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Volles Haus in Husum : Schobülls Kummer mit dem Alter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der ersten Ortsteil-Vertretung nach vier Jahren ging es um die Folgen des demografischen Wandels, den Breitband-Ausbau und die Gestaltungssatzung.

Es war die erste öffentliche Sitzung der Schobüller Vertretung nach vier Jahren. „Und ich war sehr gespannt, wer alles kommen würde“, sagt deren Vorsitzende, Isabell Thomas, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Resonanz habe sie überrascht. Der Saal im Magisterhof platzte aus allen Nähten. „Wir mussten Stühle nachholen, damit alle einen Platz hatten.“ Das Interesse ist also da, Thomas’ Botschaft auf der Einladung war verstanden worden: „Es geht um unsere Zukunft!“, hatte sie geschrieben.

Auch Husums Bürgermeister, Uwe Schmitz, war gekommen, um den Schobüller Bürgern Rede und Antwort zu stehen. Und die hatten viele Fragen und Anregungen. Ein Thema waren die Baupläne für den Ortsteil Schobüll. Sie sollen noch einmal zur Hand genommen und geprüft werden, ob sie überhaupt noch zeitgemäß sind. Ein Grund: Orkan „Christian“ hatte im Oktober 2013 ganze Wälder niedergewalzt und auch in Schobüll erhebliche Schäden angerichtet. Einige Häuser am Rande des Ortsteils waren bis dahin von Bäumen umstanden. „Heute stehen sie frei“, sagt Thomas. Für diese Brachen gibt es derzeit keine Planungen. Das möchte sie ändern und die Gestaltungssatzung überarbeiten. „Zu diesem Zweck ist eine Arbeitsgruppe aus Schobüller Vertretern und Mitarbeitern des Bauamtes eingerichtet worden“, erklärt Thomas. Das Interesse sei groß. „Ich sammle jetzt Präzedenzfälle, ohne etwas versprechen zu wollen.“

Dabei blickt die Vorsitzende der Vertretung natürlich auch in die Zukunft: „80 Prozent der Schobüller sind über 60 Jahre alt“, erklärt sie mit Blick auf den demografischen Faktor. Das heißt: „In zehn Jahren geht ungefähr die Hälfte der Schobüller Immobilien ins Erbe. Dieses Problem müsse schon jetzt angegangen werden: „Sonst besteht die Gefahr, dass hier künftig nur noch Hamburger und Berliner wohnen.“

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Bornschool, deren Erhalt Isabell Thomas sehr am Herzen liegt. Die Schule sei beliebt und habe derzeit 20 Kinder in der Nachmittagsbetreuung. Inzwischen seien 450.000 Euro für eine sukzessive Sanierung des Gebäudes bewilligt. In diesem Jahr würden die Rohrleitungen erneuert, im kommenden die Elektrik, 2019 das Dach und 2020 die Sanitäranlagen.

„Die Sauna läuft gut“, berichtet Thomas weiter. Bei der „Bausachbegehung“ des Freibades im Februar sei sie zunächst erschrocken gewesen, räumt die Vorsitzende ein. Doch mit den 130.000 Euro, die der Hauptausschuss für dessen Sanierung bereitgestellt habe, „kam die Wende“.

Was das Bürgerbreitbandnetz angehe, so habe die gleichnamige Gesellschaft signalisiert, dass sie die Vermarktung wieder aufnehmen werde. Dafür sucht Thomas jetzt 15 Helfer, die von Haus zu Haus gehen und für das Netz werben sollen. Auch der Bürgermeister hat seine Unterstützung zugesagt. „Wir werden darum nicht herumkommen“, sagt Thomas. „Touristen fragen das ganz erheblich nach.“ Und wer den Tourismus in Schobüll attraktiver gestalten wolle, der dürfe nicht nur auf das Freibad schauen, sondern müsse auch Internetzugänge bereitstellen.

Insgesamt sprach Isabell Thomas von einem konstruktiven Abend – alle seien zufrieden nach Hause gegangen. Zur nächsten Zusammenkunft will sie erst nach der Sommerpause und der Bundestagswahl einladen. Eine öffentliche Sitzung ist für die Zeit nach der Kommunalwahl geplant: „Dann wird auch die neue Schobüller Vertretung gewählt“, kündigt Thomas an. Wie das Gremium künftig arbeiten will, ist in einer Richtlinie festgelegt und gemeinsam mit dem Bürgermeister überarbeitet worden. „Dieser Richtlinie haben die anwesenden Schobüller Bürger einstimmig zugestimmt“, so die Vorsitzende.

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erstellt am 09.Jun.2017 | 07:00 Uhr

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