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Husum : Schlosshof-Open-Air mit Ray Wilson

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ray Wilson, Ex-Sänger der Superband Genesis, kommt zum Open-Air-Konzert im Husumer Schlosshof. Im Interview erzählt er, worauf sich die Besucher freuen dürfen.

Vor fast genau 20 Jahren wurde Ray Wilson praktisch über Nacht in das Scheinwerferlicht der schillernden Popwelt katapultiert, als die Supergruppe Genesis den Rocksänger zum Nachfolger von Phil Collins kürte. Zuvor war der sympathische Schotte mit seiner damaligen Grunge-Band Stiltskin eher einer überschaubaren Öffentlichkeit ein Begriff. Gemeinsam wurde das Album „Calling All Stations“ produziert. Nach gut zwei Jahren endete sein Engagement bei Genesis, die bis heute kein neues Studioalbum mehr veröffentlichten. Wilson machte solo weiter, reaktivierte Stiltskin und gründete ein Genesis-Classic-Projekt. Letzteres ist eine gefragte Bühnen-Attraktion, in die der 48-Jährige auch Songs seiner gleich zwei aktuellen Solo-Alben integriert. Am 14. Juli ist der in Polen lebende Musiker mit Band beim Open-Air-Konzert im Husumer Schlosshof zu Gast. Es beginnt um 18 Uhr mit der Pahlener Künstlerin Vera Roedder im Vorporgramm. Zuvor berichtet Ray Wilson im Interview über seine neuen Alben, seine Zeit bei Genesis und die Gründe seines Umzugs von Schottland nach Polen:

Mr. Wilson, wieso haben Sie gleich zwei neue Studioalben veröffentlicht?
Eigentlich hatte ich damit begonnen, ein Album für meine Band Stiltskin zu schreiben, konnte aber lyrisch keinen passenden Zugang dazu finden. So habe ich meinen Gitarristen und Co-Autor Uwe Metzler gebeten, mit mir einige akustische Ideen zu verwirklichen. Das war der Startschuss für das Album „Song For A Friend“. Das zweite Album „Makes Me Think Of Home“ basiert auf Musical-Ideen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben.


Beziehen Sie sich damit auch auf Ihr Exil in Polen?
Wenn ich ehrlich bin, denke ich gar nicht oft an meine alte Heimat. Ich bin ein glücklicherer Mensch, seit ich Schottland verlassen habe und in Polen lebe. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Schottland ist ein wunderschönes Land und die Leute dort sind wahrhaftig, echt und wirklich witzig. Ich habe einfach meinen Frieden woanders gefunden.


Warum sind Sie überhaupt nach Polen umgezogen?
Der Liebe wegen: Ich habe mich in ein polnisches Mädchen namens Gosia Mielech verliebt. Sie ist Tänzerin, lebt in Posen und ich wollte einfach dauerhaft bei ihr sein.


Und wie finden Sie sich dort zurecht?
Ganz gut. Ich finde, dass Polen und Schotten sich sogar ziemlich ähnlich sind: Wir sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, teilen aber viele Mentalitäten und Charaktereigenschaften und bei beiden stehen Arbeit und Familie ganz obenan. In Polen trinkt man zwar Wodka und in Schottland Whiskey, aber betrunken wird man dadurch genauso.


Was denken Sie über die Brexit-Entscheidung?
Es war eine schlechte Entscheidung für Großbritannien und für Europa. Ich schätze den Grundgedanken der EU, auch wenn sicher vieles nicht perfekt ist. Aber was ist schon perfekt? Der verstorbene Leonard Cohen dichtete einst weisheitsvoll: „There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.“ Der Aufschwung der populistischen Rechten macht diese Welt dunkler und kälter. Liberal gesinnte Menschen müssen dieser wenig erfreulichen Entwicklung machtvoll, aber friedlich entgegentreten. Ich hoffe einfach, dass vernünftige politische Kräfte in Großbritannien und der EU auch nach dem Brexit-Votum einen gemeinsamen Weg für uns alle finden werden. Eine harte Trennung wäre doch das Letzte.  .  .


Apropos Trennung: Glauben Sie, dass es 50 Jahre nach Bandgründung noch einmal eine echte Genesis-Wiedervereinigung geben wird?
Nein, auch wenn es sicher eine gute Idee wäre. Aber selbst wenn es soweit käme, wäre ich daran sicher nicht beteiligt. Sie schaffen es ja nicht einmal, zu ihrem früheren Gitarristen Steve Hackett eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen. Dabei halten lediglich Steve und ich mit unseren Projekten die Legende „Genesis“ überhaupt am Leben.


Was darf man von Ihnen auf der Bühne im Husumer Schlosshof erwarten?
Mein Publikum ist sehr gemischt und genauso halte ich es mit dem Programm, so dass für alle etwas dabei sein wird. Wir haben noch nie eine Show ausschließlich mit Genesis-Songs gespielt. Ich mische immer eigene Songs mit jeder Menge Energie und Gefühl in das Programm, von denen ich denke, dass sie sich gut einfügen, gerade jetzt mit den zwei neuen Alben im Gepäck.


Eintrittskarten für das „CG Open Air“ mit Ray Wilson im Husumer Schlosshof sind erhältlich in allen Ticket-Centern des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z). Zeitungs-Abonnenten erhalten drei Euro Ermäßigung je Karte. Nach Angaben des Veranstalters, der Bredstedter Gofi-Agentur, werden auch an der Abendkasse noch Tickets zu haben sein.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 11:35 Uhr

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