zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

19. August 2017 | 19:28 Uhr

Schüler auf Spur der Piraten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Autor Simak Büchel liest voller Gestik und Mimik aus seinen Kinderbüchern

Nicht lange überlegen müssen die Erstklässler, was mit den Familien der Piraten passiert ist, als der Kinderbuchautor Simak Büchel die Frage in die große Runde der Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule in Langenhorn stellt. Fast alle Finger zeigen nach oben. „Sie sind gekidnappt worden“, sagt Jonas. Seine korrekte Antwort wird noch ergänzt: „Und gemamanappt.“ Die ungewöhnliche Wortkreation Büchels erntet Lacher. Der in der Nähe von Bonn beheimatete Erfinder von Geschichten – zwölf davon hat er bereits als Buch veröffentlicht – beschränkt sich in seiner äußerst spannenden und lebendigen Lesung nicht nur auf reines Vorlesen.

Nur wenige Zeilen werden von ihm so zitiert, wie sie gedruckt worden sind. Der 1977 geborene Autor und Vater von zwei Kindern spielt seine Geschichte „Die Geister von Nelele Pamu“. Die Rollen, vielmehr die verstellten Stimmen, lässt er sich von den Kindern per Daumenzeichen einstellen. Mit vollem Körpereinsatz, Gestik und Mimik taucht er in seine erfundenen Figuren ein und reißt die Zuhörer mit. Einen Tipp hat er dazu noch parat: „Das könnt Ihr heute Abend auch so machen, wenn Euch Mama und Papa vorlesen.“

Nach und nach stellt er die Personen seines Buches vor. Zwischendurch dürfen sich die Kids ihre Gedanken über die Story machen. Oft ist sogar der Geschichtenschreiber selbst überrascht über die Ideen aus den Reihen des Publikums. „Toller Gedanke“, lobt er Tamara. „Eigentlich solltest Du die Geschichte zu Ende schreiben", fährt er schmunzelnd fort. Doch auch das von Büchel erdachte Ende ist überraschend. Die vermeintlich entführten Mamas haben das Schiff der Piraten-Ehemänner nämlich gekapert, um selbst einmal auf Abenteuer-Tour zu gehen. Die Kinder sind baff. Das Gelächter ist groß. „Eine komische Geschichte, oder?“ – resümiert der Autor gestenreich. Literatur kann Spaß machen und wenn die Fantasie dazukommt, kann sie viel spannender sein als Fernsehen oder Computerspiele. Das haben die Grundschüler an diesem Tag verstanden. Und noch etwas ist klargeworden: Lesen ist durchaus im Trend, doch immer weniger Eltern lesen ihren Kindern etwas vor.





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen