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Husumer Nachrichten

16. Dezember 2017 | 02:51 Uhr

Sitzung in Bredstedt : Schulen wachsen zusammen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Schulverband Mittleres Nordfriesland beschließt einstimmig den Zusammenschluss der Grundschulen in Bredstedt, Breklum und Bordelum. Ab August 2017 gilt das neue Konzept zur Sicherung der Standorte.

Spürbare Erleichterung, dann sogar Applaus – soweit zur Stimmung in der jüngsten Sitzung des Schulverbandes Mittleres Nordfriesland. Nach einstimmigem Beschluss geht das neue Schulkonzept der 3B-Schule im August dieses Jahres an den Start. 3B-Schule steht – wie bereits mehrfach berichtet – für die Zusammenlegung der Grundschulstandorte Breklum, Bredstedt und Bordelum. Im ersten Jahr zwar nur als 2B (Bredstedt und Breklum), aber ab August 2017 als komplettes Trio. Die Grundschule Bordelum behält – wie zuvor zäh verhandelt und letztendlich vom Bildungsministerium genehmigt – bis dahin ihre Eigenständigkeit.

Vor der Beschlussfassung informierte Vorsteher Dr. Edgar Techow die Mitglieder des Verbandes über das neue Schulkonzept, wobei für sie nur wenige Fragen offen blieben. Das galt auch für die Zuhörer, die sich außerhalb der Einwohnerfragestunde zum Thema einbringen durften.

Im Bereich Bordelum hatte es im vergangenen Jahr aufgrund der drohenden Schließung der Schule wegen drastisch sinkender Schülerzahlen alles andere als Applaus gegeben – von Erleichterung ganz zu schweigen. Es ging seinerzeit hart zur Sache, unter anderem zwischen dem ehemaligen Vorsteher des Schulverbandes, der damaligen Schulrätin und einigen Vertretern der Gemeinde Bordelum als Träger der kleinen Grundschule. Aber das ist bekanntlich Vergangenheit, die Verantwortung gegenüber den jungen Schülern hat nun volle Fahrt in Richtung Zukunft aufgenommen.

„Miteinander Reden ist das Wichtigste“, fasste Dr. Edgar Techow das gemeinsam Erreichte zusammen. Er war viel unterwegs gewesen, um mit den unmittelbar Beteiligten der drei Schulen „zu schnacken“, wie er im Rückblick berichtete. Zwei Tage vor der Verbandssitzung sei die Gesprächsrunde „Schulstruktur“ – bestehend aus ihm, Lehrkräften, Schulleitungen, Bürgermeister der Schulstandortgemeinden sowie seinen Stellvertretern – zu einem einvernehmlichen Ergebnis gekommen. Aus der Runde werde sich nun eine Arbeitsgruppe bilden, zu denen die künftige Schulleiterin Renate Harrsen und die drei jeweiligen Standortleiter gehören. Bei Bedarf können die Schulaufsicht und/oder der Schulverband mit einbezogen werden.

Die Schule Bordelum ist in der AG von Anfang an mit im Boot, bevor sie offiziell zu dem Verbund stoßen wird – und zwar mit einem eigenen pädagogischen Konzept, genau wie die beiden anderen Grundschulen. Das ist das Einzigartige an der neuen Dreier-Konstellation: Jede Bildungseinrichtung erhält nicht nur ihren eigenen Standort, sondern auch ihre eigene pädagogische Philosophie. Während die Klassenstufen in Breklum in der Eingangsphase getrennt nach Jahrgängen unterrichtet werden, gibt es in Bredstedt in der ersten Phase für die Klassenstufen 1 und 2 einen jahrgangsübergreifenden gemeinsamen Unterricht. Bordelum setzt mit dem sogenannten Primarhaus auf ein neues Konzept: Die Schule wird ins Dorfleben intensiv eingebunden, kooperiert eng mit dem Kindergarten und bietet eine Ganztagsbetreuung bis 17 Uhr an. So jedenfalls die Planungen.

Gemeinsam wird die AG das Konzept „Struktur 3B-Schule“ erarbeiten, erste Ergebnisse werden dem Schulverband in der kommenden Sitzung (16. März) vorgestellt. Dieser forderte schon jetzt die Schulaufsicht dazu auf, umgehend die Stelle eines Konrektors auszuschreiben, denn eine Besetzung soll nach Möglichkeit bereits zum 1. August 2016 erfolgen.

Wie die künftige Schülerbeförderung aussehen wird, erklärte Lars Schwerdtfeger von der Amtsverwaltung. Laut Auskunft des Kreises bleibe alles wie bisher, da die Schulstandorte weiter existieren und keine Außenstellen geplant seien. Ab wann denn ein 3B-Standort nicht mehr zu halten sei, wollte Ernst-Peter Carstensen, Bürgermeister aus Högel, mit Blick auf die Mindestzahl an Schülern wissen. „Wir sind völlig frei von Größenordnung“, machte Schulrätin Astrid Finger deutlich. Wichtig aus ihrer Sicht: „Standorte sichern und damit verhindern, das kleine Schulen schließen müssen“, demnach „alles am Leben erhalten, was vernünftig ist.“

„Die Qualität der einzelnen pädagogischen Konzepte und die Sicherung der Standorte sind zukunftsweisend“, freute sie sich und mit ihr ein zufriedener Schulverband. Nun muss nur noch das Land das neue 3-B-Modell genehmigen, aber, so Astrid Finger, „da bin ich guter Dinge.“

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