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Sinkende Schülerzahlen : Schulreform gefährdet Eigenständigkeit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Zukunft der Grundschule Bordelum ist noch nicht entschieden: Entweder wird sie Außenstelle von Bredstedt oder Langenhorn. Die Auswirkungen geringer Schülerzahlen haben schon Drelsdorf und Joldelund erfahren.

Die Schülerzahl von 80 Kindern an der Grundschule Bordelum ist unterschritten. Im Schulverband Mittleres Nordfriesland zeigt die Lüttschool Drelsdorf-Joldelund, welche Auswirkungen geringe Schülerzahlen haben. Die beiden Standorte wurden im Zuge der neuen Reform zusammengeführt, Joldelund ist seitdem Außenstelle der Mutterschule Drelsdorf mit einer Leiterin für beide Einrichtungen. Im Oktober vergangenen Jahres trafen sich die Verantwortlichen mit der Schulrätin Maike Jennert, dem scheidenden Schulverbands-Vorsteher, Sven Paulsen, sowie Mitgliedern des Hauptausschusses des Verbandes, um Vorschläge zu entwickeln.

Ilka Jacoby, Leiterin aus Bordelum, stellte dabei ihre Schule in den Fokus. Vereinbart wurde, sich mit Bordelums Bürgermeister, Peter-Reinhold Petersen, an einen Tisch zu setzen. Am 11. Dezember trafen sich dann Schulrätin, Verbands-Vorsteher, Leiterin und der Gemeinde-Chef. „Wir haben hinter verschlossenen Türen getagt, um gemeinsam das Beste zu erreichen und anschließend mit einer Stimme zu sprechen. Wir waren auf eine einvernehmliche Lösung bedacht, um Kindern, Eltern, der Schulleitung und den Lehrern Sicherheit zu bieten“, so Maike Jennert. Laut Protokoll wurde in der internen Sitzung besprochen, dass der Betrieb als Außenstelle grundsätzlich nur so lange möglich sei, wie zwei Lerngruppen/Klassen und auch zwei Lehrkräfte vorhanden seien. Weiter heißt es: „Realistisch betrachtet und vor dem Hintergrund der bereits heute geborenen Kinder, wird 2016/2017 das letzte mögliche Schuljahr sein. Somit würde die Schule zum 31. Juli 2017 geschlossen werden. Eine Eigenständigkeit kann nicht erhalten bleiben. Es ist eine organisatorische Verbindung zum 1. August 2015 einzugehen, die bis Juli 2017 möglich ist. Ob Bordelum dann als Außenstelle von Bredstedt oder von Langenhorn fungiert, ist zu klären.“

Um die Öffentlichkeit zu informieren, wurde ein gemeinsamer Fahrplan erstellt: Gemeinderats-Sitzung, Einwohnerversammlung, Verbands-Sitzung, Schulkonferenz. Die Beteiligten wollten an einem Strang ziehen. Nun sind aber die Fronten verhärtet, ein öffentlicher Streit ist entbrannt. Unter anderem soll Siegfried Puschmann, Mitglied des Ausschusses, stellvertretender Kreispräsident und Mitglied der Gemeindevertretung Bordelum, in der jüngsten Sitzung des Kultur- und Bildungsausschusses, den Schulverbandsvorsteher persönlich angegriffen haben. Paulsen berichtete über die Schulentwicklungszahlen und die künftige Weiterentwicklung im Bereich Mittleres Nordfriesland. Hinter vorgehaltener Hand werden der Husumer Nachrichten verbale Angriffe bestätigt. Gerry Funk, Vorsitzender des Ausschusses sagte: „Ich finde es sehr unglücklich, wie es gelaufen ist.“ Siegfried Puschmann meinte: „Ich habe Sven Paulsen nicht öffentlich denunziert.“ Nach seiner Ansicht habe der Vorsteher eigenmächtig gehandelt, ohne es zum Thema in der Verbandsversammlung zu machen. Außerdem habe sich der Verband als Schulträger nie mit dem Schulentwicklungsplan (SEP) beschäftigt. „Die Zahlen sind allgemein bekannt“, entgegnet wiederum Paulsen. Verantwortlich für den SEP sei der Kreis. Siegfried Puschmann schaltete die Kommunalaufsicht des Kreises ein. Ferner fragte er deren Leiter Harry Schröder, ob „Stellungnahmen des Schulverbandvorstehers ohne ein Votum des Verbandes als nicht rechtmäßig zustande gekommen anzusehen sind.“ Schröder antwortete, dass er „Puschmanns Rechtsauffassung teile.“ Siegfried Puschmann schickte diese Stellungnahme an die Amtsverwaltung Mittleres Nordfriesland. Der Leitende Verwaltungsbeamten solle nun tätig werden.

Bordelum hatte als Standortgemeinde der Schule zuvor ein Widerspruchsschreiben an das Schulamt geschickt. Nach einstimmigen Ermessen des Gemeinderates sei eine organisatorische Verbindung der Schule erst Ende August 2016 zu planen. Der Bürgermeister lotet nun rechtliche Möglichkeiten aus. Die Schulrätin wartet aber auf ein Signal aus Bordelum. Die Zukunft der Grundschule der Gemeinde liegt beim Schulverband Mittleres Nordfriesland. Sollte dort keine Entscheidung fallen, übernimmt dann das Schulamt.





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