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Alte Schule Westerhever : Schullandheim braucht mehr Platz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit 135 Jahren wird das Schullandheim Alte Schule in Westerhever betrieben. Jetzt wurden die Pläne für eine 800 Quadratmeter umfassende Erweiterung vorgestellt.

Allerlei Neues beschäftigte den Gemeinderat von Westerhever in seiner jüngsten Sitzung. Da ging es zunächst um das Schullandheim Alte Schule – einer Einrichtung, die seit mittlerweile 135 Jahren betreiben wird und bundesweit Anerkennung gefunden hat. Aber: „Die Kapazitäten sind erschöpft“, teilte Bürgermeister Olaf Dircks mit und räumte dem Betreiber Lars Schütt – selbst Gemeinderatsmitglied – während der Sitzung Zeit ein, Baupläne vorzustellen. „Das große Grundstück ist baurechtlich dem Außenbereich zuzurechnen“, erklärte Planer Sven Methner. Damit wäre ausschließlich privilegiertes Bauen (Landwirte) zulässig. Durch die Aufstellung eines Bebauungsplans könnte jedoch ein Rahmen zur Sicherung und Fortentwicklung eingeräumt werden.

Bevor Schütt den Saal wegen Befangenheit verließ, wies er darauf hin, dass auf dem 5500 Quadratmeter großen Grundstück eine Bebauung von insgesamt 800 Quadratmetern geplant sei. Vizebürgermeister Hauke Jans kam zu dem Ergebnis, dass er zustimmen würde und Unterstützung signalisierten auch Karsten Alberts und Kai Dircks. Und so stimmte der Rat einstimmig für den Plan. „Wir gehen als Gemeinde in Vorleistung, die Kosten für die Erarbeitung übernimmt der Vorhabenträger. Es sind ja nun keine hunderttausend Euro, die wir hier bewegen. Es wird von allen als positiv angesehen, dass hier etwas bewegt wird“, so Dircks.

Zum Tagesordnungspunkt der Beendigung des öffentlich-rechtlichen Vertrages zwischen der Gemeinde Norderfriedrichskoog, den übrigen amtsangehörigen Gemeinden und dem Kreis sagte Amtsvertreter Matthias Schoßnick: „Es geht darum, Neues abzuschließen, um Altes zu beenden.“ Der Vertrag wurde mit dem Ziel geschlossen, der einst als Steueroase bekanten Gemeinde Norderfriedrichskoog jene Nachteile auszugleichen, die sich durch die Gewerbesteuererhebung von zunächst 200 und ab 2011 auf 310 Prozent ergaben. Damit verbunden war die Erwartung, dass Norderfriedrichskoog ab 2013 in der Lage wäre, die Umlageabgaben aus den kommenden Gewerbesteuererträgen auszugleichen. Dies ist jedoch nicht der Fall, die Ausgaben übersteigen immer noch die Einnahmen. Hinsichtlich der Wirksamkeit der Vertragskündigung ist ein Klageverfahren der Gemeinde Oldenswort beim Verwaltungsgericht anhängig. Diese berät sich noch. Bei Vertragsabschluss durch alle Gemeinden wird auch Norderfriedrichskoog die Klage vom zurückziehen. Der Gemeinderat Westerhever votierte geschlossen für die neue Regelung.

Für einen angedachten Radweg von der Knutzenwarft bis zum Leuchtturm Westerhever gibt es keine Zuschüsse. Daraufhin wandte sich der Bürgermeister an die Untere Naturschutzbehörde des Kreises. Diese will Kontakte nach Kiel knüpfen, um eine Förderung anzustoßen. Dircks habe zur Verwirklichung des rund einen Kilometer langen Wegs bereits schriftliche Ausarbeitungen unter dem Titel „Wissenswerter Weg in Westerhever“ erarbeitet, der verschiedene Schautafeln vorsieht. Die Kosten belaufen sich auf rund 400.000 Euro, zuzüglich 5000 Euro für jede der zwölf Stationen. Das Projekt ist als Wettbewerbsbeitrag für ITI-Mittel angemeldet.

Dann eine Nachwahl: Bislang vertrat Lars Schütt die Gemeinde in der LAG Aktiv-Region Südliches Nordfriesland, nun will er dort persönlich eintreten. „Beides zusammen geht nicht“, so der Gemeindechef. Für die Gemeinde wurde Beate Peters nachgewählt. Weitere Punkte: Zur 425-Jahr-Feier Gardings stellt die Gemeinde einen Erntewagen bereit. An acht Vereine werden jährliche Zuschüsse von insgesamt 700 Euro gezahlt. Karsten Alberts hielt die 25 Euro für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger für zu gering. Gemäß seinem Vorschlag wurde auf 50 Euro erhöht. Dann wünschte sich Alberts „eine Art Wertschöpfung an den vielen Windkraftanlagen in Dithmarschen vor unserer Haustür“ und begründete: „Wir dürfen hier Wiesenvögel zählen und Flächen unter Wasser setzen. Mehr nicht. Wenn die Bauern hier aufhören, haben wir keinen Raps mehr, sondern Disteln.“ Über die Problematik soll im Amt beraten werden. Auf Nachfrage zu den Flüchtlingszahlen sagte Amtsvertreter Matthias Schoßnick, dass es derzeit 100 im Amt sind und bis Ende des Jahres noch geschätzte 60 hinzukommen. Derzeit seien 40 Wohnungen angemietet. Der Bürgermeister verwies darauf, „dass alle Angelegenheiten betreffend der Flüchtlinge Aufgabe der Ordnungsbehörde bei der Amtsverwaltung sind“. Nach weiteren Beratungen wurde Dienstag, 8. Dezember, im Gasthof Kirchspielkrug als nächster Sitzungstermin bekanntgegeben.

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