Ministerin in Nordfriesland : Schutz der Verbraucher steht obenan

Ministerin Sabine Sütterlin-Waack (M.) lässt sich den Produktionsablauf in der Osterhusumer Meierei von Vorstands-Chef Dieter Petersen (l.) und Aufsichtsrats-Chef Frank Petersen (r.) erklären.
Ministerin Sabine Sütterlin-Waack (M.) lässt sich den Produktionsablauf in der Osterhusumer Meierei von Vorstands-Chef Dieter Petersen (l.) und Aufsichtsrats-Chef Frank Petersen (r.) erklären.

Ministerin Sütterlin-Waack besucht nordfriesische Betriebe und sucht Austausch mit Lebensmittelkontrolle des Kreises.

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12. Juli 2018, 18:00 Uhr

Marzipan in Lübeck, Erdbeeren in Malente und nun noch Milch und Käse in Nordfriesland. Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung hat es gut getroffen. Bei ihrer Sommertour durchs Land geht es Sabine Sütterlin-Waack allerdings weniger um den kulinarischen Genuss. Ihr Fokus liegt vielmehr auf dem Bereich des Verbraucherschutzes und der Lebensmittelüberwachung.

Während sie sich vormittags von der Leistungsfähigkeit der Osterhusumer Meierei in Witzwort überzeugte und nachmittags dem Bioland-Hof Backensholz in Oster-Ohrstedt einen Förderbescheid über 236 000 Euro für seine 1,3 Millionen Euro teure Betriebs-Erweiterung überbrachte, ging es zwischendurch im Husumer Kreishaus noch um wichtige Weichenstellungen.

Das Land arbeitet nach ihren Aussagen nämlich mit Hochdruck daran, die Lebensmittelüberwachung durch entsprechende Kontrollen weiter zu optimieren – wohlwissend, dass es in Regionen mit viel Tourismus und Gastronomie „nicht überall und jeden Tag Kontrollen geben kann“, aber zumindest einheitliche Regelwerke für Kontrollen und ihre Dichte sowie Kooperationen, wie sie Nordfriesland bereits pflegt. Zwei Jahre will sich das Ministerium Zeit nehmen, um „das etwas sensible Thema in Zusammenarbeit mit den Kreisen zu einem guten Erfolg zu führen“, kündigte Sütterlin-Waack in Husum an.

Spätestens am Ende dieses Prozesses wird dann auch ganz konkret über Personal und Geld zu reden sein. Das weiß die Ministerin und daraus machte gestern auch Landrat Dieter Harrsen keinen Hehl.Er verweist auf den Benchmarking-Bericht für 2017, wonach in Nordfriesland 4326 Betriebe – vom Kiosk über Apotheken bis zur Hackfleisch verarbeitenden Firma – der amtlichen Lebensmittelkontrolle unterliegen. 51 Prozent davon waren unter die Lupe genommen worden (Landesschnitt 60 Prozent). „Dort gibt es durchaus noch Handlungsbedarf“, sagte Harrsen. Am Ende des Dialogs mit dem Land könne auch die Notwendigkeit stehen, Personal aufzustocken. Dann muss aus seiner Sicht das Konnexitätsprinzip (Wer bestellt, bezahlt) gelten oder aber eine Finanzierung über Gebühren – „auch zum Schutz von gut arbeitenden Betrieben“, so der Landrat. Sütterlin-Waack verwies zudem auf Überlegungen, die in Richtung verstärkte Kreis-Kooperationen, Spezialisierung und einen Personal-Pool gehen.

Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze machte deutlich, dass Nordfriesland in punkto Soll-Kontrollen in Betrieben mit risiko-basierter Bewertung mit einer Kontrolldichte zwischen 70 und 80 Prozent „gut davor“ sei . Aber: „Ein Restrisiko gibt es immer“, so der Fachmann. Eine Reform sieht er als Chance, im Land zu einer Vereinheitlichung zu kommen. Ministerin Sütterlin-Waack jedenfalls hat aus den besuchten Betrieben auch die Erkenntnis mitgenommen, dass Eigenkontrolle dort einen Riesen-Stellenwert hat, ebenso wie die Anstrengungen für eine hohe Produkt-Qualität. „Das hat mich schon begeistert“, sagte sie nach ihrer Stippvisite in der Osterhusumer Meierei.

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