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Aufklärung : Schülerin aus St. Peter-Ording gewinnt Kondom-Wettbewerb

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Schülerin der Nordseeschule aus St. Peter-Ording setzt sich beim landesweiten Kondom-Wettbewerb gegen 270 Konkurrenten durch. Schrille Verpackungen erleichtern die Prävention.

St. Peter-Ording | Neongrün und pink kommen sie daher. Sie sind Hingucker und sollen dazu verleiten, zuzugreifen. Ksenija Jacobs überzeugte mit ihrem Entwurf einer Verpackung für Kondome – und setzte sich damit gegen 270 Teilnehmer durch.

Mit dem Schriftzug „sicher... sexy... vögeln...“ gestaltete die Preisträgerin von der Nordseeschule in St.Peter-Ording die Vorderseite der Verpackung. Auf die Innenseite des kleinen Kartons hat die Schülerin des 9. Jahrgangs der gymnasialen Oberstufe lächelnde Samenzellen gezeichnet und diese mit dem Slogan „everytime much fun everywhere“ ergänzt. Die Schülerin durfte sich neben dem ersten Preis auch über einen Teddy der Aids-Hilfe Sylt „aktHiv“ für Nordfriesland und 150 Euro Preisgeld freuen.

Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung hatte zum dritten Mal einen Kondomwettbewerb gestartet. Auch in diesem Jahr handelte sich um einen Kreativwettbewerb zur Gestaltung einer Kondomverpackung. Schleswig-Holsteins Schüler ab dem 9. Jahrgang waren aufgerufen worden, sich zu beteiligen. Gefordert war mehr als eine nur mit Gebrauchsanleitung, Prüfzeichen und Haltbarkeitsdatum versehene Verpackung, sondern eine mit „krassem“ Outfit, die Jugendliche anspricht und im Fall der Fälle zum Benutzen von Kondomen veranlasst.

Der Wettbewerb genießt in Schleswig-Holstein zur Prävention von HIV / Aids und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen gerade für Jugendliche als wichtige Zielgruppe eine hohe Wertschätzung. Erfahrungen haben gezeigt, dass schon Auseinandersetzungen und Diskussionen zu diesem Thema bereits Verhaltensänderungen im Umgang mit der Sexualität bewirken.

Oberstudiendirektor Matthias Ramm hatte in seiner Begrüßung zur Preisverleihung an seine Aufklärungserfahrungen als Lehrer vor fast 25 Jahren erinnert. Wie selbstverständlich heute die Behandlung des Themas Sexualität im Unterricht ist und wie sich das zum Vorteil für alle geändert hat, machte das Gespräch mit den Jugendlichen deutlich. Ganz offen stellten die jungen Leute Fragen und sprachen über ihre Hemmschwellen, zu Beratungsstellen Kontakt aufzunehmen.

Rüdiger Klausmeyer von der Aids-Hilfe Westküste machte den jungen Leuten Mut, sich bei Fragen und Problemen einer Beratungsstelle anzuvertrauen. Heute gäbe es aufgrund neuer Studien bei positivem Ausfall eines HIV-Testes über Therapie die Möglichkeit, dem Ausbruch von Aids lebenslang zu begegnen, erklärte er. Jugendliche jeden Alters können sich ohne Angaben zur Person persönlich, telefonisch, per E-Mail oder über soziale Netzwerke bei den Gesundheitsämtern oder Aids-Hilfen kostenlos beraten lassen.

Dr. Rüdiger Krause von der Aids-Beratungsstelle in Heide wertete den Kondomwettbewerb als „sehr gute Idee und Super-Präventionsmaßnahme“. Dr. Petra Schulze-Lohmann von der Landesvereinigung betonte insbesondere ihren Vernetzungsauftrag und wies auf die Angebote wie den „Aids-Parcours“ und die Jugendfilmtage hin. Sie warb dafür, in der Region die Unterstützung durch die Aids-Hilfe bei der Prävention und Beratung in Anspruch zu nehmen. Der Wettbewerb leiste einen Beitrag dazu, den Jugendlichen den Spaß an der eigenen Sexualität nicht zu vermiesen.

Dass der Wettbewerb die jungen Frauen und Männer auch an einen verantwortungsbewussten Umgang mit sich und anderen heranführt, wurde am Schluss deutlich, als die Jugendlichen wie selbstverständlich die Kondome in den neongrünen und pinkfarbenen Verpackungen mitnahmen. Das Ziel war hier erreicht.

Erreicht wird dies auch bei weiteren Präventionsveranstaltungen, wo die insgesamt 10 000 Kondomverpackungen mit dem von Ksenija Jacobs entworfenen Siegermotiv bedruckt verteilt werden sollen. Zweite Preisträgerin wurde übrigens Sonja Meyers aus Breklum vom Abiturlehrgang des Instituts für Lernsysteme, dritte Siegerin wurde Franziska Dose vom Schulzentrum Süd in Bad Segeberg.
 

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