeln für ihren Einsatz zu danken.

Mit einem Gottesdienst und einem mehrstündigen Festprogramm feierte der Ortsverein des DRK Kirchspiel Schwabstedt sein 100-jähriges Bestehen. Der „Lütte Dörpschor Hollbüllhuus“ eröffnete die Festveranstaltung in der Schwabstedter Mehrzweckhalle. Dafür hatte er sehr zur Freude der mehr als 300 Gäste ein Lied geschrieben und vorgetragen. Ein Club engagierter Frauen habe vor 100 Jahren den Grundstein gelegt, war darin zu hören.

Großes Lob zollte anschließend der Vize-Landrat des Kreises, Carsten F. Sörensen, dem Ortsverein. Im Mittelpunkt seines Handelns stehe der Mensch und sein Wohlergehen. „Der Einsatz und die Hilfe auf verschiedenen Ebenen verdient großen Respekt und Anerkennung“, rief Sörensen der Festgemeinde zu. Einen besonderen Dank richtete er dabei an die Vorsitzende Rita Lorenzen. Sie hatte 2010 den Vorsitz des Ortsverein übernommen.

Ralf Heßmann, Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, erinnerte in seiner Begrüßung an den Genfer Kaufmann Henry Dunant (1828-1910). Unter dem Eindruck des Grauens der Kriegsschauplätze um Solferino im Jahr 1859 organisiert er Hilfe für die verwundeten Soldaten. Wenige Jahre später kam es auf sein Betreiben hin zur Gründung des Roten Kreuzes und zur Genfer Konvention. „Das Arbeitsspektrum des Roten Kreuzes erstreckt sich inzwischen auf fast alle Bereiche, in denen Hilfe und Unterstützung notwendig ist“, stellte Heßmann fest. Beim DRK und vielen anderen Hilfsorganisationen seien überwiegend Ehrenamtliche im Einsatz. „Dieser Einsatz, dieses Pflichtbewusstsein und dieses Verantwortungsgefühl könnten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, so der Amtsvorsteher. Die echte menschliche Basis sei damit die wichtigste Struktur, auf die das Rote Kreuz seit mehr als 150 Jahren weltweit aufbaue. „Allen, die sich für die Sache des Deutschen Roten Kreuzes einbringen, erweise ich meinen tiefsten Respekt.“

Auch auf die Flüchtlingssituation ging Heßmann dabei ein. „Ich wünsche allen Helfern, ob Ehrenamtler oder Berufstätige, dass sie genügend Kraft und Ausdauer haben.“ Scharfe Kritik richtete er an die große Politik. „Sie darf sich nicht auf den Schultern der Ehrenamtler ausruhen und die Verantwortung auf sie abwälzen.“

Das DRK sei die Hauptschlagader aller Versorgungen“, lautete das Lob von Anette Herrig, Vize-Bürgermeisterin in Schwabstedt. Das soziale Miteinander sei einer der wichtigsten Bausteine. „Mit Recht werdet ihr auch die weißen Engel genannt.“ Frank Millack vom DRK-Kreisverband Nordfriesland schaltete sich in die Lobeshymnen ein. „Aus Liebe zum Menschen und im Zeichen der Menschlichkeit setzen sich die ehrenamtlichen weißen Engel auch in schwierigsten Zeiten der Not ein und verschließen nicht die Augen vor dem Grauen.“ Dies gelte insbesondere in der aktuellen Flüchtlingshilfe. „Ihre beeindruckende Arbeit ist aller Ehren wert.“

Mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und einer ordentlichen Portion Humor trug Heinrich Thomsen die 100-jährige Geschichte des DRK-Ortsvereins vor. Begonnen hatte alles mit dem „Vaterländischen Frauenverein“. 75 Reichspfennig im Viertel Jahr betrug damals der Mitgliedsbeitrag. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Dazu gehörte unter anderem die Schulspeisung, die von den Bereitschaftsdamen vorgenommen wurden. 1964 wurde erstmals zu Blutspende aufgerufen. „Damals hat man die Bevölkerung mit Lautsprechern dazu aufgerufen“, so Thomsen. Daraus sei eine wertvolle und lebensrettende Tradition geworden. Heute gehören 209 Mitglieder dem DRK Kirchspiel Schwabstedt an.

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