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Breitband : Schnelles Netz kommt auf die Inseln

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Erster Spatenstich für Breitbandversorgung auf Pellworm. 3,2 Millionen Euro werden investiert.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 08:24 Uhr

Pellworm | Ein großer Tag für die Insulaner. Die moderne Breitband-Technologie kommt zu ihnen. Damit wird eine Kommunikation mitten im Wattenmeer möglich, die selbst die Halligen blitzschnell mit der ganzen Welt verbinden. Die Ämter Pellworm, Föhr-Amrum und der Netzbetreiber Lünecom hatten zum Start des Projektes "Verbesserung der Breitbandversorgung" im Bereich Pellworm, Amrum-Föhr (Alkersum, Borgsum, Langneß, Midlum, Nieblum, Norddorf, Oevenum, Oland, Gröde, Pellworm und Wittdün) zum ersten Spatenstich eingeladen. Nach hoffnungsvollen Reden von Klaus Jensen, Amtsvorsteher Pellworm, Heidi Braun, Amtsvorsteherin von Föhr-Amrum, Norbert Hill von der Firma Lünecom und Hermann-Josef Thoben als Vertreter des Landes, die sich allesamt auf die Anfänge des Projektes beriefen und ihre Hoffnung auf ein gutes Gelingen bezeugten, griffen Klaus Jensen und Norbert Hill zum Spaten.

Die Firma Lünecom GmbH aus Lüneburg verfügt über Erfahrung in gleichartigen Projekten, ist Betreiber eines Stadtnetzes in Lüneburg sowie diverser kommunaler Breitbandnetze in Niedersachsen. Das Unternehmen ist zuversichtlich, bis Ende dieses Jahres in allen zehn teilnehmenden Gemeinden einen Breitbandanschluss mit bis zu 16 000 Mbit/s anbieten zu können. Lünecom wird dafür ein flächendeckendes, leitungsgebundenes Breitband-Versorgungsnetz aufbauen und betreiben. Damit können je nach Ausbaustufe sogar Bandbreiten bis zu 50 Mbit/s im Download am Teilnehmeranschluss bereitgestellt werden. Langfristig wird damit auch der Ausbau der lokalen Teilnehmeranschlussleitungen für Leistungen von 100 Mbit/s und mehr möglich. Der finanzielle Gesamtaufwand für die Breitbandzuführung auf die Inseln und Halligen sowie die lokale Verteilertechnik der Teilnehmeranschlüsse beträgt 3,2 Millionen Euro, davon trägt die Lünecom gut 2,2 Millionen Euro. Das Land schießt 490 000 Euro zu, diese Summe bringen auch nochmals die Gemeinden zusammen auf. Die Anbindung an den nationalen Datenbackbone erfolgt über Richtfunkanlagen. Innerorts werden die Verteileranlagen über Glasfaserleitungen verbunden.

Wenn die ersten Pellwormer am Netz sind, sollen kurz danach die Halligen folgen, entsprechende Mast-Standorte sind gefunden. Im zweiten Bauabschnitt sind dann die fünf Gemeinden auf Föhr an der Reihe - bis zum Sommer könnte es soweit sein. Im letzten Bauabschnitt kommen schließlich die beiden Amrumer Gemeinden Norddorf und Wittdün dran. Hier gehen die Planungen von einer Fertigstellung zum Ende des dritten Quartals aus, mit einem zeitlichen Puffer bis Ende des Jahres.

Begonnen hat alles im Dezember 2008. Damals haben sich die Gemeinden Alkersum, Borgsum, Midlum, Nieblum, Norddorf, Oevenum und Wittdün sowie auch die Gemeinden Pellworm, Langeneß und Gröde dazu entschieden, an einem Breitband-Förderprogramm teilzunehmen. Es wurde zunächst eine Bürgerbefragung vorgenommen. Diese zeigte, dass die Bevölkerung in den genannten Gemeinden mit dem derzeitigen Status der Breitbandanbindung unzufrieden war. Für die Teilnahme am Förderprogramm war es erforderlich, dass die Gemeinden einen finanziellen Eigenanteil zur Verfügung stellen, der sich auf Beträge zwischen 10 000 und 50 000 Euro belief. Nach Veröffentlichung des Interessenbekundungsverfahrens wurde aber bekannt, dass vorübergehend keine Förderanträge vom Land Schleswig-Holstein mehr bewilligt werden konnten. Daher musste das Ausschreibungsverfahren zunächst gestoppt werden. Doch jetzt, fünf Jahre später, soll das schnelle Internet die Inseln und Halligen erreichen.

Lünecom Geschäftsführer Norbert Hill zeigte sich überzeugt, dass sehr schnell viel mehr Insulaner an das neue Netz angeschlossen werden wollen, als anfänglich Interesse gezeigt hätten. Das schnelle Netz spreche eben für sich selbst.

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