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Jugendfeuerwehr in Besorgnis : Schulangebote als Konkurrenz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Jugendfeuerwehren erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit im Kreis Nordfriesland. Die Offenen Ganztagsschulen sorgen jedoch für einen Mitgliederschwund.

Viele Spaziergänger erfreuten sich am Sonnabend im Freien an der Sonne – viele junge Feuerwehrleute ließen sich in der Feuerwehrzentrale durch die großen Glasscheiben bestrahlen. Zur Jahresversammlung der nordfriesischen Jugendfeuerwehren war die Halle in der Kreisfeuerwehrzentrale bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Liste der Ehrengäste, die Kreisjugendfeuerwehrwart Björn Hufsky begrüßen konnte, war lang.

Dem anerkennenden Dank von Hufsky an die Anwesenden folgte dessen Jahresbericht. Die nordfriesischen Jugendfeuerwehren konnten ihre Mitgliederstärke von 1.129 Jugendlichen in 2014 um 56 auf jetzt 1.185 Mitglieder ausbauen. Natürlich konnten wir somit die Spitze als mitgliederstärkster Verband in Schleswig-Holstein behaupten. Hierbei bildeten die Jugendfeuerwehren Viöl und Mildstedt mit 35 Mitgliedern, die Jugendfeuerwehr Bohmstedt mit 36 und die Jugendfeuerwehr Ahrenviöl-Immenstedt mit 41 Mitgliedern die größten Jugendfeuerwehren in NF. Besorgniserregend bei den Gründen für die insgesamt 48 Austritte sind bei 29 die Schule. „Hier bestätigen sich die Befürchtungen bei den Folgen der Offenen Ganztagsschulen. Die Politik und Verwaltung sind in der Pflicht, sich mit Hinblick auf eine sozialgerichtete Bevölkerung mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Lösungen zu schaffen. Ich rufe sie abermals dazu auf, das Gerüst ,Ganztagsschulen‘ so zu überarbeiten und neu aufzustellen, dass Kinder und Jugendliche genügend Freizeit haben, um sich neben und nach der Schule ehrenamtlich in den Jugendfeuerwehren engagieren zu können“, so Hufsky.

Fünf der insgesamt 54 Jugendfeuerwehren haben Nachwuchssorgen. Neun Jugendfeuerwehren haben eine Warteliste und können weniger Jugendliche aufnehmen als Interessierte vorhanden sind. Die 258 Betreuer haben insgesamt 8.853 Stunden an Jugendfeuerwehrarbeit geleistet. 47 junge Kameraden traten von den Jugendfeuerwehren in die Einsatzabteilungen über. „Unsere Zahlen bestätigen und untermauern, dass die Jugendfeuerwehren in Nordfriesland ein Bestandteil breiter Jugendarbeit waren und sind“, so Hufsky.

Berichte lieferten Andreas Mayer (Fachbereich Lehrgangswesen), Mirco Noack (Fachbereichsleiter Wettbewerbe), Kreisjugendgruppenleiter Sönke Nissen sowie Nils Twardziok (Inselvertreter Föhr-Amrum) und Andreas Mayer (Inselvertreter Sylt) ab. Fachbereichsleiterin Maria Petersen trug den Kassenbericht vor, den Kassenprüfer Jörg Carstens mit Lob bedachte. Dann die geheimen Wahlen: Mit rosa Stimmzetteln gelangte die 16-jährige Maike Winning von der Jugendfeuerwehr Tinnum zur neuen Kreisjugendgruppenleiterin. Sie folgt damit Carl-Frederik Huwe aus Tating nach.

Es folgte eine ganz besonderen Ehrung: Björn Hufsky ernannte den ehemaligen Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes, Uwe Clausen, zum Ehrenmitglied der NF-Jugendfeuerwehren. Dem langen Beifall folgten kurze Worte des Geehrten: „Ich bin platt!“

Landesjugendfeuerwehrwart Dirk Tschechne zeichnete dann Sönke Nissen (Osterschnatebüll-Klintum) mit der Leistungsspange des Landes in Bronze aus; Kreiswehrführer Christian Albertsen überreichte einen großen Pokal „an die beste Jugendgruppe des Westküstenmarsches 2014“ – die Jugendfeuerwehr Mildstedt.

„Es ist eine Freude zu sehen, wie viele junge Leute sich in den Jugendfeuerwehren engagieren“, betonte der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann . „Feuerwehrleute sind die, die reinlaufen – wenn andere rauslaufen!“ Kreisbrandmeister Christian Albertsen betonte: „Ihr seid unser Garant für die Zukunft – wenn ihr bleibt.“

Spannend dürfte es bei der Jahresversammlung der „großen“ Feuerwehren am kommenden Sonnabend (7.) werden: Dann nämlich stellen sich Günther Neumann und Wolfgang Clasen zur Wahl als stellvertretende Kreiswehrführer. Beide stellten sich den Versammlungsteilnehmern mit ihren Zielen vor.

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