Rantrumer wunschlos glücklich : Schule will kein Geld vom Förderverein

Der neue Vorstand mit den von Vereinseltern hergestellten „Schulkindern“.
Foto:
Der neue Vorstand mit den von Vereinseltern hergestellten „Schulkindern“.

Die Grundschule Rantrum äußert auch auf Anfrage keine Wünsche, der Schulförderverein ist ratlos und häuft Geld an. In der Versammlung des Vereins wurde der Schulausschuss-Vorsitzender über die Verweigerungshaltung sauer.

von
22. Januar 2015, 06:30 Uhr

Was ist da bloß los? In Rantrum existiert ein wirtschaftlich gut aufgestellter Schulförderverein – und eine Schule, die keine Wünsche äußert. In der jüngsten Jahresversammlung des Vereins, an der zahlreiche Mitglieder teilnahmen, ging dem teilnehmenden Schulausschuss-Vorsitzenden und Gemeinderat Hans-Jürgen Becker gleich mehrfach der Hut hoch: „Ich finde es unerträglich. Da ist Geld, das ausgegeben werden kann – und dann kommt da nichts.“ Nein, von der Schule sei da bislang nichts gekommen, bestätigte auch die zweite Vorsitzende Beate Greve – und fügte postwendend an: „Ich kann eine ganze Liste mit Dingen ausdrucken, die wir finanzieren könnten – aber es muss auch jemand da sein, der das begleitet.“ Mit anderen Worten: Wenn beispielsweise Musikinstrumente angeschafft werden und die nur in der Ecke stehen, weil kein Lehrer sie sinnvoll im Unterricht einsetzen kann, dann ist die Anschaffung sinnlos. Es muss sich jemand von den Lehrern der Angelegenheit annehmen.

Das Problem ist nicht neu. Vor einem Jahr wurde in Ermangelung von Wünschen vorgeschlagen, Schulmobiliar anzuschaffen. Dieses Ansinnen hatte Becker zurückgewiesen. Die sei Gemeindeaufgabe und sollte die Vereinskasse nicht belasten. Dass manche Wünsche, die der Schulförderverein finanziert, bei der Umsetzung auf Kritik stößt, liegt aber nicht am Verein. Ohne zu zögern schaffte der Schulverein Geschirr für die betreute Grundschule an. Gekauft wurden auch zwei Fußballtore und ein Theaterbesuch finanziert. In Anlehnung an die an der Ostenfelder Schule aufgestellten Kinderfiguren ließ der Verein zwei lebensgroße Schulkinder anfertigen und von den Eltern bemalen. Sie sollen demnächst an der Schulmauer vor dem Gelände angebracht werden. Doch bei alledem verbleibt immer noch enorm viel Geld in der Kasse, fast eine fünfstellige Summe. Becker ist verärgert über die Resonanz aus der Schule: „So geht das nicht – ich werde Gespräche dazu aufnehmen.“

Beate Greve berichtete, dass ein fünfköpfiges Team einen Schulbasar mit hohen Einnahmen auf die Beine gestellt hat. Kassenwartin Stefanie Peschel teilte mit, dass von den 73 Mitgliedern viele schon lange keine Kinder mehr an der Schule haben. Viele der Mitglieder zahlen weit mehr als den jährlichen Grundbetrag von elf Euro, es seien sogar dreistellige Beiträge eingegangen.

Zur Freude der Teilnehmer konnte jetzt mit Heike Kohlmöller nach einjähriger Vakanz eine neue Vorsitzende gewählt werden. Zum Vorstandsteam zählen: Vize Beate Greve, Kassenwartin Stefanie Peschel, Schriftführerin Asta Carstens. Beisitzerin ist Schulleiterin Karin Maas, die krankheitsbedingt nicht teilnahm. Zum neuen Kassenprüfer wurde Carsten Dircks gewählt.

Willy Heegardt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald berichtete, dass vor zwei Jahren Nistkästen im Schulbereich aufgehängt worden seien, das wolle er nun wiederholen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen