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Geplantes Husum Shopping-Center (HSC) : Schleswig: „Wir gucken etwas neidisch auf Husum“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Husum Shopping-Center im Vergleich mit der Flensburg-Galerie und dem Schlei-Center: IHK-Experte sieht keine Probleme für das Haus, das mitten in der Innenstadt entstehen soll.

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erstellt am 01.Apr.2017 | 09:00 Uhr

Größenmäßig liegt das geplante Husum Shopping-Center (HSC) mit 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zwischen den beiden nächstgelegenen Innenstadt-Einkaufszentren, dem Schleswiger Schlei-Center mit 7300 und der Flensburg-Galerie mit 17500 Quadratmetern Fläche. Wir wollten wissen: Lassen sich aus einem Vergleich Rückschlüsse auf Erfolg oder Misserfolg des HSC ziehen?

Derzeit im Umbau: Die Flensburg-Galerie.
Derzeit im Umbau: Die Flensburg-Galerie. Foto: FT
 

Zwar kämpfen beide Nachbar-Center seit Jahren mit Leerständen. Das aber aus unterschiedlichen und teilweise auch ortsspezifischen Gründen, wie der Referent Handel und Stadtentwicklung der Industrie- und Handelskammer Flensburg, Jonathan Seifert, erläutert: „Die Galerie ist seit zehn Jahren am Markt und läuft ganz gut“, sagt er. Derzeit stünden durch eine relativ große Umbaumaßnahme Flächen leer: „Die Wegeverbindung innerhalb der Galerie wird verbessert. Dazu werden die Rolltreppen gedreht, damit die Kunden an möglichst vielen Geschäften vorbeikommen.“

Abseits der Shopping-Route: Das Schlei-Center.
Abseits der Shopping-Route: Das Schlei-Center. Foto: AC
 

Anders sehe es beim Schlei-Center aus. „Da sind Leerstände, aber die Betreiber schaffen es immer wieder, neue Mieter anzuziehen“, sagt Seifert. Problematisch für dieses Einkaufszentrum sei, dass es sich nicht direkt in der Fußgängerzone befinde. In dieselbe Kerbe schlägt Schleswigs Leiter des Stadtmarketings, Rüdiger Knospe: „Das Schlei-Center hätte durchaus das Potenzial, ein florierendes Einkaufszentrum zu sein, aber für Schleswiger Begriffe liegt es schon etwas abseits, nicht auf der Haupt-Shopping-Route.“ Das entspreche nicht der Einkaufs-Mentalität der Bürger. „Schleswig hat zwar als erste Stadt Schleswig-Holsteins eine Fußgängerzone gehabt, aber danach die Entwicklung etwas verschlafen“, so Knospe bedauernd. Husum dagegen habe „seine Hausaufgaben gemacht“ nach dem Motto: „Unsere Stadt soll schöner werden.“ „Da gucken wir schon etwas neidisch auf Husum.“

Auch Seifert stellt der Entwicklung in der Storm-Stadt gute Noten aus – und prognostiziert dem Husum Shopping-Center, bei dem derzeit 55 Prozent der Fläche vermietet sind, Erfolg: „Für das HSC gibt es keine grundsätzlichen Probleme, die Flächen zu belegen“, sagt er. Extrem wichtig sei ein integrierter Standort, und die sei durch die „1a-Lage“ in der City gegeben. So könne sich auch eine Magnetwirkung entfalten, die weitere Einzelhändler in den umliegenden Bereich der Innenstadt ziehe. „Und das HSC ist von Leuten geplant worden, die den Markt vor Ort klar vor Augen haben und einschätzen können.“

Das unterstreicht Martin Mörl, Geschäftsführer vom Büro Prelios Immobilien Management, das für Planung und Betrieb des HSC verantwortlich zeichnet. „Wir haben uns im Vorfeld sehr intensiv die Einzelhandelsstruktur, das Einzugsgebiet, die Einzelhandelszentralität und die Besucherzahlen Husums angesehen“, sagt er. Basierend auf dieser Analyse sei hinsichtlich Dimensionierung und Sortimentsvielfalt „ein maßgeschneidertes Konzept“ erstellt worden. Das HSC habe einen „attraktiven Mietermix“, zu dem bisher die Modekette H&M, Edeka, die Drogeriekette dm und lokale Betreiber gehören.

Das Risiko, dass sich die Planer des HSC verkalkuliert hätten, sei nicht sehr groß, bestätigt auch Seifert. Und wenn doch nicht die gesamte Fläche vermietet werden kann? Wieviel Leerstand verträgt eigentlich so ein Einkaufszentrum? „Das kann man nicht pauschal sagen“, so der IHK-Experte. Es hänge immer von den Besitzer- und Betreiberverhältnissen ab: „Wie viele Rechnungen müssen bezahlt werden, wie viel bleibt übrig?“ Hier sei ein Vergleich mit der Flensburg-Galerie und dem Schlei-Center gar nicht möglich.

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