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Für Finanzamt in Husum : Schulterschluss per Resolution

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In einer gemeinsamen Resolution setzen sich die Stadt und die Ortsgruppe der Deutschen Steuergewerkschaft für Husum als Standort des Finanzamtes Nordfriesland ein. Die Resolution soll alsbald dem Finanzministerium übergeben werden.

Das Banner an der Fassade ist deutlicher als die Worte, die innerhalb der Rathaus-Mauern gesprochen werden: „Finanzamt Husum – Dat blifft!“ steht da zu lesen, während Bürgermeister Uwe Schmitz drinnen bekräftigt, dass „unsere Bemühungen, das Finanzamt hier in Husum zu halten, nicht gegen die anderen Standorte sprechen sollen“.

Die drei Damen am Tisch nicken. Als Finanzamt-Mitarbeiterinnen und Vorstandsmitglieder der örtlichen Steuergewerkschaft wissen sie, dass organisatorische Verstrickungen auch vor guten Absichten nicht haltmachen. Und Gewerkschaftsmitglieder gibt es auch in Leck. Außerdem ist die Gemeinde in Südtondern derzeit noch Hauptsitz des Finanzamtes Nordfriesland und Husum nur Nebenstelle.

Aber das soll sich ändern – jedenfalls, wenn es nach Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold geht. In ihrer Neuordnung der Steuerverwaltung kann es – der Idee eines schneidigen Filmklassikers folgend – nur einen Finanzamt-Standort für Nordfriesland geben. Synergie lautet das Zauberwort. Doch wer glaubte, dadurch würde alles einfacher, der irrt. Denn neben den zwei bestehenden sind nun plötzlich vier Standorte im Rennen: So sieht Bredstedt die Stunde gekommen, sich als „wahrer geografischer Mittelpunkt“ des Kreises in Stellung zu bringen, und Niebüll wirft seinen Hut für den Fall in den Ring, dass die Nachbargemeinde Leck leer ausgeht.

Eine Arbeitsgruppe des Kreises unter der Leitung von Landrat Dieter Harrsen soll vermitteln und die Entscheidung des Finanzministeriums vorbereiten. Gar nicht einfach, in so einer Gemengelage diplomatisch zu bleiben. Die Gewerkschaftsvertreterinnen und der Bürgermeister versuchen es dennoch, lassen Argumente sprechen, die sie in einer Resolution zusammengefasst haben. Das zweiseitige Dokument soll – gleichsam als Ergänzung zur offiziellen, vorgegebenerweise knapp gehaltenen Bewerbung – der Finanzministerin übergeben werden.

Gewerkschaft und Stadt seien sich einig, dass der Finanzamts-Standort Husum erhalten bleiben müsse, holt Schmitz aus. Aus einigen Gemeinden und Ämtern gebe es dafür auch schon Signale der Zustimmung. Außerdem habe er „zweifelsfrei ergoogelt“, dass Husum im Zentrum des Kreises liege – von der verkehrstechnischen Anbindung gar nicht zu reden. Ferner blicke das Finanzamt mit seinen zusammen 270 Mitarbeitern einer nicht geringen Zahl von Altersabgängen entgegen. Und auch wenn nicht alle Stellen ersetzt würden, biete Husum für den Nachwuchs der Steuerverwaltung infrastrukturell die besten Voraussetzungen – von den Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren bis hin zum Freizeitangebot.

Kristina Bossen von der Steuergewerkschaft bestätigt das. Eine Befragung der örtlichen Mitarbeiter habe ein klares Signal für Husum ergeben, sagt sie. Ob es eine entsprechende Erhebung auch in Leck gegeben habe, könne sie nicht sagen. Aber da sei ja noch etwas, nimmt der Bürgermeister den Faden auf: Beide Finanzamts-Gebäude – das in Leck und das in Husum – seien landeseigene Immobilien und denkmalgeschützt. Ein Neubau andernorts werde also Leerstände nach sich ziehen, sagte Schmitz unter Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit.

Nicht äußern wollte sich der Verwaltungs-Chef zu etwaigen Erweiterungsplänen am jetzigen Standort. „Da kann ich dem Planungsrecht nicht vorgreifen“, sagte er, ließ aber durchblicken, dass die Stadt-Fraktionen den Erhalt des Finanzamtes daran wohl nicht scheitern lassen würden.

Dass sich die Arbeitsgruppe des Kreises noch in diesem Jahr auf einen Standort (oder möglicherweise doch zwei) festlegt, ist zwar beabsichtigt, aber nicht sicher. Das Finanzministerium hat seine Entscheidung bereits auf 2014 vertagt.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 17:00 Uhr

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