zur Navigation springen

Initiative des Kreis-Schülerparlaments : Schüler-Tickets: Kosten fairer regeln

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Frischer Wind im nordfriesischen Kreis-Schülerparlament: Seine Initiative für den Kreistag stößt auf offene Türen.

Seit mehr als einem Jahr engagieren sich Lena Jakubzik und Jule P. M. Thomsen aus der Klasse 11 a im Schülerparlament der Theodor-Storm-Schule (TSS) in Husum. Jule ist zudem als „TSS-Medienscout“ unterwegs und gibt in dieser Funktion ihre Kompetenz im Umgang mit neuen Medien an jüngere Schüler weiter und bei Bedarf auch an Lehrkräfte. Lena wurde gerade zur Kreis-Schülersprecherin gewählt. Gemeinsam haben sie sich etwas Großes vorgenommen: „Wir wollen das Kreis-Schülerparlament wieder mit Leben erfüllen und nachhaltig etablieren.“ Dieses Parlament (KSP), zu dem jede Schule Delegierte entsenden kann, gibt es in Nordfriesland schon lange. „Bisher sind die dort angestoßen Aktivitäten jedoch regelmäßig eingeschlafen, sobald die federführenden Akteure mit der Schule fertig waren. Und weil es mühsam ist, immer wieder von vorne anzufangen, wollen wir versuchen, auch die jüngeren Jahrgänge frühzeitig mit ins Boot zu holen, damit unsere Arbeit später von ihnen nahtlos fortgesetzt werden kann“,sagt die 16-jährige Lena.

Der Anstoß dazu gab es bei einem Treffen aller TSS-Klassen- und Schülersprecher. Dort wurde gefragt, wer sich vorstellen könnte, das KSP zu reaktivieren und auf stabilere Füße zu stellen. Lena und Jule waren sofort Feuer und Flamme und machten sich an die Arbeit. Anfangs eher vorsichtig: „Um uns nicht zu übernehmen, luden wir zu der konstituierenden Sitzung am 27. April nur die Gymnasien ein, so dass wir gemeinsam mit den Delegierten der Hermann-Tast-Schule und der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule zu sechst waren“, erzählt Lena, die in der Sitzung ebenso einstimmig zur Kreis-Schülersprecherin gewählt wurde wie Jule zur Stellvertreterin. „Von Anfang an waren wir uns aber einig darin, dass wir auch die Gemeinschaftsschulen dabei haben wollen, damit wir die Interessen wirklich aller Schülerinnen und Schüler im Kreisgebiet vertreten können“, sagt Jule und so wurden zur zweiten Sitzung im Juli alle in Frage kommenden Schulen um Teilnahme gebeten. „Da waren dann schon sieben dabei. Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn alle 17 Schulen Nordfrieslands mit von der Partie sind“, betont Lena.

Bei der zweiten Zusammenkunft wurden erste Ideen für schulübergreifende Veranstaltungen und Projekte entwickelt. An ihrem ersten Verbesserungsvorschlag hängt das Herz der Schüler besonders: Sie wollen den nordfriesischen Kreistag dazu bewegen, die Übernahme der Schülerbeförderungskosten neu und vor allem fairer zu regeln. „Bisher ist es so, dass wir die Bus- und Bahnkosten ab Klasse 11 selbst zahlen müssen, weil wir dann nicht mehr der Schulpflicht unterliegen und sozusagen freiwillig zur Schule gehen“, so Lena. Die Monatskarte kostet zirka 60 Euro. Hochgerechnet auf die Schuljahre 11/12 entstehen – abzüglich der Ferien – den Familien insgesamt Kosten in Höhe von mehr als 1000 Euro. „Das ist nicht fair“, meint Jule, die mit dem Fahrrad zur Schule kommen kann und somit nicht direkt betroffen ist. Dass Mitschüler aus dem Umland so viel Geld extra aufbringen müssen, mag sie trotzdem nicht hinnehmen: „Es kann nicht angehen, dass auf diese Weise indirekt das Einkommen der Eltern über den Schulabschluss entscheidet und höhere Bildungsabschlüsse nicht ausreichend gefördert werden“, meint sie.

Lena wandte sich an den Kreispräsidenten Heinz Maurus, der versprochen hat, bei der Formulierung zu helfen, bevor der Antrag zur Entscheidung in den Kreistag geht. Ob dort die erhoffte komplette Kostenübernahme erreicht werden kann oder zumindest deutliche Zuschüsse – die Mädchen sind gespannt. „Es ist eine Sitzung im Kreistag in Planung, in der wir – das ganze KSP – mit den Abgeordneten über die Themen sprechen können, die uns bewegen“, freut sich Lena.

Tatkräftig unterstützt wird sie in ihren Bemühungen durch die Verbindungslehrerin Katharina Frehoff und durch Brian Zube, der bis 2013 Schülersprecher an der TSS war und viel bewegt hat. „Von ihm haben wir in Workshops und Vorträgen sehr viel über die Arbeit der Schülervertretung gelernt und sind inzwischen alle von der KSP-Idee restlos überzeugt.“ Austauschen möchten sie sich dort über alles, „was Schule alleine nicht regeln kann“. Dazu zählen die Reduzierung von Medienverboten in den Schulen und eine bessere Lösung für die WLan-Nutzung durch Schüler. „Den Schulalltag für alle leichter machen“, das ist das erklärte Ziel.


Die nächste Parlaments-Sitzung ist für den 4. Oktober vorgesehen. Lena und Jule würden sich freuen, wenn auch von den übrigen Gemeinschaftsschulen Delegierte dazu stoßen. Um Kontaktaufnahme bitten sie vor allem Schulen, bei denen bisher keine Mails zu diesem Thema angekommen sind. Erreichbar sind sie per E-Mail: ksp-nf@t-online.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen