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Anschluss ans weltweite Netz : Schnelles Internet zum Greifen nah

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Löwenstedt ist die erste von 59 Gemeinden, in denen die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft ein Glasfasernetz baut. Das Ausbaugebiet umfasst 26.000 Haushalte auf 900 Quadratkilometern. Es werden 70 Millionen Euro investiert.

Ein Knopfdruck am Computer, schon steht die Verbindung mit der ganzen Welt. Noch träumen die Löwenstedter davon, denn teilweise sind sie noch mit Geschwindigkeiten im Internet unterwegs, die auch schon zu Beginn dieses Mediums üblich waren. Doch bald wird sich das ändern, versichert Ute Gabriel-Boucsein, Geschäftsführerin der Bürger-Breitband-Netz GmbH & Co. KG. Mittlerweile steht in Löwenstedt bereits das Multifunktionsgehäuse, ein etwas größerer Schaltschrank. Zudem wurde damit begonnen, in die bereits im vergangen Jahr verlegten Leerrohre die so genannten Feeder-Kabel einzublasen. Wann aber genau das schnelle Internet scharf geschaltet wird, das kann die Geschäftsführerin noch nicht sagen. Denn sollte eine starke Frostperiode auftreten, kann dies den Zeitplan durcheinander würfeln.

Eine Baustelle ohne große Probleme war die Ortschaft Löwenstedt im vergangenen Jahr, denn die Tiefbauarbeiten verliefen im Zeitplan und ohne größere Problem. Lediglich einmal wurde eine Grundstücks-Entwässerung beim so genannten Durchschießen getroffen. Insgesamt wurden 22 Kilometer Kabel verlegt und 227 Hausanschlüsse installiert. Ein großer Vorteil war, dass bereits beim Bau des Fernwärmenetzes durch die Biogasanlage rund 70 Haushalte mit Leerrohren für die Glasfaserleitungen versorgt worden waren.

Die 30 Schächte in der Ortschaft werden jetzt mit den Feeder-Kabeln miteinander verbunden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich rund drei Wochen dauern. Etwa vier Wochen wird das Einblasen der Hausanschlusskabel in Anspruch nehmen. Dann ist das so genannte passive Netz fertig. Parallel wird das aktive Netz errichtet. Davon bekommt kaum jemand etwas mit, denn im Schaltkasten wird ein Bauteil installiert, das Löwenstedt mit dem weltweiten Netz verbindet. Und selbst bei einem Stromausfall wird dort durch eine Batteriebank der Betrieb aufrecht erhalten.

Für die Installation der eigentlichen Hausanschluss-Dosen in den Gebäuden und dem technischen Equipment rechnet die Breitband-Netz-Gesellschaft mit jeweils etwa anderthalb Stunden. Wie es weitergeht, erfahren die Löwenstedter durch eine Informationsschrift, die dieser Tage von der TNG Stadtnetz GmbH Kiel verteilt wird. Darin sind alle Tarife, Termine und Möglichkeiten des Glasfasernetzes erläutert.

Ute Gabriel-Boucsein unterstreicht, dass auch Bürger, die noch einen alten Vertrag haben, das neue Netz nutzen können, dafür biete die TNG Stadtnetz Sondertarife an. „Es gibt aber auch einige Löwenstedter, die haben bereits ihrem alten Anbieter gekündigt und müssen nun mit dem Handy telefonieren. Davor haben wir allerdings in der Vergangenheit immer abgeraten“, so die Geschäftsführerin.

Löwenstedt ist die erste von 59 Gemeinden, in denen die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft das Glasfasernetz bauen will. Das Ausbaugebiet umfasst 26 000 Haushalte auf 900 Quadratkilometern. Das Streckennetz beträgt rund 1600 Kilometer. Investiert werden 70 Millionen Euro.

Wenn das neue Netz fertig installiert ist, dann können die Löwenstedter so schnell im Netz surfen, wie sonst nur in Großstädten. Allerdings haben sie den Vorteil, dass ihr Netz weiter ausbaufähig ist. Da es sich um Glasfaser bis zum Hausanschluss handelt, können ohne größere Probleme wesentlich höhere Datenvolumen transportiert werden, als der Standart von 50 MB. Die schnelle Datenübertragung wird viele neue Dienste auf den Plan rufen, darunter auch die ärztliche Fernüberwachung von Patienten. Zudem können wegen des schnellen Internetzugangs auch viele Arbeiten von zu Hause aus verrichtet werden.

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