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Kooperation von Bordelum und Langenhorn : Schulverband überdenkt sein Konzept

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vorstand des Schulverbands Mittleres Nordfriesland berät über alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Eine Kooperation von Bordelum und Langenhorn ist als neuer Vorschlag ins Rennen geschickt worden.

Eine knisternde Stimmung lag im Klassenraum der Langenhorner Grundschule in der Luft. Fast alle Plätze besetzt, die Teilnehmer der Verbandsversammlung des Schulverbands Mittleres Nordfriesland gespannt. Es ging hauptsächlich um ein gemeinsames Konzept für drei Schulen: Bredstedt, Breklum und Bordelum (wir berichteten). Trotz sinkender Schülerzahlen sollen die Standorte erhalten werden.

Zur Diskussion stand ein Vorschlag des Schulverbands, der sowohl für Schüler und Eltern als auch Lehrer größere Planungssicherheit bringen soll: Die 3  B-Schule. Laut Vorsteher, Dr. Edgar Techow, könnten die Grundschulen in Bredstedt, Breklum und Bordelum unter einer Leitung zusammengefasst werden. Dabei solle keine der Einrichtungen ihr pädagogisches Konzept aufgeben müssen und alle drei könnten selbstständig, wenn auch unter einer Leitung, bestehen. Laut Verbandsvorstand ein perfekter Plan. Allerdings versuchte Siegfried Puschmann, die Interessen der Eltern und Schüler ihre Schule zu erhalten, noch zu erweitern. Seine Idee schließt die vorgeschlagene 3B-Schule nicht aus, „aber startet doch erstmal als 2B,“ schlug Puschmann, schulpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion und Vorsitzender des Schulausschusses Bordelum, in der Sitzung vor. Ob Bordelum dann nach Ablauf des von Schulrätin Astrid Finger einberaumten Moratoriums dazustößt, müsse abgewartet werden. Eine weitere Variante ist für Puschmann eine Kooperation zwischen den Bordelumer und Langenhorner Grundschulen.

Vorab hatte Bordelums Schulleiterin Ilka Jacoby den Teilnehmern das pädagogische Konzept ihrer Grundschule vorgestellt. In der Bildungseinrichtung ist die Schülerzahl bereits unter 80 gefallen, womit sie laut Schulgesetz nicht mehr eigenständig tragbar ist. Bis Ende des Schuljahres 2016/2017 hat das Bildungsministerium diese Eigenständigkeit jedoch zugesichert. Da statistische Prognosen annehmen, dass die Zahl weiter abnimmt – bis auf möglicherweise lediglich 50 Kinder – haben sich die Bordelumer auch mit den Fragen einer Kooperation beschäftigt.

In der Sitzung plädierte daher der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses der Gemeinde Bordelum, Dieter Paulsen, sogleich dafür die Vorstellung des Schulkonzeptes zu beraten und zu beschließen. Er wünschte sich eine Stellungnahme des Schulverbands zum Konzept. Sein Antrag wurde aber mehrheitlich abgelehnt. Eine Beschlussfassung soll laut Edgar Techow am 13. Januar kommenden Jahres erfolgen. Paulsen sprach von einem gesamtgesellschaftlichen Ergebnis und dankte Schulleiterin Jacoby, die in ihr Vier-Säulen-Konzept Schwerpunkte wie die Kooperation von Schulen, Verbänden, Vereinen und Kindergarten sowie eine Mensa, einen Hort und Alltagshilfen in einem so genannten Primarhaus unterzubringen, miteinander verzahnt. Laut Jacoby würden bereits 15 Eltern das Hort-Angebot nutzen wollen. Ein Ergebnis, dass auch Bürgermeister Peter Reinhold Petersen hoffen lässt, den Schulstandort zu erhalten. Ob es nun das bislang favorisierte Konzept 3B wird, dessen sich Breklum und Bredstedt laut Schulverbandsvorsteher anschließen würden, oder auch nur 2B, bleibt bis Januar offen. Schon jetzt arbeiteten beide Einrichtungen eng zusammen.

Renate Harrsen leitet seit den Sommerferien neben der Grundschule in Bredstedt kommissarisch auch die in Breklum. Laut Schulrätin könnte sie auch die Leitung der drei Standorte übernehmen, die alle ihr eigenes Konzept haben. Ob Bordelum Außenstellenstandort wird, entscheidet der Schulverband, betont Astrid Finger. Bredstedts Bürgermeister Knut Jessen verwies darauf, dass sich die Qualität bei einer Kooperation auf zwei oder drei Schulen in jedem Fall verbessern wird.

An Großschulen ist für Peter Tücksen ein weiterer Vorteil, dass Krankheitsausfälle besser kompensiert werden können, was viele Eltern freuen dürfte, denen ein verlässlicher Unterricht und eine Planungssicherheit große Anliegen sind. Der stellvertretende Verbandsvorsteher lobte abschließend die harmonische Diskussion und freute sich, dass Siegfried Puschmann einen weiteren Lösungsansatz geschaffen hat, als er das Model Bordelum-Langenhorn ins Spiel brachte.

Ferner wird sich bis zur vorgezogenen Sitzung im Januar auch das Thema Schulbeförderungskosten klären können, womit sich der Schulverbandsvorstand zunächst noch detaillierter beschäftigen muss.

Einstimmig beschlossen wurden hingegen die Zuschussanträge der dänischen Schule und Bücherei – unter anderem für die Kinderbetreuung.

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erstellt am 27.Nov.2015 | 18:44 Uhr

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